Fussball-Regionalliga Nord : VfR toppt seine Vorjahresbilanz

Eine entscheidende Situation am Elsterweg: VfR-Torhüter Marc Aaron Kassler pariert den Elfmeter von Wolfsburgs Ferhat Yazgan.
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Eine entscheidende Situation am Elsterweg: VfR-Torhüter Marc Aaron Kassler pariert den Elfmeter von Wolfsburgs Ferhat Yazgan.

Schon jetzt hat Rasensport auswärts mehr Punkte geholt als in der gesamten Serie 2012/13.

shz.de von
04. November 2013, 16:00 Uhr

Der VfR Neumünster verblüfft in der Fremde weiterhin Fans und Experten. Während die Rasensportler auch nach sieben Auftritten vor eigenem Publikum auf den ersten Heimsieg in dieser Fußball-Regionalligasaison noch warten müssen, verbesserten sie gestern ihre Auswärtsbilanz mit dem völlig überraschenden 3:0 (1:0) beim Tabellenführer VfL Wolfsburg II auf 13 Punkte in ebenfalls sieben Partien. Zur Erinnerung: In der kompletten Vorsaison hatte der VfR auf fremden Plätzen insgesamt nur elf Zähler eingefahren.

Gästetrainer Ervin Lamce war dementsprechend zufrieden. „Wir haben unsere Konter in Tore umgemünzt, was uns zuvor ja in schöner Regelmäßigkeit besonders daheim nicht gelungen war“, sagte er. Auch habe seine Elf deutlich bessere Chancen als Wolfsburg II besessen, erklärte Lamce, der sich in der Volkswagenstadt nur über zwei, drei zu Beginn vergebene Chancen ärgerte. „Glücklicherweise hat auch Wolfsburg II seine Gelegenheiten nicht genutzt“, räumte er ein und verwies besonders auf die Aktion von Willi Evseev, der in der 24. Minute nur den Innenpfosten das Rasensport-Tores anvisiert hatte. „Aufs gesamte Spiel bezogen, ist unser Sieg absolut verdient“, meinte der Gästecoach und bilanzierte: „Wir haben hinten sicher gestanden und wieder einmal nur wenig zugelassen. In der Offensive haben wir uns gut bewegt, vor allem Christian Rave war sehr viel unterwegs.“ Ansonsten wolle er niemanden herausheben, sagte Lamce, „denn wir haben als Mannschaft gut funktioniert“.

Weit weniger angetan war Wolfsburgs Trainer Valérien Ismaël, der mit seinem Team die zweite Heimpleite gegen einen Underdog in Folge kassierte – zuvor gab es ein 0:1 gegen den BV Cloppenburg –, aber dennoch auf Platz 1 stehen blieb. Der Deutsch-Franzose ließ kein gutes Haar am Unparteiischen Julian Henning Eichhorst. „In 20 Jahren Fußball habe ich noch nie eine solch schlechte Schiedsrichterleistung erlebt“, polterte Ismaël. Vergeblich hatte er in der ersten Minute auf Elfmeter gehofft, nachdem Rico Schlimpert im VfR-Strafraum zu Fall gekommen war. Zudem hätte seiner Meinung nach Rave nach einem Schubser gegen den theatralisch zu Boden sinkenden Julian Klamt bestraft werden müssen. Und auch Raves Kollegen Amando Aust nahm der frühere Deutsche Meister ins Visier. „Der hätte Gelb-Rot sehen müssen, so oft, wie der gefoult hat“, grantelte der Übungsleiter. Mit den ersten 45 Minuten seiner Elf sei er recht zufrieden, bekannte Ismaël. „Wir haben vor der Pause sehr gut gespielt, nur den Ball nicht im Tor untergekriegt.“ Das schafften die Wolfsburger auch in der 52. Minute nicht, als Ferhat Yazgan mit einem Strafstoß an Marc Aaron Kassler scheiterte. „Dieser vergebene Elfmeter tat uns richtig weh, danach haben wir mental versagt“, resümierte Ismaël.

Beim VfR schaute man derweil voraus. Mit den Duellen gegen Eichede, in Wilhelmshaven und gegen Braunschweig II warten jetzt drei „Sechs-Punkte-Spiele“ auf Lila-Weiß. „Wir müssen genauso wie in Wolfsburg weiterarbeiten, um weitere positive Ergebnisse nach Hause zu bringen“, stellte Trainer Lamce sein Erfolgsrezept bereits in der VW-Stadt zusammen.

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