Handball-Oberliga der Frauen : Eine Abwehr aus Beton

Kropp/Tetenhusen kassiert beim 29:15-Sieg über Hamburg-Nord in den letzten 20 Minuten kein Gegentor.

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18. März 2013, 08:29 Uhr

Kropp | Für 24 Stunden grüßten die Handballerinnen der HSG Kropp/Tetenhusen von ganz oben. Dank des nie gefährdeten 29:15 (13:11)-Heimsiegs am Sonnabend über das bereits abgestiegene Schlusslicht SG Hamburg-Nord kletterte die Mannschaft von Trainer Thomas Bleicher auf Tabellenplatz eins der Oberliga - zumindest so lange, bis die Konkurrenz aus Ellerbek und Stockelsdorf am Sonntag ran musste. Ist aber auch egal, denn ernst wird es erst am kommenden Wochenende, wenn die HSG beim TSV Ellerbek antritt.

Gegen Hamburg-Nord konnte die Bleicher-Truppe einen neuen vereinseigenen Rekord aufstellen. In den letzten 20 Minuten der Partie ließen die Gastgeberinnen keinen Treffer mehr zu. Svenja Maelzer im Kropper Gehäuse entschärfte alle, wirklich alle Hamburger Würfe, die auf ihren Kasten flogen. Die HSG zog von 19:15 (40.) auf den Endstand von 29:15 weg. Bleicher: "Das war das Beste, was ich an Deckungsarbeit in dieser Saison von meiner Mannschaft gesehen habe." Vor dem Wechsel fiel es den Gastgeberinnen noch schwer, sich nach dem Auswärtsspiel am Donnerstag gegen Jörl auf den Tabellenletzten zu konzentrieren. Ein Gegner, der befreit aufspielte und zudem mit der starken Julia Steinberg über einen Top-Rückraum verfügt. "Wir hatten in den ersten 30 Minuten erheblich mehr Probleme, unsere Abwehr zu stabilisieren, als uns lieb war", sagte Bleicher. So lag die HSG lange Zeit zurück. Erst in den letzten Minuten der ersten Halbzeit drehten die Kropperinnen die Partie. Bleicher: "Eigentlich war die Pause viel zu lang für uns. Wir wussten um unsere Fehler."

Gesagt, getan. Den Wiederanpfiff verstanden die HSG-Spielerinnen als Weckruf. Fortan präsentierten sie sich hochkonzentriert. Aus dem 13:11 wurde schnell ein 17:13 und schon bald ein 19:15. Was sich dann in der Geestlandhalle abspielte, erstaunte nicht nur die Fans, sondern selbst Bleicher. Den Hamburgerinnen gelang nichts mehr, den Kropperinnen alles. Mit schnellen Ballgewinnen überrollte die HSG die bedauernswerten Gäste. Ein 10:0-Lauf in den letzten 20 Minuten besiegelte die Klatsche für die Hamburger.

Stellt die HSG am kommenden Wochenende in Ellerbek erneut eine solche Beton-Abwehr auf die Platte, wird die Mannschaft sicher nicht chancenlos sein beim Favoriten. Bleicher: "Es ist die erste kleine Vorentscheidung, wer aus dem Dreigestirn leicht an Boden verlieren wird."HSG Kropp/Tetenhusen: Cornehl (1.-22.), Maelzer (ab 22.) - Pahl (5), Paul (4), Rohwer (1), Ohm (1), Kösling (4), Kasperlik (1), Seidel (5/3), Jörgensen (5), Krück (3).

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