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Handball-Freundschaftsspiel : Wift setzt das erste Ausrufezeichen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünsters Oberligist schafft gegen die Weltstars des THW Kiel den Führungstreffer zum 1:0. Am Ende wird es standesgemäß.

Die KSV-Halle war schon lange im Vorwege bis auf den letzten Platz ausgebucht. Der Grund dafür, warum sich 450 Handballfreunde ein Ticket gesichert hatten, war nicht etwa ein Oberliga-Spitzenspiel der SG Wittorf/FTN, sondern der Auftritt eines Gegners aus der „stärksten Liga der Welt“, der 1. Bundesliga. Im Rahmen eines Freundschaftsspiels gab sich die „Weltauswahl“ des THW Kiel in Neumünster die Ehre. Im vierten Aufeinandertreffen nach 2001, 2006 und 2009 bezwangen die „Zebras“ von Trainer Alfred Gislason die einheimischen „Bären“ unter der Führung des Trainergespanns Peter Bente/Peter Schäfke mit 44:27 (24:14).

Neumünster war für die Kieler Stars die erste gemeinsame Vorbereitungsstation nach der WM-Pause, ehe die Jagd auf den 20. Meistertitel am 11. Februar auswärts gegen die MT Melsungen fortgesetzt wird. Doch bei aller Euphorie wurde das Event auch von einer traurigen Begebenheit überschattet, dem Tod von Hans-Werner Börstinger am 31. Dezember des vergangenen Jahres. Daher begann die Partie mit einer Schweigeminute in Gedenken an den langjährigen Sponsor und Förderer des Leistungshandballs und der SG Wift.

Einzig mit dem ersten Treffer der Partie brachte Wifts Mittelmann, der ehemalige THW-Akteur Yannik Stock sein Team in Vorlage (1:0/2.). Nach dem 2:2-Ausgleich von Lars Bente eine Minute später diktierte der deutsche Rekordmeister das Spielgeschehen und bewies mit einem 5:0-Zwischenspurt den Drei-Klassen-Unterschied (2:7/7.). Doch davon ließen sich die Blau-Weißen nicht unterkriegen und kamen immer wieder über ihre konsequente erste Welle zu einfachen Toren. In der zehnten Minute peitschte SG-Schlussmann Oliver Titze sein Team mit einer Siebenmeterparade gegen den sonst vom Punkt kompromisslosen Kieler Marko Vujin weiter an. Davon angestachelt biss sich der wendige Bernd Lehmann auf der anderen Seite gegen die durchschnittlich zwei Meter großen THW-Hünen durch. „Wir hatten absoluten Respekt, aber keine Angst. Ich habe einfach mal einen Dreher probiert – und siehe da, der klappt auch gegen einen Bundesligisten“, freute sich Lehmann. Es folgte die 20. und gleichzeitig torreichste Minute der Begegnung mit vier Treffern. Mit dem 3:1 aus Sicht der Gastgeber verkürzte Youngster Moritz Haß per Gegenstoß auf 11:16. Aber den Fünf-Tore-Unterschied konnte die SG Wift nur kurzzeitig halten, und so war der Rückstand bis zum Pausenpfiff auf standesgemäße zehn Treffer angestiegen (14:24).

Im zweiten Durchgang schaltete der THW Kiel einen Gang zurück, fand aber spielerisch routiniert immer wieder das passende Mittel gegen die Hausherren und ließ die Schwalestädter nicht mehr herankommen (22:33/42.). Kurz vor dem Abpfiff „verdiente sich“ Wittorfs Matthias Sellmer nach einem Foul an Kiels bestem Werfer, Rune Dahmke, die einzige Zeitstrafe in einer sonst stets fairen Begegnung.

Wift-Trainer Peter Bente hoffte gleich nach dem Abpfiff auf einen Trainingseffekt für das bevorstehende Oberligaspiel: „Es ist für unsere jungen Burschen natürlich etwas ganz Besonderes, einer Topmannschaft wie dem THW Kiel auf dem Parkett gegenüberzustehen. Ich bin mit der unserer gezeigten Leistung vollkommen zufrieden. Jetzt ist das Wichtigste, dass der Trubel verfliegt, die Jungs schnell wieder runterkommen und sich mit der Partie am Sonnabend gegen die HG Hamburg-Barmbek auf das Tagesgeschäft konzentrieren.“

SG Wittorf/FTN: Titze, Quednau, Hoffmann - Haß (4 Tore), Koslowski (5), Stock (4), Rostock (1), Sellmer, Lehmann (2), P. Schroedter (1), B. Schroedter (2), Binnewies, Plöhn (1), L. Bente (4/davon 1 Siebenmeter), Kobs (3).

THW Kiel: Palicka, Sjöstrand - Lauge (2), Vujin (6), Jicha (4), Ranke (5), Hansen (3), Ekberg (2/1), Sprenger (5), Klein (4), Dahmke (8), Duvnjak (2), Canellas (3).

SR: Doose/Erichsen (HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg). – Zuschauer: 450.

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