Fussball-Regionalliga Nord : Zwangsabsteiger legt VfR aufs Kreuz

Auf Schritt und Tritt beschattet in dieser Szene der VfR-Defensivstratege Hannes Schäfke (links) den Wilhelmshavener Torschützen zum 1:0, Tim Scheffler.
Auf Schritt und Tritt beschattet in dieser Szene der VfR-Defensivstratege Hannes Schäfke (links) den Wilhelmshavener Torschützen zum 1:0, Tim Scheffler.

Rasensport verliert beim SV Wilhelmshaven mit 0:2 und rutscht auf den drittletzten Tabellenplatz zurück.

shz.de von
18. November 2013, 18:00 Uhr

Es bleibt ungemütlich und eng für den Fußball-Regionalligisten VfR Neumünster. Rasensport verlor das gestrige Flutlichtspiel beim Zwangsabsteiger SV Wilhelmshaven mit 0:2 (0:1) und fiel in der Tabelle auf Platz 16 zurück.

VfR-Trainer Ervin Lamce musste umbauen, da zum vierten Mal innerhalb von nur sechs Spielen eine Gelbsperre zu verdauen war: Linksverteidiger Patrick Nagel war zuvor beim 1:1 gegen Eichede zum fünften Mal verwarnt worden. Ein wenig überraschend ergatterte seinen Platz der in dieser Saison noch gar nicht eingesetzte Daniel Michalowski. Ferner kehrten Kapitän Finn Thomas nach abgelaufener Gelbsperre und der wieder genesene Kevin Schulz (nach Oberschenkelproblemen) zurück und verdrängten den wegen einer Erkältung nicht im 18er-Aufgebot stehenden Gentian Durak sowie Ermir Zekjiri aus der Startelf. Bei den Hausherren wirkte mit Innenverteidiger Dario Fossi ein Ex-Neumünsteraner mit. Der 32-Jährige ersetzte Karlis Plendiskis, der beim lettischen U 21-Nationalteam weilte. Ebenfalls neu in Wilhelmshavens Anfangself: Matthias Tietz und Tim Scheffler (für Youness Buduar und David Loheider).

„Jetzt erst recht“ hatten die vom Weltverband FIFA zum Zwangsabstieg verurteilten Platzherren als Motto ausgegeben. Und auf tiefem Geläuf setzten dann auch die Einheimischen das erste Ausrufezeichen, als Gazi Siala seinen Volleyschuss knapp am langen Pfosten vorbeisetzte (17.). Nur vier Minuten später stand der lange Pfosten erneut im Mittelpunkt: Aljoscha Hyde schlug von links eine scharfe Hereingabe auf Scheffler, dessen herrlicher Flugkopfball ans Aluminium klatschte. Wilhelmshavens einzige Spitze hatte dabei das Glück des Tüchtigen, prallte die Kugel doch derart zurück, dass Scheffler auf der Torlinie liegend im zweiten Versuch doch noch zum 1:0 einnicken konnte (21.). Die VfR-Deckung war in dieser Szene regelrecht zerlegt worden und hatte Glück, dass sich Christopher Braun bei seinem Alleingang nach zu unentschlossenem Einsatz von Yannik Jakubowski die Kugel zu weit vorlegte – Gästekeeper Marc Aaron Kassler konnte klären (29.). Zwar verzeichnete die Lamce-Elf zur Pause ein Eckenplus von 3:1, war in vorderster Reihe aber gar nicht zum Zug gekommen. Dies lag zum einen daran, dass die sehr hoch stehenden SVW-Außenverteidiger Braun und Aljoscha Hyde die beiden offensiven Außen der Lila-Weißen, Thomas und Christopher Kramer, ein ums andere Mal in der Gästehälfte beschäftigten. Zum anderen agierte Christian Rave in einer viel versprechenden Szene zu uneigennützig. Anstatt selbst abzuziehen, passte er auf den im Abseits postierten Marco Schultz (31.).

Nach dem Wiederbeginn sorgte der VfR für deutlich mehr Gefahr. Es ging regelrecht die Post ab, nur wollte das Leder einfach nicht ins Tor: Ein gefährlicher langer Ball, den SVW-Schlussmann Aaron Siegl mit Ach und Krach vor Kevin Schulz klärte, war das Fanal zum Aufbruch (52.). Marco Schultz per Kopf nach einem Ingreso-Freistoß (56.), noch einmal Marco Schultz, der den viel besser positionierten Thomas übersah (60.), Kevin Schulz (63./abgeblockt) und der in die Spitze beorderte Kramer nach einem Moslehe-Freistoß (64./Außennetz) hätten mehr als nur den Ausgleich erzielen können. Dieser sollte gestern aber nicht mehr fallen – auch weil das Offensivspiel zusehends versandete und Ali Moslehe seinen Distanzschuss deutlich verzog (71.). Wilhelmshaven konzentrierte sich nach dem Wechsel darauf, den Vorsprung über die Bühne zu schaukeln. Scheffler (58.) und Fossi (90.) vergaben bei Gegenattacken das 2:0, das erst Braun nach einem Konter in der Nachspielzeit noch gelang (90./+3).


SV Wilhelmshaven – VfR 2:0 (1:0)

SV Wilhelmshaven: Siegl - Braun, Fossi, Eleftheriadis, A. Hyde - Tietz - Abou Khalil, Kawachi (65. Buduar), Alfieri, Siala (88. Gödde) - Scheffler (77. Loheider).

VfR Neumünster: Kassler - Schäfke, Jakubowski, Aust, Michalowski (76. Zekjiri) - K. Schulz, Ingreso (59. Moslehe) - Thomas, Rave, Kramer - M. Schultz (82. Zschimmer).

Beste Spieler: Braun, A. Hyde, Fossi - Aust. – Schiedsrichter: Porsch (Barsbüttel). – Zuschauer: 416. – Gelbe Karten: Abou Khalil (82., Unsportlichkeit), Loheider (90./+2, Foulspiel), Braun (90./+3, Unsportlichkeit) - Kramer (49., Foulspiel), Rave (86., Foulspiel). – Spielwertung: befriedigend. – Nächster VfR-Gegner: Eintracht Braunschweig II (H/Sonntag, 14 Uhr).

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