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Kanusport : Wo Niedersachsen draufsteht, steckt Einfeld drin

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Erste Kanu-Klub Neumünster muss seine Aktiven bei den deutschen Meisterschaften in Hamburg für einen fremden Landesverband melden.

Neumünster Das Großaufgebot von 13 Sportlern des Ersten Kanu-Klubs Neumünster will es ab kommendem Dienstag bei den deutschen Kanu-Rennsportmeisterschaften in Hamburg wissen. Nach einer langen Vorbereitung über die gesamte Saison nutzten die Nachwuchssportler die Ferien noch einmal für ein zehntägiges Trainingslager in Polen und haben ihre Paradedisziplinen nun fest im Blick.

Nach seinen beiden Titeln in der Altersklasse 15 Jahre im K  1 über 1000 und 5000 Meter im vorigen Jahr will Janko Knabe den Erfolg nun wiederholen. Zusammen mit Jakob Thordsen aus Hamburg ist er zudem im K 2 über 500 Meter favorisiert. Silvan Ostheimer malt sich Chancen bei den Junioren über 1000 und 500 Meter aus. Mit Nils-Eric Rahm ist das A-Finale im K 2 über 500 und 1000 Meter angestrebt. Als dritter bei den Junioren startet Hannes Peter.

Da sich für Robert Haack in der Jugend kein Zweier-Partner gefunden hat, bleibt ihm nur die Teilnahme im Einer. Die Teilnahme des Jugend-4ers von Haack, Knabe, Thordsen und dem 14-jährigen A-Schüler Marko Broda aus Verden kollidiert zeitlich im Moment noch mit einem Einzel-Rennen von Broda und muss vielleicht gestrichen werden. Suray Peters und Lena Rulle vom EKN haben in der Alterklasse Jugend die größten Aussichten im Vierer zusammen mit Lea Schwandt aus Hannover und Paula Franklin aus Hannoversch Münden. Bei den Schülerinnen A sind Anna Fredrichsdorf und Carlene Tensfeldt dabei, in der Klasse der Schüler A Henner Blunck. In der Leistungsklasse der Damen (ab dem 19. Lebensjahr) starten Esther Rahm und Svenja Jäger. Nach einjähriger Krankheit feiert Rahm, die als Juniorin die Bronzemedaille bei der WM geholt hat, ihr Comeback. Zudem startet Anne Petruschat im Zweier für Karlsruhe mit Sabrina Hering, die gerade als Mitglied der Nationalmannschaft in Moskau den sechsten Platz im Zweier belegt hat.

An den Start gehen die Neumünsteraner Athleten, abgesehen von den Jüngsten (Schüler), für den Niedersächsischen Verband beziehungsweise Svenja Jäger für den Hamburger Verband. Während mit Knabe das größte Talent des EKN seit einem Jahr im Olympiastützpunkt und dem Sportinternat in Hannover eine neue Heimat gefunden hat, um dort professioneller zu trainieren, wohnen alle anderen noch in Neumünster und trainieren mit Maria Rahm am Einfelder See. Für den Schleswig-Holsteinischen Landesverband kann man im Rennsport nicht an Meisterschaften teilnehmen, der Verband ist anders ausgerichtet. „Uns bleibt nur der Weg, unsere Sportler in Niedersachsen zu melden, sonst verbauen wir ihnen die sportlichen Erfolge“, macht EKN-Pressesprecher Wolfgang Reimer deutlich. Trainerin Maria Rahm versteht, dass dem Verband finanzielle Möglichkeiten fehlen. Dass aber nicht einmal eine Anmeldung in Schleswig-Holstein möglich ist, ärgert sie. Zumal jetzt Niedersachsen draufsteht, wo Einfeld drin steckt. Knabe wiederum kann am Olympiastützpunkt  Schule und Training besser aufeinander abstimmen. „Wenn bei uns die Schule bis nachmittags geht, wird die Organisation schwieriger und stressiger für die Kids. Wir können in Neumünster nicht schon morgens vor der Schule eine Einheit paddeln,  so wie in Hannover.“

Ohnehin hat natürlich nicht jeder die Ambition, den Sport derartig professionell zu betreiben. Aber beim EKN ist Knabe beileibe nicht der Erste, der den Weg geht. Mehrere Sportler haben sich im Jugendalter für den professionelleren Weg entschieden und darüber den Sprung in den Juniorenkader der Nationalmannschaft geschafft. Bei der Sichtung im Frühjahr ist Knabe noch nicht ganz vorne herangekommen. „Er hat aber auf jeden Fall das Potenzial, es zu schaffen“, sagt Maria Rahm. Natürlich kann man es auch von Neumünster aus schaffen. Bestes Beispiel ist Esther Rahm, die sich als Juniorin von der Schwalestadt aus in den deutschen Kader gearbeitet hat. „Es ist machbar, aber natürlich aufwändig“, sagt Maria Rahm.

Gemeinsam ist allen EKN-Kanuten, dass sie ihre Freizeit auf den Sport ausrichten. Im Alltag trainieren die Jugendlichen vier bis sechs Mal die Woche zwei Einheiten am Tag, in den Trainingslagern sogar täglich vier Mal. Für Silvan Ostheimer war die Vorbereitung in Polen „eine gute Generalprobe“, wie er verrät. Der EKN-Sportler blickt mit Vorfreude auf die Titelkämpfe in Hamburg voraus: „Meine Familie ist nach Frankreich in den Urlaub gefahren. Ich komme dagegen aus Polen zurück und fahre mit einem guten Gefühl zu den deutschen Meisterschaften.“nch

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