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Handball / DHB-Amateur-Pokal : Wift-Fahrt ins Ungewisse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Halbfinale muss Neumünsters Oberligist am Ostermontag beim HC Glauchau/Meerane in Sachsen ran.

„Nur“ noch rund 550 Kilometer Anfahrt und 60 Spielminuten trennen die Oberligahandballer der SG Wittorf/FTN vom DHB-Amateur-Pokalfinale in Hamburg am 1. Mai (11.45 Uhr). Für diesen letzten Schritt gilt es den HC Glauchau/Meerane zu bezwingen. Anwurf ist zeitgleich mit der zweiten Halbfinalbegegnung zwischen dem HSV Apolda und der SG Langenfeld 72/92 am Ostermontag um 17 Uhr. Um den ansässigen Fans und Sponsoren ein sportliches Highlight zu bieten, wird die Begegnung im Gegensatz zum üblichen Ligabetrieb nicht in der Sachsenlandhalle in Glauchau (850 Zuschauerplätze), sondern in der kleineren Sporthalle in Meerane (320) ausgetragen. Nie zuvor in der Geschichte von Wift beziehungsweise Blau-Weiß Wittorf ist ein Team so weit zu einem Pflichtspiel gefahren.

Ebenso wie die „Bären“ aus der Schwalestadt sind die Gastgeber in der Oberliga auf Punktejagd, allerdings im mitteldeutschen Klassement. Dort teilen sich die Sachsen derzeit mit 21:21 Zählern den siebten Platz mit dem HV Rot-Weiß Staßfurt. Im Vergleich dazu ist Wift die Vizemeisterschaft in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein mit aktuell 34:8 Zählern schon fast nicht mehr zu nehmen.

Für Wifts Spielertrainer Yannik Stock ist es am Ostermontag um 7 Uhr früh eine Fahrt ins Ungewisse: „Ich kann unseren Gegner überhaupt nicht einschätzen und bin gespannt, was uns in Meerane erwarten wird.“ Der Reiz, gegen eine große Unbekannte spielen zu dürfen, und die Gewissheit, einem ganz besonderen Saisonabschluss nahe zu sein, sind gewiss vorhanden. Allerdings steht erneut der Ersatz von gleich fünf Stammkräften an. Neben Torhüter Erik Quednau muss das Trainergespann Stock und Peter Bente auch auf die „Helden“ aus der zweiten Reihe, Philipp Henrich auf halb rechts und Tommy Fängler auf halb links, verzichten. Ganz besonders schmerzt der Ausfall der nach dem Kreuzbandriss von Matthias Koslowski noch verbliebenen Kreisläufer Tim Kreft und Torben Binnewies. „Gleich beide zu ersetzen, das kommt einer Herkulesaufgabe gleich“, ist sich Stock der Schwierigkeit bewusst, „zumal in unserem Spiel der Kreisläufer sowohl in den Offensivabläufen als auch im Abwehrriegel eine zentrale Figur ist“. Diese Aufgabe wird in Meerane Christian Gau zuteil werden. Der ehemalige Akteur der „Ersten“, der seine Kämpfe am Kreis zurzeit für die „Zweite“ und „Dritte“ der SG Wift führt, muss kurzfristig in das System integriert werden. Bereits Erfahrung damit hat sein Teamkollege Jörg Tomaschewski, der am Ostermontag – wie auch schon im Viertelfinale – noch einmal bei der „Ersten“ aushelfen wird. Völliges Neuland dagegen betritt der aufrückende Linksaußen Adam Bühring aus der A-Jugend.

Trotz dieses vermeintlich geschwächten Kaders lässt Stock keinen Zweifel an der Zielsetzung der Neumünsteraner: „Personell bleiben wir sozusagen dem bislang letzten Erfolg im Pokal treu und haben gegenüber dem Sieg über Hamburg-Barmbek (26:22, Anm. d. Red.) lediglich etwas rotiert. Aber egal mit wem: Wir werden uns für unseren persönlichen Saisonhöhepunkt den Hintern aufreißen.“ Dies würde sich im Übrigen auch finanziell lohnen. Denn mit einem Sieg in Meerane hätte die SG Wift eine doch stolze Prämie von 3000 Euro sicher. Die erhält der unterlegene Finalist im DHB-Amateur-Pokal, dessen Endspiel in das Final Four der Profiteams eingebettet ist.

Die Zuschauer dürfen also am Ostermontag gespannt sein, welches Maskottchen am Ende jubeln wird: der sächsische Hamster „Heinrich“ oder etwa doch der schleswig-holsteinische Bär „Malu“?

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