16. Behrendorfer Dressurfestival : Reiter und Pferde verbreiten Schönheit und Harmonie

Ein Paar, das begeisterte: Kristina Böckmann auf „Der kleine Lord“.
Ein Paar, das begeisterte: Kristina Böckmann auf „Der kleine Lord“.

Die Teilnehmer begeistern das überschaubare Publikum mit schönen Darbietungen.

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15. April 2019, 18:30 Uhr

Behrendorf | Dressursport der Spitzenklasse und tolle Bedingungen für Pferd und Reiter – für das 16. Behrendorfer Dressurfestival gab es Lob von allen Seiten. Namhafte Reiterinnen und Reiter aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren nach Nordfriesland gekommen. Der hochklassige Dressursport hätte allerdings mehr Zuschauer verdient gehabt.

Die Dressurprüfung Klasse S***, den Grand Prix de Dressage, gewann Kristina Böckmann vom Elbdörfer und Schenefelder Reiterverein. Mit dem eleganten, vier Mal weiß gestiefelten Hannoveraner Hengst „Der kleine Lord“, wiederholte die für Finnland startende Reiterin, die in Schenefeld zu Hause ist, ihren Vorjahressieg. Der Spanier Juan Manuel Vidal-Testal (RFV Sassenberg), der unbedingt für sein Heimatland bei Olympia starten will, wurde mit seiner Stute „Utopia H“ an zweiter Stelle platziert.

Erfolgreiches Wochenende für Jana Christin Sönnichsen

Emma Kanerva ist in Finnland aufgewachsen, machte ihre Ausbildung bei Hubertus Schmidt und gehört nun zum Team Böckmann in Schenefeld. Sie gewann mit „Aperol“, einem braunen Holsteiner Wallach, mit 786 Punkten die Dressurprüfung Klasse S*** (Intermediaire II).

Sehr erfolgreich verlief das Turnier für Jana Christin Sönnichsen vom gastgebenden Reitverein Obere Arlau. Sie startete mit ihren Pferden in verschiedenen Prüfungen. Mit ihrem Nachwuchspferd, dem sechsjährigen „D’Avie“, gewann sie die Dressurpferdeprüfung Klasse M, mit dem zwölfjährigen „Gorklintsgard Hayden“ wurde sie Siegerin der Dressurprüfung Klasse S*. Auf „Fliedertanz“ startete sie in der Dressurprüfung Klasse S** (Intermediaire). Er ging fehlerfrei, ließ sich jedoch kurz ablenken, wieherte nach seinem Stallkollegen und wurde an sechster Stelle platziert. In der Dressurprüfung Klasse S** (Intermediare I Kür) sicherte sich Sönnichsen mit „Fliedertanz“ den vierten Platz. Die junge Reiterin wird von ihrer Mutter Frauke Sönnichsen trainiert.

Elisa Prigge auf „Dark Dancer“.
Christian Beeck

Elisa Prigge auf „Dark Dancer“.

 

Höhepunkt der Nospa-Dressur-Classics war am Sonnabend die Grand-Prix-Kür. Die zehn Reiterpaare hatten sich am Vortag beim Grand Prix de Dressage für diese Prüfung qualifiziert. Juan Manuel Vidal-Testal zeigte auf „Dulce Sueno“ eine hervorragende Vorstellung. Mit Untermalung spanischer Musik ließ das Duo die Herzen aller Dressurfans höher schlagen. Sie landeten auf Platz drei (213 Punkte). Auf Platz zwei begeisterte wiederum Kristina Böckmann auf „Der kleine Lord“ (219) das Publikum. Zu Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ (9. Sinfonie) ließ sie den Fuchshengst auf der Mittellinie im starken Trab „marschieren“. Der Funke sprang über, das Publikum war begeistert von der Schönheit und der Harmonie von Pferd und Reiterin.

„Dark Dancer“ tanzt wieder zum Sieg

Der Vorjahressieger dieser Prüfung, „Dark Dancer“ mit seiner Reiterin Elisa Prigge (RFV Echem-Scharnbeck), wurde seinem Namen gerecht. Der Hengst tanzte unter seiner Reiterin Pirouetten und Passagen – so schön kann Dressursport sein! Das Paar gewann die Prüfung (224 Punkte) und ließ sich bei der Siegerehrung tüchtig feiern.

Horst Andresen, Vorsitzender des Reitvereins Obere Arlau, dankte allen Helfern und Sponsoren. Er bedauerte, dass nicht mehr Zuschauer den Weg nach Behrendorf angetreten hatten.

Gelungenes Seminar

Neben den Wettkämpfen gab es ein weiteres Highlight. Klaus Balkenhol, Mannschafts-Olympiasieger 1992 in Barcelona, Bundestrainer und Coach gab ein Seminar zur Ausbildung vom Remonte- bis zum Grand-Prix-Pferd. Das Thema kam bei den zahlreich erschienenen aktiven Reitern und Pferdefreunden gut an.

Balkenhol stellte die Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd in den Mittelpunkt. Er gestaltete seinen Auftritt mit viel Humor, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren begeistert. „Ich habe nicht gewusst, dass ihr in Schleswig-Holstein so gute Dressurpferde habt“, lobte der „alte Meister“ aus Westfalen die hiesigen Pferdezüchter.

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