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Fussball-Regionalliga Nord : VfR: Plötzlich war das Konto dicht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die treuen Fans honorieren den Auftritt der Lila-Weißen. Ein Nortorfer Gartenbauunternehmer strengt eine Kontopfändung an: „Plötzlich war unser Konto dicht.“

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Der VfR atmet auf. Zwar blieb Rasensport auch im zehnten Spiel nach der Winterpause sieglos, doch war das 0:0 gegen Weiche – zugleich das erste „zu null“ in diesem Jahr – definitiv ein für die Moral ungeheuer wichtiger Teilerfolg.

Lila-Weiß bekam allerdings die Quittung für seinen Sturzflug. Gerade mal 391 Zuschauer wollten das prestigeträchtige Derby sehen. „Der Verband wollte es so. Wir hätten uns auch einen attraktiveren Spieltermin gewünscht“, antwortete 2. Vorsitzender Gerd Grümmer auf die Frage, warum denn nicht beispielsweise am Ostermontag gespielt wurde – allein schon, um der Live-Übertragung der Bundesliga am Sonnabend aus dem Weg zu gehen. Zumindest verstanden es die Hausherren, die letzten Treuen zusehends hinter sich zu bekommen. Nach einer halben Stunde gab es den ersten zarten Applaus. Als die Rasensportler zur zweiten Hälfte auf den Platz zurückkehrten, war dieser merklich lauter. Und mit zunehmender Spieldauer honorierte das nun begeisterte Publikum die aufopferungsvolle Leistung eines Teams, in dem Patrick Christophersen nicht vermisst wurde. Der bis dahin dienstälteste VfR-Kicker war knapp eine Woche zuvor nach seiner Nichtberücksichtigung für die Startelf gegen Cloppenburg (1:2) kommentarlos abgereist (wir berichteten). Als „grob unsportlich“ wertete Grümmer das Vorgehen des 25-Jährigen. Der Defensiv-Allrounder verlangt eine Vertragsauflösung. Dieses Spielchen wird der Verein nicht mitmachen. Vielmehr werde geprüft, ob gegen Christophersen rechtliche Schritte wegen Vertragsbruchs eingeleitet werden, so Grümmer.

Weitaus erfreulicher war da die Partie gegen Weiche. „Wir sind sehr froh über den Punkt, der uns gut tut“, atmete Trainer Uwe Erkenbrecher durch. Der 59-Jährige hatte sein Team im 4-4-2 auf den Platz geschickt, die Rechnung ging auf. Die „Veilchen“ verrieten keinen Schwachpunkt. „Es ist schön, mit ansehen zu können, dass sich jeder für den Verein den Hintern aufreißt“, registrierte Erkenbrecher ein Engagement, das zuletzt vonseiten der Öffentlichkeit dem einen oder anderen Akteur bereits abgesprochen worden war.

Es war am Sonnabend beim VfR nicht nur das Geschehen auf, sondern auch neben dem Platz von größtem Interesse. Mittelfeldmann Christian Rave wird zur neuen Saison zum SH-Liga-Meister VfB Lübeck wechseln. Er ist der erste Leistungsträger, der Rasensport in Kürze definitiv den Rücken kehren wird. Die Lila-Weißen beschäftigt aktuell auch eine Kontopfändung, angestrengt durch einen Nortorfer Gartenbauunternehmer. Der hatte im Januar einen Rechtsstreit mit dem Verein gewonnen. Doch bezahlt hat die mittlere vierstellige Summe bislang niemand. Grümmer („Plötzlich war unser Konto dicht.“) bezeichnete das Vorgehen als „juristischen Winkelzug“ und kündigte an, „auch dieses Problem lösen“ zu wollen. Dass beim kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg II (4. Mai) ein Gerichtsvollzieher auftauchen und die Tageseinnahmen konfiszieren könnte, verwies er ins Reich der Fabeln.

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