Fussball-Regionalliga Nord : VfR: Nun soll es Uwe Erkenbrecher richten

Blicken der Zusammenarbeit mit Freude entgegen: Siegfried Guder, Beisitzer im VfR-Vorstand, Vereinsboss Detlef Klusemann, der neue Trainer Uwe Erkenbrecher, der alte und neue Co-Trainer Carsten Pukaß sowie 2. VfR-Vorsitzender Gerd Grümmer (v. li.).
Blicken der Zusammenarbeit mit Freude entgegen: Siegfried Guder, Beisitzer im VfR-Vorstand, Vereinsboss Detlef Klusemann, der neue Trainer Uwe Erkenbrecher, der alte und neue Co-Trainer Carsten Pukaß sowie 2. VfR-Vorsitzender Gerd Grümmer (v. li.).

Neumünsters Fußball-Regionalligist geht mit einem Profitrainer in den Saisonendspurt.

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19. März 2014, 08:00 Uhr

Wenn auch bei den Fußballtrainern aller guten Dinge drei sind, dann kann dem Regionalligisten VfR Neumünster zumindest bis zum Sommer nichts mehr passieren. Denn mit Uwe Erkenbrecher sitzt jetzt der dritte Coach in dieser Saison bei Rasensport auf dem Chefsessel. Die Lila-Weißen stellten den 59-Jährigen gestern als neuen Übungsleiter vor. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf das Ende der laufenden Serie befristet. Der Fußballlehrer folgt auf Helmut Szpadzinski, der nach vier Spielen als Interimstrainer am Montagabend fristlos entlassen worden war (wir berichteten). Szpadzinski wiederum hatte erst vor gut sechs Wochen den langjährigen VfR-Coach Ervin Lamce beerbt.

„Wir sind total begeistert, einen solch renommierten Trainer bei uns begrüßen zu dürfen“, sagte 2. VfR-Vorsitzender Gerd Grümmer über den Mann, der zuletzt den estnischen Erstligisten Tammeka Tartu trainiert und den Club Ende 2013 zum Klassenerhalt geführt hatte (in Estland wird nach dem Kalenderjahr gespielt). Nach Courier-Informationen hatten sich Erkenbrecher, ein alter Bekannter des Rasensport-Vorstandsmitgliedes Siegfried Guder, und Verantwortliche der Lila-Weißen am Rande des VfR-Spiels beim Goslarer SC 08 (0:2) getroffen. „In intensiven Gesprächen“, wie Grümmer es formulierte, sei das Engagement Erkenbrechers am Sonntag nach der Partie gegen Werder Bremen II (0:1) und endgültig am Montag festgezurrt worden. Laut Grümmer geht der VfR mit der Verpflichtung des waschechten Profis kein finanzielles Risiko ein. „Was nicht passt, wird passend gemacht. Wir haben die Kosten umgeschaufelt“, betonte der 2. Vorsitzende. Soll heißen: Das mutmaßlich im mittleren vierstelligen Bereich liegende Gehalt des Fußballlehrers wird aus externen Mitteln bestritten. „Es bleibt alles im Rahmen. Der Verein wird dadurch nicht in Schieflage geraten“, versprach VfR-Boss Detlef Klusemann. Er nahm auch dazu Stellung, warum denn mit dem neuen Coach lediglich bis zum Saisonende ein Kontrakt geschlossen wurde. Immerhin ist eine Planungssicherheit über die Serie hinaus damit nicht gegeben. „Wir werden Erkenbrecher in unsere im Übrigen bereits aggressiv laufende Kaderplanung für 2014/15 mit einbeziehen, wollen dafür auch seine Kontakte nutzen“, erklärte Klusemann und ergänzte: „Der neue Trainer soll sich in den kommenden drei, vier Wochen erst mal einen Überblick verschaffen.“ Als Co-Trainer bleibt Carsten Pukaß erhalten. Der frühere VfR-Kapitän war nach dem Aus von Lamce als Assistent unter Szpadzinski eingesprungen. Apropos Lamce: Der Ex-Coach der Rasensportler hatte in seiner aktiven Zeit Mitte der 1990er-Jahre beim VfL 93 Hamburg in der damals drittklassigen Regionalliga Nord gespielt – unter Trainer Uwe Erkenbrecher! Als Ziel beim VfR rief der neue Coach den Klassenerhalt aus. „Und den wollen wir so schnell wie möglich erreichen“, sagte Erkenbrecher, der vom Verein ein Fahrzeug sowie eine Wohnung in Neumünster gestellt bekommt. Im taktischen Bereich wolle er an der Viererabwehrkette festhalten und im Offensivbereich flexibel agieren lassen. „Die Jungs sollen Bock auf Fußball und aufs Gewinnen haben“, erklärte er. Die Trainingsintensität mit einer Einheit pro Tag und einem freien Tag in der Woche wolle er beibehalten, „zumal das das Minimum ist“, wie Erkenbrecher meinte.

Die Trennung von Szpadzinski wurde gestern nur kurz thematisiert. 2. Vorsitzender Grümmer zählte als Gründe für die fristlose Kündigung auf: „Keine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Vorstand, keine Gesprächsbereitschaft und Beleidigung eines Vorstandsmitgliedes (3. Vorsitzender Jörg Zenker, Anm. d. Red.).“ Klusemann ergänzte: „Das Vertrauensverhältnis war erschüttert. Wir hatten keine andere Wahl, als die Zusammenarbeit zu beenden.“

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