Handball : Derby-Rollen sind klar verteilt

Gibt es die nächste Flugshow? In Person von TSV-Tormaschine Madita Jeß dürfte heute Abend jede Menge Arbeit auf die HSG Fockbek/Nübbel zukommen.
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Gibt es die nächste Flugshow? In Person von TSV-Tormaschine Madita Jeß dürfte heute Abend jede Menge Arbeit auf die HSG Fockbek/Nübbel zukommen.

In der SH-Liga der Frauen empfangen die favorisierten Handballerinnen des TSV Alt Duvenstedt heute die HSG Fockbek/Nübbel

shz.de von
16. Januar 2018, 12:53 Uhr

Interessante Partie, ungewöhnliche Anwurfzeit: Heute Abend steigt das Handball-Derby in der SH-Liga der Frauen. Um 20.30 Uhr ist die HSG Fockbek/Nübbel zu Gast beim TSV Alt Duvenstedt. Die Favoritenrolle ist klar an die Gastgeberinnen vergeben.

Denn unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen der beiden Lokalrivalen kaum sein. Beim TSV Alt Duvenstedt herrscht eitel Sonnenschein, als aktueller Tabellenzweiter bekommt man davon schließlich eine Menge ab. Das Team von Trainer Torben Kutschke hat vor dem Nachholspiel zwei Punkte Vorsprung auf Platz drei und blickt auf eine starke Hinrunde zurück. Drei Siege gab es aus den letzten vier Spielen vor der Weihnachtspause, aus der die Alt Duvenstedterinnen sich sogleich schwungvoll zurückmeldeten. Durch einen Sieg gegen den in der Kreisoberliga noch verlustpunktfreien Spitzenreiter TSV Wattenbek II qualifizierte sich das Team als einziger SH-Ligist für das Finalturnier im HVSH-Pokal und geht dort quasi als „Karpfen im Hechtteich“ gemeinsam mit drei Drittligisten an den Start. Kurzum: Es läuft beim TSV – und selbstverständlich denkt dort niemand über einen neuen Trainer nach.

Anders sieht es da bei der HSG Fockbek/Nübbel aus, die Lage ist deutlich weniger sonnig, denn im Tabellenkeller sind Lichtblicke rar gesät. Erst zwei Siege in zwölf Partien gelangen der Truppe von Coach Ronny Hohnsbehn. Zudem flog die HSG gleich in der ersten Pokalrunde aus dem Wettbewerb – angesichts des Gegners, Drittligist SV Henstedt-Ulzburg war das allerdings auch keine Überraschung. Der zwölfte Rang im SH-Liga-Klassement ist bereits drei Zähler entfernt, der vorletzte Platz bleibt also in jedem Fall auch nach dem Derby für Fockbek/ Nübbel reserviert. Kein wunder also, dass die Gerüchteküche brodelt, ob Trainer Hohnsbehn überhaupt noch dabei ist. „Ja, bin ich“, stellt der nüchtern fest – zumal er sich als Spartenleiter schon selbst rauswerfen müsste. Doch als sein eigener „Vorgesetzter“ sieht er die Dinge durchaus kritisch: „In unserer Situation kann man die Negativserie auch nicht ewig lange tolerieren und muss sich überlegen, ob man mal die Reißleine zieht und einen neuen Trainer einsetzt.“ Die Vorbereitung auf das erste Spiel nach der Pause ist bei seiner Mannschaft nicht ideal verlaufen. Absagen und der Prüfungszeitraum der Studentinnen machten das Training schwierig.

Mit der Rolle des klaren Favoriten möchte sich TSV-Coach Kutschke trotz alledem nicht komplett anfreunden. „Es ist schon ein besonderes Spiel, eben ein Derby“, sagt er. Beide Teams kennen sich schon seit Jahren, da fällt es ihm nicht schwer, die Stärken der HSG hervorzuheben. „Sie stellt einen guten 6:0-Abwehrverband. Im Angriff spielt sie sehr geduldig, lässt den Ball laufen und wartet auf die Chance“, sagt der Alt Duvenstedter Trainer und lobt: „Die HSG hat einfach mehr Qualität, als der Tabellenplatz es aussagt. Ich glaube, dass sie dort unten noch herauskommen wird.“

Die Kletterei aus dem Keller soll aus Kutschkes Sicht natürlich nicht ausgerechnet heute beginnen. Für die Gäste wären es zwei überraschenden Zähler, aber: „Auf solche Punkte sind wir angewiesen, denn es reicht nicht mehr, nur gegen die direkte Konkurrenz zu gewinnen“, glaubt Hohnsbehn. Damit das gelingen kann, müsse vor allem Alt Duvenstedts groß gewachsener Abwehrverband überlistet werden, betont der HSG-Trainer und ergänzt: „Außerdem müssen wir Madita Jeß in den Griff bekommen, ohne dabei die anderen Spielerinnen zu vernachlässigen.“

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