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FUSSBALL-REGIONALLIGA NORD : VfR meldet sich mit toller Teamleistung zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rasensport sorgt mit einem 3:2 bei Werder Bremen II für eine große Überraschung. Ali Moslehe trifft in der 86. Minute zum Sieg.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 09:00 Uhr

Paukenschlag durch den VfR Neumünster: Schlusslicht Rasensport gewann völlig verdient beim bis dato stärksten Heimteam der Fußball-Regionalliga Nord, Werder Bremen II, mit 3:2 (2:1) und kletterte mit seinem zweiten Saisonsieg von Platz 18 auf Rang 17.

VfR-Trainer Ervin Lamce ließ nicht nur defensiver agieren als zuletzt (Rückkehr vom 4-1-4-1 zum 4-2-3-1), sondern änderte sein Team auf drei Positionen. Erwartungsgemäß wechselte er den Torhüter. Für den zuletzt unsicheren Hesse-Vertreter Jannis Gabrielides kam der junge Marc Aaron Kassler, der ebenso sein Saisondebüt gab wie Patrick Christophersen. Letzterer präsentierte sich von Achillessehneproblemen bestens erholt und bekleidete die zweite Sechserposition neben Kevin Schulz, zur Pause jedoch blieb Christophersen wegen eines Ziehens im Oberschenkel draußen. Ebenfalls neu in der Startelf: der kampfstarke Christian Rave auf der Zehn. Weichen mussten Kevin Ingreso und Ermir Zekjiri. Werders Coach Viktor Skripnik setzte auf ein 4-1-3-2 mit der Erstliga-Leihgabe Mateo Pavlovic in der Innenverteidigung.

Eine Viertelstunde lang passierte erst einmal nichts, dann wurde es spektakulär. Bremens Janek Sternberg beförderte einen Freistoß quasi von der Mittelfahne über Kassler hinweg zum 1:0 ins Tor (17.). Ein größerer Keeper hätte diesen Ball wohl gehalten, die Probleme der Rasensportler nach der Knieverletzung von Marcus Hesse fanden ungebremst ihre Fortsetzung. Lila-Weiß bewies aber Nehmerqualitäten, schlug sofort zurück. Den ersten „Riesen“ hatte der alleine auf Schlussmann Kevin Otremba zusteuernde Rave noch vergeben (18.), dann war es so weit: Aus kürzester Distanz köpfte Ali Moslehe eine scharfe Hereingabe von Finn Thomas unter den Querbalken – 1:1 (21.). Nur rund 60 Sekunden später erkannte Michél Harrer, dass Otremba zu weit vor der Kiste stand und versuchte es mit einem Fernschuss aus dem Mittelkreis. Eigentlich war Bremens Torhüter pünktlich zurück, doch rutschte ihm die Kugel wie ein glitschiges Stück Seife zum 1:2 durch die Handschuhe. Freiburgs Oliver Baumann im Europa League-Spiel gegen Liberec am Donnerstag zuvor ließ schön grüßen. In der Folge sorgten die Strafraumszenen für Trubel. Beinahe hätte Sternberg seinen Freistoßtreffer kopiert (25./Kassler parierte mit allergrößter Mühe), auf der anderen Seite vergab Rave auf Christophersen-Zuspiel nach einem weiteren Alleingang (26.), ferner stellten Harrer per Kopf (29.) und Moslehe per Fallrückzieher (34.) Otremba nicht wirklich vor Probleme.

Nach dem Wiederanpfiff stellte Rave unter Beweis, dass manchmal auch aller schlechten Dinge drei sind und scheiterte abermals nach einem Solo. Nach einem Befreiungsschlag des für Christophersen eingewechselten Jakob Olthoff traf Rave nur das Außennetz (46.). Was folgte, waren wütende Angriffe der Hausherren. Kassler sammelte Selbstvertrauen, als er gegen Marcel Hilßner (51., 56.) und den nach der Pause in den Angriff beorderten Pavlovic (57.) klärte. Die „Veilchen“ lieferten längst eine Abwehrschlacht und Konterfußball vom Allerfeinsten. Moslehe (64./knapp vorbei) und Yannik Jakubowski (78./Parade Otremba) scheiterten wie auf der Gegenseite Sternberg und dann Hilßner mit zwei vehementen Nachschüssen (jeweils 65.). Werders Druck wurde fortan immer größer, zum Ausgleich musste aber ein Elfmeter herhalten. In einem der zahllosen Getümmel war Bodo Bönigk das Leder an die Hand gesprungen, der Ex-St.-Paulianer Florian Bruns verwandelte zum 2:2 (81. ). Nun sprach alles für die Bremer, die allerdings die Rechnung ohne Moslehe gemacht hatten. Der Ex-Magdeburger spielte nach einem weiteren Olthoff-Befreiungsschlag mit den Hausherren Katz und Maus und traf zum 2:3 (86.). Selbst eine fünfeinhalbminütige Nachspielzeit überstand der VfR unbeschadet – ganz im Gegenteil zu Patrick Nagel. Der schied nach einem der zahlreichen Ellbogeneinsätze des Bremer Fehleinkaufs Pavlovic mit einer Platzwunde am Kopf aus. Unverständlich, warum Referee Stefan Brauer dem Kroaten nur die Gelbe Karte zeigte (90./+3).

Werder Bremen II – VfR 2:3 (1:2)

Werder Bremen II: Otremba - Rehfeldt, Pavlovic, Schoppenhauer, Obst - Bruns - Schwede (76. Breustedt), Grillitsch, Sternberg - Selke, O. Yildirim (46. Hilßner).

VfR Neumünster: Kassler - Jakubowski, Aust, Schäfke, Nagel - Christophersen (46. Olthoff), K. Schulz - Thomas (65. Bönigk), Rave, Moslehe - Harrer (79. M. Schultz).

Beste Spieler: Sternberg, Hilßner - Moslehe, Aust, K. Schulz. – SR: Brauer (Hildesheim). – Zuschauer: 190. – Tore: 1:0 Sternberg (17.), 1:1 Moslehe (21.), 1:2 Harrer (22.), 2:2 Bruns (81., HE), 2:3 Moslehe (86.). – Gelbe Karten: Schoppenhauer (63., Foulspiel), Pavlovic (90./+3, Foulspiel) - Harrer (31., Unsportlichkeit), Thomas (45., Foulspiel), Bönigk (90./+1, Foulspiel). – Spielwertung: gut, weil extrem spannend und dank vieler Torchancen unterhaltend. – Nächster VfR-Gegner: FC Eintracht Norderstedt (H/Sonntag, 15 Uhr).

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