Pferdesport : Voß hat allen Grund zur Freude

Erfolgreiches Duo: Thomas Voß mit Falcon auf dem Weg zur Qualifikation für die VR Classics.
Erfolgreiches Duo: Thomas Voß mit Falcon auf dem Weg zur Qualifikation für die VR Classics.

Lokalmatador aus Schülp bei Nortorf löst das Ticket für den internationalen Teil des Reitturniers in den Holstenhallen.

shz.de von
07. Februar 2018, 17:00 Uhr

Das war spannend: Elf Tage vor den VR Classics, dem großen internationalen Reitturnier in den Holstenhallen Neumünster, nahm die Qualifikation vor rund 300 Zuschauern einen dramatischen Verlauf. Die Amazone Evi Bengtsson (Itzehoe) und Thomas Voß (Schülp bei Nortorf) sicherten sich als die beiden besten Leistungsklasse-1-Reiter das Ticket und dürfen nun vom 15. bis 18. Februar im internationalen Teil des Turniers starten und um die großen Fleischtöpfe mitreiten. Dafür reichten im Stechen die Plätze 6 und 10. Dabei sah es nach der Entscheidungsrunde zunächst so aus, als habe Voß das Ticket am Einsprung-Oxer der zweifachen Kombination verspielt. „Das war ein Netzroller“, ärgerte sich der mehrmalige mehrere Nationenpreissieger in Anlehnung an einen Begriff aus dem Tennissport.

Von den lediglich fünf – anstelle der erwarteten zehn – zur Qualifikation angetretenen Reitern schafften Bengtsson, Laura Jane Hackbarth (Brickeln) und Voß den Sprung ins Stechen. „Ich hatte vor meinem Ritt die Info, dass ich beide Amazonen im Stechen schlagen musste“, verriet Voß. Denn Evi Bengtsson, Ehefrau des schwedischen Olympiazweiten von 2008, Rolf-Göran Bengtsson, war mit Ulika ebenso zwei Mal null geritten wie Hackbarth mit Leverage. Weil die anderen beiden Mitbewerber, Inga Czwalina (Fehmarn) und Sören von Rönne (Neuendeich), mit einem beziehungsweise zwei Springfehlern im ersten Umlauf patzten, kämpften im Stechen drei Springreiter um zwei Tickets. An die Zeiten von Hackbarth (39,27 Sek.) und Evi Bengtsson (40,81 Sek.) reichte Voß, der nach dem Fehler einen Gang herausnahm, mit 43,86 Sek. nicht heran. Die Wende kam erst nach der Siegerehrung. Dazu erklärte Susanne Sager, die für den Veranstalter vor Ort war: „Ich habe von der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung, Anm. d. Red.) die Reiter im Vorwege genannt bekommen. Offenbar hatte sich dort ein Fehler eingeschlichen, da Laura Jane Hackbarth keine Leistungsklasse-1-Reiterin ist.“

Wie aus dem Nichts kehrte bei Voß die Freude ins Gesicht zurück. „Das Turnier ist das Highlight in Neumünster und Schleswig-Holstein“, strahlte er, der vor elf Jahren als bisher letzte Holsteiner den Großen Preis in den Holstenhallen gewann. „Eigentlich habe ich gar kein Pferd für die internationale Tour“, lachte der 59-Jährige. „Aber nun stelle ich meine Youngster vor.“ Dazu zählen in der kommenden Woche der achtjährige niederländische Schimmel Falcon, der gestern den Sprung ins Stechen schaffte, und Larinew, ein siebenjähriger Holsteiner.

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