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Internationaler Sparkassen-Mittelholstein Cup : Berliner dominieren in Rotenhof

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Drei Mannschaften aus der Bundeshauptstadt bestimmten den 4. Internationalen Sparkassen-Mittelholstein Cup des TuS Rotenhof.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 08:26 Uhr

Rotenhof | Er scheint beinahe seherische Fähigkeiten zu haben. Nicht zu Unrecht wird Hansi Patzig als "Wettergott" bezeichnet. Der Cheforganisator des 4. Internationalen Sparkasse-Mittelholstein-Cups hat offenbar einen guten Draht zu Petrus. Auf die Frage, wann der für Sonntag angekündigte Regen einsetzen würde, entgegnete er selbstsicher: "Um 19.07 Uhr." So wie er es prophezeite, gingen alle 127 Partien bei trockenem Wetter über die Bühne und erst um Punkt 19.07 Uhr fielen die ersten Tropfen und so blickte Patzig zufrieden auf das Turnier zurück: "Die Organisation hätte nicht besser klappen können. Auch die Unterbringung in den Schulen hat dank der Unterstützung der Stadt super funktioniert", lobte er.

Nach zwei ereignisreichen Spieltagen beim Fußballturnier des TuS Rotenhof für U 11-Mannschaften setzte sich der BSV Hürtürkel aus Berlin im Finale erst nach Elfmeterschießen gegen den Nordberliner SC mit 3:1 durch und durfte anschließend den Siegerpokal aus den Händen von Schirmherr und Innenminister Andreas Breitner entgegennehmen. Breitner hatte zuvor die Finalspiele live miterlebt. "Ich bewundere Herrn Patzig für sein besonderes Engagement und man merkt förmlich, wie er für dieses Turnier brennt. Solche Menschen muss man unterstützen", zeigte sich Breitner angetan, "darüber hinaus ist die Stimmung hier beeindruckend."

Auch im Kampf um Platz drei musste eine Entscheidung vom Punkt herhalten. Hier setzte sich der Berliner SC mit 3:2 gegen Sub Sonderburg aus Dänemark durch. Die Gastgeber, die TuS Rotenhof Tigers, überzeugten in einem starken Teilnehmerfeld mit dem elften Platz. "Leider war das Niveau nicht so hoch wie ich es erwartet hatte", trauerte Patzig den Absagen von renommierten Mannschaften wie dem Titelverteidiger Hallescher FC, dem FC Schalke 04 und dem FC Kopenhagen nach, "außerdem kam es an machen Stellen zu Auseinandersetzungen zwischen Trainern und Schiedsrichtern. Diese konnten aber alle im persönlichen Gespräch geklärt werden." Die Zuschauer bekamen in Rotenhof spannenden und engagierten Jugendfußball geboten. "Für mich gibt es nichts Aufregenderes, als den Kindern beim Fußballspielen zuzugucken und ihre funkelnden Augen zu beobachten. Das begeistert und motiviert mich weiterzumachen", erklärte Patzig.

Nachdem am Sonnabend die Vorrundenspiele beendet waren, qualifizierten sich die jeweils erst- und zweitplatzierten Teams für die zwei sogenannten Goldgruppen. Die restlichen Mannschaften kämpften in fünf weiteren Gruppen um die Platzierungen. Die gastgebenden Tigers fanden sich nach einer Niederlage gegen TSV Kronshagen (0:2) und zweimal Unentschieden gegen SV Fortuna St. Jürgen (0:0) und Silkeborg IF Team 1 (1:1) schließlich auf dem elften Platz wieder. Am Sonntagvormittag kristallisierte sich in der Goldgruppe eins Patzigs Favorit BSV Hürtürkel mit neun von neun möglichen Punkten und weißer Weste als erster Kandidat für das Halbfinale heraus. In der Gruppenphase mussten sie sich noch hinter dem Berliner SC einordnen, der ebenfalls ein Ticket für das Semifinale löste. Der Nordberliner SC und Sub Sonderburg komplettierten die Runde der besten Vier. Dort siegten der BSV Hürtürkel und Nordberliner SC jeweils mit 2:1 und zogen in das Finale ein.

Im Spiel um Platz drei trafen der Berliner SC und Sub Sonderburg aufeinander. Der dänische Club holte einen 0:3-Rückstand auf, unterlag jedoch nach Elfmeterschießen schließlich knapp mit 5:6. Im mit Spannung erwarteten Endspiel wurde der BSV Hürtürkel gegen den Nordberliner SC seiner Favoritenrolle zunächst gerecht und bestimmte das Tempo. Mit der Zeit übte der Nachbarverein aus dem Herzen Berlins aber mehr Druck aus, sodass Hürtürkel vermehrt zu Fehlern im Aufbau gezwungen wurde. Da auch diese Partie keinen Gewinner während der regulären Zeit feststellen konnte, ging es erneut ins Elfmeterschießen. Vor einer bemerkenswerten Kulisse und einem lautstarken Publikum bewies der BSV am Ende die größere Nervenstärke und feierte nach einem 3:1-Erfolg den Turniersieg. Damit war es amtlich: Beim 4. Internationalen Sparkassen-Mittelholstein Cup hörten man bei den Jubelgesängen eine starken Berliner Dialekt heraus. Die ersten drei Plätze auf dem Siegerpodest belegten Teams aus der Bundeshauptstadt.

Für Veranstalter Hansi Patzig begann mit dem Turnier die Abschiedstour als Trainer seiner derzeitigen Mannschaft: "Nach fünf Jahren werde ich den Jahrgang 2002 abgeben und zur neuen Saison wieder mit dem Jahrgang 2007 durchstarten." Außerdem schmiedet er bereits Pläne für die fünfte Auflage des Internationalen Sparkassen-Mittelholstein-Cups. "Im nächsten Jahr laden wir zu einem U7-Turnier ein, welches sich über einen Tag erstrecken wird", gab Patzig einen Ausblick auf die nahe Zukunft. "Ich rechne dort wieder mit dem FC St. Pauli, dem Silkeborg IF und weiteren dänischen Mannschaften. Mal sehen, wen ich noch so animieren kann, denn leider gibt es nicht viele U7-Bundesligamannschaften. Aber es wird ein sehr interessantes Teilnehmerfeld geben - daran arbeite ich", garantierte Patzig.

Spiel um Platz 7:

Stern 1900 Berlin - Reinickendorfer Füchse

1:0

Spiel um Platz 5:

Silkeborg IF II - Tabasalu JK -weiß-

3:1

Spiel um Platz 3:

Berliner SC - Sub Sonderburg

6:5 n.E.

Halbfinale:

BSV Hürtürkel - Berliner SC

2:1

Sub Sonderburg - Nordberliner SC

3:4 n.E.

Finale:

BSV Hürtürkel - Nordberliner SC

3:1 n.E.

Platzierungen:

1. BSV Hürtürkel, 2. Nordberliner SC, 3. Berliner SC, 4. Sub Sonderburg, 5. Silkeborg IF Team II, 6. Tabasalu JK (weiß), 7. Stern 1900 Berlin, 8. Reinickendorfer Füchse, 9. TSV Kronshagen, 10. Silkeborg IF Team I, 11. TuS Rotenhof Tigers, 13. Rödemisser SV, 14. Kolding BK, 15. Jerne IF, 16. Bredballe IF, 17. Holstein Kiel, 18. Koge KB, 19. JFG Baltic Stars, 20. SC Condor Hamburg, 21. NBSIF Kolding, 22. Heider SV, 23. Hamburger SV, 24. Tabasalu JK (blau), 25. TuS Nortorf, 26. TSV Nahe, 27. Osterrönfelder TSV, 28. Escheburger SV.

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