zur Navigation springen

Reiten : Wittenberg: Ein Dauerbrenner bei der Baltic Horse Show

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der gebürtige Hamburger freut sich auf die große Bühne in Kiel.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 16:30 Uhr

Als vor 24 Jahren die Baltic Horse Show in Kiel aus der Taufe gehoben wurde, war Thorsten Wittenberg gerade mal 23 Jahre alt, etwas aufgeregt und mit einer Stute namens Franka am Start in der Kieler Ostseehalle. Wittenberg hatte 1990 die Startgenehmigung für ein nationales Springen erhalten und durfte nach Platz 6 dann auch prompt im S-Springen starten. Zwischen lauter Reitern, die durchaus bekannter waren als er. „Das lief auch wirklich gut bis zum Schluss, da hat die Stute den Aussprung aus einer Kombination konsequent verweigert – damit bin ich dann ausgeschieden“, erinnert sich der Springreiter. 24 Jahre später ist er immer noch dabei, bei der 25. Baltic Horse Show – allerdings international und ein bisschen weniger aufgeregt.

„Wenn ich das erklären soll, was an Kiel besonders ist, dann fällt mir immer der Vorhang im Einritt ein“, sagt Thorsten Wittenberg, „das gibt es ja sonst nicht“. Er weiß: „Die Halle ist berühmt für Konzerte oder für Handball, jeder kennt sie. Wenn man hinter dem Vorhang steht mit seinem Pferd, weiß man, dass der gleich aufgeht – und dann gehört diese berühmte Halle, diese Bühne für eine Minute einem selbst. Das ist schon toll. Und dann sagt man sich auch: ,mach was draus’.“

Daran war vor 20 Jahren nicht zu denken. Wittenberg ritt eigene Pferde, auch mal fremde, und trat für die Bundeswehrreitabteilung Neumünster beim Landesturnier an, zusammen mit Jörg Naeve (Bovenau) und anderen. Tolle Zeiten seien das gewesen, aber Sportprofi? Nein. Dennoch nahm er die Chance wahr, während des Studiums beim zweimaligen Derbysieger Achaz von Buchwaldt in Hamburg zu reiten. Der habe ihm den Blick dafür geöffnet, wie individuell man mit jedem einzelnen Pferd arbeiten müsse, sagt Wittenberg.

Die Baltic Horse Show ist seit dem ersten Start mit dem eher trüben Abschluss immer ein Thema für Wittenberg. Jedenfalls dann, wenn die Pferde dafür gut genug sind. „Ich kann mich auch für meine Kollegen freuen, wenn etwa Hans-Thorben Rüder in Kiel gewinnt oder Inga Czwalina“, verrät der Profi und erklärt beinahe entschuldigend: „Ich meine, eine Woche zuvor haben wir alle noch irgendwo ländlich das gleiche M-Springen geritten – und eine Woche später gewinnen die Kiel, das ist doch cool.“

Es reißt ihn mit, den in Hamburg-Sülldorf geborenen Finanzexperten. Große und kleine Zahlen, Fonds oder Investitionsmodelle tauschte der studierte Bankbetriebswirt Thorsten Wittenberg erst vor knapp zehn Jahren gegen zwölf Pferde in den gepachteten Boxen in Schretstaken auf der Anlage von Jörg Kreutzmann ein. Zuvor teilte er Reiten und Finanzmanagement auf bei seinem Arbeitgeber, der die Begeisterung für Pferdesport teilte.

Die Baltic Horse Show war und ist ein „Anker“ in der Jahresplanung Wittenbergs, auch weil Kiel „verlässlich“ sei. Wer die geeigneten Pferde hat und das Leistungsprofil, das für Kiels internationale Springen erforderlich ist, der darf davon ausgehen, dass er als Schleswig-Holsteiner dabei ist: „Manchmal habe ich schon im Frühjahr gedacht, dass der eine oder andere für Kiel in Frage kommt.“ In diesem Jahr sind es zum Beispiel C-Vier und der junge Silberpfeil, die mit ihrem Reiter hinter dem Vorhang im Einritt stehen werden. Das Gefühl, auf die „große Bühne“ zu reiten, sei immer noch da, bekennt Wittenberg. Aber: „Wenn man dann drin ist, ist man gelegentlich auch überrascht, wie kurz die eine oder andere Distanz ist. Beim Abgehen wirkte das noch ein bisschen anders als mit Pferd.“ Eines soll ihm dann auf keinen Fall passieren: bis zur Schlusslinie fehlerfrei bleiben und dann am Ende ausscheiden ...

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen