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Fussball : „Zehn Spitzenschiris, aber 30 Pfeifen“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Winfried Wodatscheck leitete über 30 Jahre lang Fußballspiele und übt jetzt scharfe Kritik an den Leistungen der Referees in Neumünster.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 22:30 Uhr

Lange hielt Winfried Wodatscheck die Füße still. Nun ist es nach Angaben des 62-Jährigen an der Zeit, sich mit kritischen Worten über das Geschehen auf den Fußballplätzen in Neumünster an den Courier und somit an die Öffentlichkeit zu wenden. Dass der Job des Schiedsrichters kein leichter ist, weiß er aus den dreieinhalb Jahrzehnten, die er selbst bis 2011 in der zumeist schwarzen Tracht und mit Pfeife auf dem Feld verbrachte. Seither verfolgt er viele Partien als Zuschauer sowie als Co-Trainer des Kreisligisten Ruthenberger SV. Sein Urteil fällt dabei vernichtend aus.

„Es werden Punktspiele einseitig gelenkt, sodass ein Team gar keine Siegchancen hat. Ebenso sind Laufbereitschaft und Fingerspitzengefühl bei einigen Schiedsrichtern nicht mehr vorhanden“, bemängelt Wodatscheck. Dass er sich nun so äußert, habe nichts mit den sieben Platzverweisen für Ruthenberg innerhalb der vergangenen drei Partien zu tun. Es gehe um die allgemeinen Referee-Leistungen, die er auch bei anderen Spielpaarungen unter die Lupe genommen habe. „Im Fußball darf durchaus gefoult werden. Doch wenn das Einsteigen zu hart wird und man dies dem Schiedsrichter gegenüber äußert, dann gibt es sofort Sanktionen in Form von Karten und Geldstrafen. Hauptsache es kommt Geld die Kassen“, betont „Winni“ Wodatscheck, dem es nach eigenen Angaben auch schon mehrmals an die Geldbörse ging. Zudem zögen die Unparteiischen heutzutage lieber Karten, um das Spiel zu beruhigen, anstatt auch einmal das Gespräch zu suchen. „Der Schiedsrichter-Ausschuss muss dem mal auf den Grund gehen, wieso dieselben Schiedsrichter immer die gleichen Probleme haben, obwohl sie Partien der unterschiedlichsten Vereine leiten“, findet der Ruthenberger Co-Trainer und fordert, dass unangemeldet Beobachter zu den Spielen entsendet werden müssten, „anstatt 15 Lehrabende im Jahr abzuhalten, zu denen die Leute nur mit Widerwillen gehen und fast einschlafen, weil es immer das gleiche Blabla ist“.

Die aktuelle Situation grenzt für ihn an Abzockerei, „denn die Vereine bezahlen genug für die Schiedsrichter. Dann kann man auch gute Leistungen verlangen.“ Doch an guten Unparteiischen mangele es in der Schwalestadt: „Es gibt nur zehn Spitzenschiedsrichter in Neumünster, dafür aber 30 Pfeifen. Das liegt auch daran, dass viele gute Schiedsrichter vom Ausschuss rausgeekelt wurden, weil sie ihre Meinung gesagt haben. Das war schon zu meiner Zeit so“, erhebt Wodatscheck mit harten Worten schwerwiegende Vorwürfe in Richtung des Schiedsrichter-Ausschusses. Die will Ausschuss-Mitglied und Schiedsrichter Aslan Gastrock so nicht stehen lassen: „Die Aussagen Wodatschecks sind falsch. Ich persönlich kenne keinen guten Schiedsrichter, der aufgehört hätte, weil er nicht mit uns reden konnte.“

Die alleinige Verantwortung dafür, dass einige Spiele regelrecht kaputtgemacht werden, will Wodatscheck den Schiedsrichtern aber nicht zuschieben. Auch die kickenden Akteure hätten daran maßgeblichen Anteil: „Ich habe schon erlebt, dass Spieler die Schiedsrichter derart beschimpfen, dass es Trainern und Zuschauern schon peinlich wird. Und am Ende müssen immer die Vereine blechen. Es sind aber die Spieler, die für ihr Fehlverhalten belangt werden müssten.“

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