Handball-Oberliga HH/SH Männer : Zwischenspurt tut Wift richtig gut

Freie Bahn am Hansaring: Wifts Kapitän Thorben Plöhn (Mitte) lässt hier den beiden Preetzern Michel Hamann (links) und Jascha Deeken keine Abwehrchance.
Freie Bahn am Hansaring: Wifts Kapitän Thorben Plöhn (Mitte) lässt hier den beiden Preetzern Michel Hamann (links) und Jascha Deeken keine Abwehrchance.

Die Neumünsteraner bezwingen Preetz mit 28:24. Eine starke Phase Mitte der ersten Halbzeit ist letztlich entscheidend.

shz.de von
29. Januar 2018, 08:00 Uhr

Auch in der zweiten Auflage 2017/18 des Handball-Oberligaderbys zwischen dem Tabellenzweiten SG Wift und dem Vorletzten Preetzer TSV gab es für die Schusterstädter unter neuer Leitung (Lasse Böck löste in der Hinrunde den Ex-Wittorfer Martin Glaubitz ab) keine Punkte. Die Hausherren setzten sich vor gut 250 Zuschauern dank einem kurzen Zwischenspurt Mitte der ersten Hälfte auf fünf Treffer ab und kontrollierten den Gegner bis zum 28:24 (16:11)-Endstand. Das Hinspiel hatte Wift mit 30:27 für sich entschieden.

„Unterm Strich war es ein Arbeitssieg, der nie gefährdet war“, resümierte „Bären“-Coach Michael Haß und lobte vor allem die kämpferische Einstellung seiner Mannschaft. Aus deren geschlossener Leistung ragte insbesondere der treffsichere Rechtsaußen Florian Schmidtke (insgesamt sechs Treffer) heraus. „Zudem war erkennbar, dass Pierre Fleischer immer besser reinkommt“, ergänzte Michael Haß. Fleischer wirbelte von Beginn an im linken Rückraum und war auf Grund seiner Schnelligkeit brandgefährlich. Hinten hielt für ihn – jeweils nach einem Angriff-Abwehr-Wechsel – Magnus Hannemann die Stellung.

Insbesondere in der ersten Viertelstunde war die Begegnung von zwei starken 6:0-Abwehrreihen und sehenswerten Torhüterleistungen auf beiden Seiten geprägt. Immer wieder kratzten beide Teams am drohenden Passivspiel. In Abwesenheit des kurzfristig verhinderten Spielertrainers Yannik Stock übernahm Wifts Kapitän Thorben Plöhn die Verantwortung und dirigierte das Offensivspiel von der Mitte aus. Aber direkt im ersten eigenen Versuch scheiterte Plöhn an seinem ehemaligen Teamkollegen Steffen Bahr im Preetzer Gehäuse. Auf der anderen Seite hingegen traf PTSV-Spielmacher Luca Fabrizio zur ersten Gästeführung (0:1/2.). Zwar hatten die Schwalestädter ein besonderes Augenmerk auf den agilen Mittelmann, aber dennoch netzte der Preetzer insgesamt elf Mal ein und unterstrich damit einmal mehr seine Torgefahr. Allerdings tat sich, nachdem Fabrizio bereits in der 15. Minute seine zweite Hinausstellung durch die Unparteiischen verkraften musste, auf der linken Preetzer Deckungsseite eine Schwachstelle auf. Fortan konnte der Gegenspieler von Bennet Kretschmer und später Lars Bente nicht mehr zu 100 Prozent in die Zweikämpfe gehen und brauchte ein ums andere Mal die Unterstützung seines Außen, sodass Schmidtke in aussichtsreichen Positionen bedient werden konnte und seine Chancen verwertete. Der Schlüssel für den vorentscheidenden Fünf-Tore-Vorsprung zur Pause (16:11) war allerdings das Neumünsteraner Umschaltspiel, das nach einer Doppelparade von Wifts Schlussmann André Hoffmann gegen Gästeakteur Ingo Schmalz vom Siebenmeterpunkt erst richtig in Fahrt kam. Zuerst wehrte Hoffmann dessen Heber und anschließend auch noch die Nachwurfbemühungen ab. In den folgenden knapp 15 Minuten parierte er gleich sechs weitere Preetzer Versuche und ebnete so den Weg für ein schnelles Umschaltspiel seiner Vorderleute sowie den damit einhergehenden, vorentscheidenden Führungswechsel (von 4:6/12. auf 12:7/26.). Nach dem Wiederanpfiff hielt Wift seine Gäste weiterhin auf Distanz (21:16/43.). „Jedoch haben wir das Tempospiel nicht konsequent weitergeführt, und auch unsere Chancenverwertung war nicht top, sondern nur in Ordnung“, kritisierte Trainer Michael Haß. Nichtsdestotrotz gelang es den Schusterstädtern auch in zeitweise doppelter Überzahl nicht, als bis auf mehr als drei Tore aufzuschließen (26:23/57.).

Info am Rande: Wie die SG Wift vermeldete, ist der Einspruch des FC St. Pauli gegen die Wertung der Partie vom 25. November 2017, die die „Bären“ zu Hause mit 31:29 für sich entschieden hatten, als unbegründet zurückgewiesen worden. Der Sieg der Neumünsteraner behält somit seine Gültigkeit.

SG Wift (Tore in Klammern): Titze, Hoffmann – Kretschmer (10/davon 5 Siebenmeter), Schmidtke (6), Hannemann, Plöhn (2), Koslowski, Bente (3), L. Haß (4), Fleischer (3).

Schiedsrichter: Brandes/Recktenwald (Kiel/Schleswig). – Zuschauer: 253. – Nächster Gegner: SG Hamburg-Nord (A/Sonnabend, 3. Februar, 20 Uhr).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen