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Fussball-Regionalliga Nord : VfR-Jubel auf der Lohmühle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Neumünsteraner setzen sich beim VfB Lübeck mit 2:1 durch. Harrer und Kramer treffen.

Es war zuletzt nicht leicht, ein Anhänger des VfR zu sein. Doch gestern Abend landete Neumünsters Fußball-Regionalligist einen Husarenstreich. Vor 1838 Zuschauern gewann Rasensport das prestigeträchtige Landesderby beim VfB Lübeck mit 2:1 (0:0) und verließ damit vorerst wieder die Abstiegsränge.

Beim VfB gab es gegenüber dem 1:1 bei Hannover 96 II nur eine Änderung: Trainer Denny Skwierczynski tauschte André Ladendorf gegen Nils Lange. VfR-Coach Uwe Erkenbrecher musste zwei Säulen ersetzen: Bei Kapitän Patrick Nagel hatte sich eine alte Sprunggelenksverletzung zurückgemeldet. Zumindest nahm er auf der Bank Platz und wurde in der Schlussviertelstunde eingewechselt. Der vor der Abwehr als Stabilisator geltende Siim Tenno musste gelbgesperrt passen. Die freien Plätze in der Startelf nahmen der wieder genesene Christopher Kramer sowie Felix Schlagelambers ein. Ferner erhielt der Ex-Lübecker Ermir Zekjiri den Vorzug vor Abdel Abou-Khalil.

Die Lübecker setzten gleich ein Zeichen, als Marcello Meyer einen 24-Meter-Freistoß an den Pfosten zirkelte – Gästeschlussmann Ole Springer war noch mit den Fingerspitzen dran (7.). Noch in derselben Minute schenkte Nils Winter den Hausherren eine Großchance, als er den Ball zu Springer durchlaufen lassen wollte. André Senger erkannte die Gelegenheit, beförderte die Kugel aber mit der Fußspitze um Zentimeter am VfR-Gehäuse vorbei. In der 23. Minute rückte erneut Senger in den Fokus, als seine Hereingabe in den Gästestrafraum für große Gefahr sorgte. Der darauf folgende „Kopfballwischer“ von Sven Theißen segelte jedoch an Freund und Feind vorbei ins Toraus. Rasensport, das anfangs zwei eher zarte Versuche von Michél Harrer per Kopf auf Zekjiri-Flanke (10.) und Kevin Ingreso nach Kombination mit Harrer (11.) verzeichnete, wurde nach gut einer halben Stunde von Lübecks Keeper Jonas Toboll eingeladen. Dessen Schlag nach vorne landete direkt bei Harrer, der aus dem Mittelkreis heraus den Ball in Richtung VfB-Tor jagte, doch Toboll konnte das Leder im Rückwärtslaufen aufnehmen und seinen Fehler somit wettmachen. Die Einheimischen waren vor dem Wechsel das bessere Team, auch hatten die Skwierczynski-Schützlinge die besseren Möglichkeiten auf ihren Stiefeln. So scheiterte abermals der von Stefan Richter bediente Senger, der frei vor Springer verstolperte (37.). Das hätte sich um ein Haar gerächt, aber nach einem Solo scheiterte Kramer auf der Gegenseite an Toboll (39.).

Hatte der VfR bereits vor der Pause diszipliniert verteidigt, ging das nach dem Wiederanpfiff in diesem Stil weiter. Die Marschroute Erkenbrechers, kompakt zu stehen, wurde über weite Strecken umgesetzt. Und so hatte der VfB zu Beginn der zweiten Hälfte auch nur drei „halbe“ Chancen: Senger aus spitzem Winkel nach einem Solo (48.) und Theißen aus 22 Metern (56.) stellten Springer vor keine Probleme, der eingewechselte Arnold Suew verfehlte die Kiste der Lila-Weißen per 20-Meter-Schuss knapp (61./drüber). Von den Gästen kam in dieser Phase nichts, umso überraschender fiel das erste Tor des Abends: Kramer flankte auf den zweiten Pfosten, wo Harrer zu einem Kopfball in Hüfthöhe gegen die Laufrichtung Tobolls ansetzte und zum 0:1 ins lange Eck traf (72.). Nur 180 Sekunden später hätten die „Veilchen“ erhöhen können, doch nach einem Zekjiri-Zuspiel zielte Kramer etwas zu hoch (75.). Lübeck blieb also im Spiel – und glich prompt aus. Hatte Springer gegen den gerade erst eingewechselten Henrik Sirmais noch pariert, war er beim Nachschuss von Richter machtlos (1:1/80.). Der Ernüchterung im Gästelager sollte ein großer Jubel folgen. Denn statt des nun zu erwartenden Siegtreffers für die Hausherren landete der VfR den „Lucky Punch“ auf der Lohmühle: Kramer vollendete in Klassemanier und aus kurzer Distanz eine Linksflanke von Nagel zum 2:1 für Rasensport (88.). Beinahe hätte Lübeck abermals ausgeglichen. Doch erst nutzte Sirmais einen Springer-Fehler nicht (90./+2), dann verfehlte Dennis Wehrendt das Gästetor aus spitzem Winkel (90./+3).

VfB Lübeck – VfR 1:2 (0:0)

 


VfB Lübeck: Toboll - Nogovic (78. Sirmais), Wehrendt, Marheineke, Steinfeldt - Theißen (82. Ladendorf) - Senger, Meyer, Lange (46. Suew), Thomas - Richter.

VfR Neumünster: Springer - Winter, Schäfke, Olthoff (85. Gavric), Durak - Schlagelambers (46. Laabus), Pino Tellez - Kramer, Ingreso, Zekjiri - Harrer (76. Nagel).

Beste Spieler: Theißen, Meyer - Pino Tellez, Kramer, Olthoff. – SR: Dittrich (Bremen). – Zuschauer: 1838. – Tore: 0:1 Harrer (72.), 1:1 Richter (80.), 1:2 Kramer (88.). – Gelbe Karten: Lange (35., Foulspiel/4.), Meyer (89., Unsportlichkeit/4.) - Winter (22., Foulspiel/3.), Durak (70., Foulspiel/2.), Kramer (82., Unsportlichkeit/4.). – Spielwertung: befriedigend. – Nächster VfR-Gegner: Goslarer SC 08 (H/Sonntag, 16. November, 14 Uhr).

 

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erstellt am 08.Nov.2014 | 10:00 Uhr

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