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Fussball : VfR Neumünster bekennt: „Wir müssen uns schämen“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vereinsboss Detlef Klusemann findet nach dem Abbruch des Endspiels gegen den PSV klare Worte.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 18:00 Uhr

Neumünster | Sie sorgten lange Zeit für eine richtig gute Stimmung und am Ende für einen Abbruch des Finalspiels zwischen dem PSV und Rasensport. Wieder einmal fiel auf die Ultras des VfR Neumünster in der Holstenhalle kein gutes Licht. Trotz mehrfacher Aufforderung und zweimaliger Spielunterbrechung warfen sie fortwährend Papier, Plastikbecher und Plastikteile auf das Parkett der Holstenhalle. Schiedsrichter Hakan Yilmaz (FC Torpedo) blieb nichts anderes übrig, als das Finale eine Minute und vier Sekunden vor Schluss vorzeitig abzupfeifen. Dass Lila-Weiß sich in dieser Partie auch noch eine Rote Karte für Patrick Christophersen wegen Schiedsrichterbeleidigung abholte und alle Versuche des 2. VfR-Vorsitzenden Gerd Grümmer, die Anhänger zu beruhigen, fruchtlos im Sande verliefen, passte ins Bild. Überdies marschierte auch noch die Polizei in den Rasensport-Block, weil dort zwischenzeitlich eine Schlägerei entstanden war.

„Yilmaz hat mit dem Abbruch völlig richtig gehandelt“, urteilte Cheforganisator Volker Bernaschek. VfR-Boss Detlef Klusemann wollte nichts beschönigen. „Wir müssen uns schämen“, sagte er und sprach von einem „Imageschaden“ sowie einer „großen Enttäuschung“. Der Verein habe seine Anhänger oftmals durch Goodwill-Aktionen unterstützt, betonte der 49-Jährige. „Derlei Aktivitäten müssen wir nun auf den Prüfstand stellen, zumal unsere Leute mit dem Werfen der Gegenstände die Gesundheit der eigenen Spieler gefährdet haben“, meinte Klusemann und schrieb den Ultras ins Gebetbuch: „Zu einem guten Fan gehört Respekt für den Gewinner und auch die Veranstalter.“

„Einige von uns haben sich als schlechte Verlierer präsentiert“, räumte Daniel Dössel ein. Er war neben Daniel Jäger einer von zwei Fan-Beauftragten des VfR in der Holstenhalle (jeder der zwölf teilnehmenden Clubs hat dem Kreisfußballverband vor Turnierbeginn ein solches Duo zu benennen). Dössel selbst wurde von Organisator Bernaschek ins Kreuzfeuer genommen. Er und Jäger sollten sich hinterfragen, haben ihren Job offenbar nicht ernst genommen, so lautete der Vorwurf. „Unser Job als Fan-Beauftragter ist gar nicht richtig definiert. Auch gab es nie einen Kontakt zur Turnierleitung, weder vor dem ersten Anpfiff noch während der Spiele. Außerdem hast du als Einzelner in einer aufgeheizten Atmosphäre doch gar keine Chance, in irgendeiner Form etwas zu schlichten“, verteidigte Dössel sich.

Ansatzweise in die gleiche Kerbe schlug VfR-Vorsitzender Klusemann. „Meines Erachtens war das Sicherheitskonzept nicht durchdacht. Polizei und Security haben zu lange nur zugeschaut“, kritisierte er. Dies wiederum wertete Bernaschek als „Unsinn“. Der Turnierchef sagte: „Es ist nichts Dramatisches passiert. Wäre der Sicherheitsdienst rigoros eingeschritten, hätten wir damit doch nur provoziert. Da war es der deutlich bessere Weg, dass Gerd Grümmer als Vereinsvertreter des VfR im Block auftrat, was ich ihm hoch anrechne.“

Dass sich das alles so hoch schaukelte, lag gewiss auch an einem plötzlich zum Finale entstandenen Fan-Aufmarsch des PSV, in dem sich Gesichter aus der Neumünsteraner Fußballszene wiederfanden, die man nicht zwingend mit den „Polizisten“ in Verbindung bringen würde. Der direkt neben den VfR-Ultras platzierte Pulk grölte nicht nur die Grün-Weißen zum 4:0-Sieg, sondern auch die Anhänger der „Veilchen“ lautstärketechnisch in Grund und Boden. „Diese Leute haben unsere Fans provoziert. Doch müssen unsere Anhänger in solchen Momenten über den Dingen stehen“, hob VfR-Boss Klusemann noch einmal den mahnenden Zeigefinger.

Das Schlusswort in dieser Angelegenheit indes gehörte dem VfR-Fan-Beauftragten Dössel: „Dass es zu derlei Emotionen kam, zeigt doch nur, wie attraktiv unsere Hallen-Stadtmeisterschaft immer noch ist.“

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