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Fussball : Vorhang auf für einen Klassiker

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heute um 18 Uhr erwartet Regionalligist VfR Neumünster den Bundesliga-Dino Hamburger SV. Erinnerungen an glorreiche Zeiten werden wach.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 13:00 Uhr

Nu geiht dat los: Ein norddeutscher Fußballklassiker erfährt heute um 18 Uhr eine Neuauflage, wenn Regionalligist VfR Neumünster den Bundesligisten Hamburger SV an der Geerdtsstraße empfängt. Rund 1500 Karten sind für dieses Testspiel bereits verkauft, Rasensport-Schatzmeister Olaf Schließeit geht somit von „2500 bis 3000 Zuschauern“ aus (siehe „Hinweise“ am Ende dieses Artikels).

Die HSV-Fans dürfen sich auf einige neue Gesichter freuen. Die gerade frisch verpflichteten Lewis Holtby (Tottenham Hotspur), Nicolai Müller (1. FSV Mainz 05), Cléber (Corinthians Sao Paulo/Brasilien) und Matthias Ostrzolek (FC Augsburg) dürften ebenso dabei sein, wie so manch Arrivierter. Immerhin hat der eine oder andere etwas gutzumachen, die Erinnerungen an die 0:3-Pleite gegen Aufsteiger Paderborn am zweiten Erstliga-Spieltag sind noch frisch. Fehlen werden beim HSV sieben Nationalkicker, die Länderspieleinsätze vor Augen haben: die Schweizer Valon Behrami und Johan Djourou, der Tscheche Petr Jiracek, der Lette Artjoms Rudnevs, der gerade vom FC Bayern geholte US-Amerikaner Julian Green sowie die Youngster Johannes Kreidl (Österreich U 19) und Valmir Nafiu (Mazedonien U 21). Und auch der eigentliche Superstar dürfte kaum dabei sein, laboriert doch der Niederländer Rafael van der Vaart an einer Wadenzerrung.

Aufseiten des VfR herrscht nicht bei jedem restlose Begeisterung, was das HSV-Gastspiel betrifft. Dies liegt weniger an den Hamburgern, sondern vielmehr an der Tatsache, dass Rasensport bereits am kommenden Sonnabend um 14 Uhr beim BV Cloppenburg um Regionalligapunkte ran muss. „Sportlich ist das eigentlich nicht darstellbar“, sagt Trainer Uwe Erkenbrecher zähneknirschend und ergänzt: „Austoben werden wir uns gegen den HSV also nicht.“ Die Spieler aus der zweiten Reihe werden das sicher gerne hören. Denn damit ist klar: Erkenbrecher wird jedem zur Verfügung stehenden Akteur Spielpraxis geben. „So darf jeder mal mit dem HSV in Berührung kommen“, formuliert es der Coach. Erstmals dabei ist bei Lila-Weiß der vom SSV Ulm geholte Innenverteidiger Ljubisa Gavric, für den die Spielberechtigung mittlerweile vorliegt, während der aus Bayern zurückkommende Hannes Schäfke erst am Wochenende zum VfR stoßen und der an der Hüfte verletzte Defensivmann Jakob Olthoff heute ausfallen wird. Letzterer hatte trotz seiner Blessur am vergangenen Sonntag gegen Werder Bremen II (0:2) mitgewirkt und sich damit keinen Gefallen getan.

Mit dem Duell zwischen den „Veilchen“ und dem HSV werden Erinnerungen an glorreiche Zeiten wach. Zwischen 1955 und 1963 standen sich die beiden Vereine 16 Mal in der damals erstklassigen Oberliga Nord gegenüber. Nur zwei Mal gewann Rasensport, darunter gleich beim ersten Aufeinandertreffen in Neumünster: Am 25. März 1956 gab es ein 2:0 (Tore: Burkhard Pape, Rudi Rieck). 18 000 Zuschauer bildeten seinerzeit die größte Kulisse, die bis heute je zu einem Heimspiel der Lila-Weißen gepilgert ist.

Weniger erfreulich ist der Rückblick auf den bislang letzten Vergleich. Am 16. Mai 2006 trat der HSV zu einem „Quasi-Benefizspiel“ beim damals insolventen VfR mit einer namenlosen C-Garnitur an und gewann mit 1:0. Das goldene Tor erzielte einer der wenigen Profis an diesem Abend: Der Brasilianer Ailton traf bereits nach knapp 30 Minuten – und fuhr in der Halbzeitpause mit einem Privat-Pkw nach Hause ...

 

Hinweise zum HSV-Spiel:

Vorverkauf: Wer sich noch kein Ticket für das heutige Freundschaftsspiel (18 Uhr) gegen den Bundesliga-Dino Hamburger SV gesichert hat, der besitzt eine Last-Minute-Chance. Denn bis heute, 15 Uhr, gibt es noch Eintrittskarten in der Gaststätte „Tresen Total“ (Großflecken) sowie in allen Edeka-Grümmi-Märkten (Einfeld, Innenstadt, Tungendorf und Boostedt).

Verkehr: Die Geerdtsstraße wird heute zur Einbahnstraße deklariert (Einfahrt über Forstweg). Parkmöglichkeiten am VfR-Stadion gibt es auf dem alten Kunstrasenplatz im benachbarten Städtischen Stadion (allerdings nur für Inhaber einer Sitzplatzkarte, die auch als Parkschein gilt).

Öffnungszeiten und Preise: Die ersten Tageskassen (eine im Heim-, eine im Gästebereich) sind heute ab 16.30 Uhr geöffnet, ab 17 Uhr werden  vier weitere Kassen (drei Mal Heim- und einmal Gästebereich) zur Verfügung stehen. Ein Sitzplatz kostet 20 Euro, ein Stehplatz zehn Euro. Ermäßigungen gibt es nur  auf den Stehrängen für Kinder von sechs bis 14 Jahren (fünf Euro). Kinder unter sechs Jahren genießen freien Eintritt. Fans, die sich im Vorverkauf Karten besorgt haben, müssen sich nicht in die Schlangen an den Kassen stellen. Sie erhalten über zwei gesonderte Durchlässe direkten Zugang zum VfR-Stadion.

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