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2. Badminton-Bundesliga : Wittorf droht ein Luxusproblem

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Blau-Weiß kann erstmals Zweitligameister werden, aber reichen die Mittel für eine Erstligasaison?

Es ist die mittlerweile 15. Zweitligasaison, und es kann die erfolgreichste aller Zeiten werden. Denn Blau-Weiß Wittorf kann an diesem Wochenende erstmals den Meistertitel in der 2. Badminton-Bundesliga eintüten. Die Neumünsteraner gehen mit einem Punkt Vorsprung vor dem FC Langenfeld in den letzten Doppelspieltag der Saison 2014/15. Morgen um 14 Uhr betreten die Wittorfer die Halle der SG EBT Berlin, 24 Stunden später empfangen sie in der Kant-Schule den FC Langenfeld zum mutmaßlich alles entscheidenden Spiel um den Meistertitel.

Vor dem Heimspiel wird es einen bewegenden Moment geben. Wittorfs langjährige Dame Nummer 1, Neele Voigt, wird mit dem Badminton aufhören und zukünftig bestenfalls nur noch als Stand-by-Spielerin zur Verfügung stehen. Sie soll von Blau-Weiß-Trainer Ralf Treptau gebührend verabschiedet werden.

Verzichten muss Wittorf erneut auf die am Knie verletzte Schottin Sarah Bok, die sich in Kürze einer Operation unterziehen wird. Bok wird nicht wie zuletzt durch Munn-Tzin Bong ersetzt, vielmehr wird Wittorfs Eigengewächs Tjorven Geiss ihr Zweitligadebüt geben. „Die Damenseite sowohl von Berlin als auch Langenfeld ist sehr stark, deswegen trifft uns der Ausfall von Bok nicht ganz so hart“, lässt Treptau durchblicken, dass seine Truppe auf Punkte eher in anderen Konkurrenzen spekuliert.

Im Hinspiel gegen Berlin erkämpften sich die Schwalestädter auch ohne Martin Campbell einen 6:2-Sieg. Lediglich im Dameneinzel und -doppel mussten sich die Blau-Weißen seinerzeit geschlagen geben. Allerdings fehlte auch die Berliner Nummer 1, der Indonesier Eetu Antti O. Heino. Er wird es morgen mit Wittorfs Sebastian Schöttler zu tun bekommen. Die Hauptstädter stehen mit 11:13 Punkten auf Rang 6, können bei einem ungünstigen Verlauf des letzten Doppelspieltags sogar noch absteigen.

Am Sonntag geht es dann um die Wurst, wenn die Neumünsteraner den zunächst morgen auf das Schlusslicht Trittau II treffenden FC Langenfeld zum Kampf um den Titel erwarten. Die Rheinländer stehen mit 16:8 Punkten knapp hinter Wittorf (17:7) auf dem zweiten Tabellenplatz. Das Hinspiel (ebenfalls ohne Campbell) ging mit 5:3 an die Treptau-Schützlinge. „Wir haben uns für Sonntag noch nicht die Karten gelegt“, berichtet der Blau-Weiß-Coach von einem Aufstellungspoker. Wie gewohnt nimmt er den Druck von seinem Team. „Unser eigentliches Saisonziel, den Klassenerhalt, haben wir bereits vor Wochen erreicht. Deswegen können wir entspannt an die Sache herangehen“, sagt Treptau, ohne natürlich zu sehr in Understatement verfallen zu wollen: „Wenn du so nah dran bist, willst du logischerweise auch Meister werden.“

Sollten die Blau-Weißen tatsächlich als Tabellenerster aus der Saison gehen, hätten sie das direkte Aufstiegsrecht zur 1. Bundesliga. „Wir haben uns noch nicht zu 100 Prozent entschieden“, verrät Treptau, „doch die Tendenz geht dahin, dass wir den Sprung allein aus Kostengründen nicht vollziehen würden“. So seien in der 1. Bundesliga spezielle Spielmatten und vier Monitore gefordert, berichtet Treptau und beziffert die Kosten für diese Anschaffungen auf rund 18 000 Euro. Bis zum 15. April muss eine Entscheidung gefallen sein, dann ist Meldeschluss. Wenn der Meister verzichtet, geht das Aufstiegsrecht auf den „Vize“ über. Der Tabellendritte darf nicht aufsteigen.

Es fehlt: Bok (Knieverletzung). – Courier-Tipp: SG EBT Berlin - Blau-Weiß Wittorf 3:5, Blau-Weiß Wittorf - FC Langenfeld 4:4 = Wittorf wird Meister. – Außerdem spielen (in Klammern Hinrundenergebnisse): morgen, 13 Uhr: FC Langenfeld - TSV Trittau II (5:3); 14 Uhr: STC BW Solingen - BV Wesel RW (5:3), TV Refrath II - TV Emsdetten (4:4); Sonntag, 14 Uhr: TV Emsdetten - STC BW Solingen (4:4), BV Wesel RW - TV Refrath II (3:5), TSV Trittau II - SG EBT Berlin (6:2).

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erstellt am 20.Mär.2015 | 15:00 Uhr

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