Fussball-Landesliga : Husumer SV klarer Derby-Favorit

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Der Husumer Fabian Arndt (re.) zeigte zuletzt eine überragende Leistung beim 7:1-Erfolg gegen Osterrönfeld. Morgen erwartet den Tabellenführer im Derby gegen Rantrum mehr Gegenwehr.
Der Husumer Fabian Arndt (re.) zeigte zuletzt eine überragende Leistung beim 7:1-Erfolg gegen Osterrönfeld. Morgen erwartet den Tabellenführer im Derby gegen Rantrum mehr Gegenwehr.

Der souveräne Tabellenführer gastiert beim TSV Rantrum, der auf eine Überraschung hofft.

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12. Oktober 2018, 08:02 Uhr

Rantrum | Nach dem Abstieg des SV Blau-Weiß Löwenstedt gibt es in der Fußball-Landesliga nur noch zwei nordfriesische Vertreter und demnach pro Halbserie nur noch ein richtiges Derby. Am Sonnabend ist es endlich wieder soweit, wenn um 15 Uhr am Lagedeich der TSV Rantrum den Nachbarn Husumer SV empfängt. Sportlich und tabellarisch haben sich die beiden Erzrivalen in dieser Saison etwas voneinander entfernt. Während die Kreisstädter das Nonplusultra in der Landesliga darstellen, findet sich der TSV Rantrum derzeit etwas überraschend im Tabellenkeller wieder. Aber: Derbys haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze.

Der letzte Rantrumer Pflichtspielsieg gegen die HSV liegt allerdings schon neun Jahre zurück. Am 22. August 2009 gewannen die Lagedeich-Kicker in der damaligen Verbandsliga Nord-West mit 1:0 im Husumer Friesenstadion. Torschütze war damals Timo Hansen, auf den Trainerbänken saßen Christian Heider (Husum) und Volker Schallhorn (Rantrum). Seitdem gab es bei elf weiteren Aufeinandertreffen ausschließlich Husumer Siege. Das soll sich aus Rantrumer Sicht morgen ändern.

Wie sich ein Sieg gegen Husum anfühlt, können zumindest drei TSV-Akteure ihren Mitspielern berichten. Thomas Grabowski, Kim Lorenzen und Marten Matzen gehörten schon 2009 als Youngster zum Personal der Rantrumer und können sich auch jetzt Hoffnungen auf einen Einsatz machen. Allerdings wäre ein Rantrumer Erfolg als Überraschung anzusehen. Während die Husumer mit zehn Siegen aus elf Spielen noch ungeschlagen die Tabelle anführen, verlief das erste Saisondrittel der Gastgeber mit zwischenzeitlich sieben Spielen in Folge ohne Sieg nicht nach Plan. Vergangenes Wochenende schaffte Rantrum jedoch in Büdelsdorf (2:0) den Befreiungsschlag.

„Das war für das Selbstvertrauen der Jungs extrem wichtig. So ein Sieg setzt Energie frei“, meint TSV-Coach Karl Müller. Für ihn und auch für seinen Gegenüber Torsten Böker ist es das erste Derby. Trotz der Rivalität: „Am Ende des Tages ist es ein Spiel unter Freunden, weil viele Spieler sich untereinander kennen und ein gutes Verhältnis haben“, sagt Böker. Er warnt vor den Rantrumern: „Wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst.“ Böker erwartet einen kompakt stehenden Gegner, der mit seinen schnellen Spielern über ein gutes Umschaltspiel verfügt. „Für uns wird es darum gehen, Lösungen zu finden und Kontersituationen so schnell es geht zu unterbinden.“

Karl Müller schwärmt von den Husumer Qualitäten: „Der Kader genügt Oberliga-Ansprüchen.“ Trotzdem will Rantrum sich nicht vorzeitig geschlagen geben. „Zuletzt war bei uns eine Tendenz nach oben erkennbar und ein so starker Gegner liegt uns vielleicht sogar etwas besser. Wir müssen taktisch diszipliniert auftreten, ein Gegentor so lange wie möglich vermeiden und nach vorne den einen oder anderen Nadelstich setzen“, fordert Müller. Zur Motivation seiner Spieler muss er nicht beitragen. „Ich denke, dass ich eher in die andere Richtung einwirken muss, damit die Jungs vor einer sicherlich richtig großen Kulisse nicht überpacen.“

Personell kommen beim TSV Jakob Spreckelsen und Thomas Pahnke zurück, sodass nur Ron Reichardt (Aufbautraining nach Knöchelbruch) ausfällt. Beim Klassenprimus ist Henning Lorenzen nach einer Gelb-Roten Karte zum Zuschauen verdammt und fehlt ebenso wie die Langzeitverletzten Fabian Wobig und Sascha Feller. Mit einer Erkältung angeschlagen sind zudem die zuletzt formstarken Marvin Matthiesen und der beste Liga-Torjäger Kevin Knitel (zehn Treffer). Auch hinter Niklas Ludwig (Schienbeinprellung) steht ein kleines Fragezeichen.

Kein Fragezeichen steht hinter der Tatsache, dass Spieler und Zuschauer sich auf zwei der besten nordfriesischen Teams freuen.

Fußball-Talk geht in die zweite Runde

Sonntagvormittag um 11 Uhr – nahezu jeder Fan des großen Bundesliga-Fußballs weiß etwas mit diesem Termin anzufangen. Seit 1995 gibt es nun schon den Sport1-Doppelpass, der je nach Sponsorenvertrag bereits die unterschiedlichsten Bezeichnungen im Titel trug. Mit Rudi Brückner (1995 bis 2004), dem legendären Jörg Wontorra (2004 bis 2015) und Ex-Bayern-München-Profi Thomas Helmer (seit 2015) prägten erst drei verschiedene Moderatoren die Sendung.

Dass der Redebedarf zum Thema Fußball ziemlich groß sein muss, zeigt die Tatsache, dass seit kurzem Pay-TV-Sender Sky mit „Wontorra – Der Fußballtalk“ zeitgleich eine zweite Expertenrunde ausstrahlt. Während diese beiden Formate die große Welt rund um die Fußball-Bundesliga analysieren, bietet aber auch der regionale Fußball Woche für Woche  reichlich Stoff für angeregte Diskussionen. Daher hat sich der Rantrumer Jürgen Schau im vergangenen Jahr gefragt, warum man diese beiden Dinge nicht zusammenbringen sollte –  und veranstaltete anlässlich des Lokalderbys in der Fußball-Landesliga zwischen dem TSV Rantrum und der Husumer SV den „Rantrumer-Doppelpass-Fußballtalk“.

Dieser geht nun in die zweite Runde. Am Sonnabend (15 Uhr) steht wieder das Derby zwischen den  beiden Nachbarn und Erzrivalen auf dem Programm und daher geht auch die Gesprächsrunde wieder „auf Sendung“. Sie beginnt – natürlich – am Sonntagvormittag um 11 Uhr im Rantrumer Stadiontreff.

Auf der Themenliste steht dann das Derby vom Vortag, aber auch die laufende Landesliga-Saison soll aus Husumer und Rantrumer Sicht beleuchtet werden. Moderiert wird die Talkrunde auf den Spuren von Jörg Wontorra in gewohnter Weise vom Initiator Jürgen Schau selbst. Als Gäste haben diesmal Rantrums Liga-Coach Karl Müller, Husums Fußball-Obmann Arne Strohscheer und zum zweiten Mal Björn Gutt, freier Mitarbeiter und Landesliga-Beauftragter des Schleswig-Holsteinisches Zeitungsverlags, zugesagt. Erstmals sind mit Lev Meesenburg (Rantrum) und Henning Lorenzen (Husum) auch die Kapitäne der beiden Kontrahenten dabei und vervollständigen die Runde.

Eine schöne Idee von Jürgen Schau wird damit am Sonntag weitergeführt, wobei in lockerer Atmosphäre  der höherklassige Fußball aus der Region eine Plattform bekommt. Eine solche Veranstaltung lebt natürlich auch von den Zuschauern. Daher sind alle Interessierten herzlich willkommen und dazu eingeladen, anders als bei den großen TV-Formaten mit der Runde zu diskutieren.

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