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Fussball-Regionalliga Nord : VfR im Derby nur Außenseiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit dem ETSV Weiche Flensburg gastiert heute der Tabellensechste und ein Angstgegner zugleich an der Neumünsteraner Geerdtsstraße.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Als der VfR Neumünster am 2. September 2007 in der alten Fußball-Verbandsliga (heute Schleswig-Holstein-Liga) erstmals auf den ETSV Weiche traf und die Flensburger mit 7:0 vom Platz fegte, da hatte man fast den Eindruck, die ehrfürchtigen Gäste seien nur zum Autogrammesammeln an die Geerdtsstraße gekommen. Mittlerweile hat sich die Ausgangslage vor einem Duell dieser beiden Clubs völlig geändert. Denn gerade mal sechseinhalb Jahre später geht der ETSV Weiche als klarer Favorit in das Landesduell, das heute um 15 Uhr im VfR-Stadion angepfiffen wird.

Es ist beileibe nicht nur die Papierform, die für die Flensburger spricht. Die „Eisenbahner“ (28 Spiele/45 Punkte/44:36) gastieren als Tabellensechster bei den Lila-Weißen (28/26/28:48), die zum einen nur auf dem drittletzten Platz zu finden sind und mit sieben Niederlagen in Folge gerade eine in der Nachkriegsgeschichte noch nie da gewesene Pleitenserie hingelegt haben. Angesichts der nächsten drei Gegner – Weiche, Meppen und Wolfsburg II – ist zu befürchten, dass dieser Negativlauf sogar noch völlig ungeahnte Dimensionen annehmen wird. Die Flensburger kennen derlei Sorgen nicht. Eine strukturierte Vereinspolitik, Spielertransfers mit Sinn und Verstand, diverse bereits verlängerte Verträge, Kontinuität auf dem Trainerposten (Daniel Jurgeleit), konkrete Stadionpläne und eine zweite Mannschaft, die als souveräner Spitzenreiter der Verbandsliga Nord-West dicht vor dem Aufstieg in die SH-Liga steht: Alles das unterscheidet den ETSV Weiche vom VfR. Dazu passend richtete gestern Rasensport-Coach Uwe Erkenbrecher geradezu vernichtend über seinen neuen Verein: „Bei uns herrscht in allen Bereichen ein Minimalmaß an Professionalität. So kannst du in der Regionalliga nicht überleben.“ Und nicht zu vergessen: Die Flensburger zählen zu den Angstgegnern der Rasensportler, die mittlerweile seit sieben Derbys auf einen Sieg gegen den nördlichsten aller deutschen Regionalligisten warten (zwei Unentschieden, fünf Niederlagen).

„Die Flensburger sind eine homogene Truppe. Von einer solchen Homogenität sind wir weit entfernt“, spricht Erkenbrecher noch einmal Klartext. „Die Rollen vor dem Spiel sind klar verteilt“, meint der 59-Jährige. Aufseiten der Gäste, bei denen heute lediglich der Defensivstratege Christoph Dammann wegen eines Kreuzbandrisses fehlen wird, ist man sich der Art der Aufgabe in Neumünster bewusst. „Für uns wird das eine wesentlich schwierigere Partie als zuletzt die beim HSV II (0:0, Anm. d. Red.). Wir müssen unsere Spieler bei der Ehre packen und über den Kampf ins Derby finden“, weiß Weiches Co-Trainer Marc Peetz. Zwecks zielorientierter Vorbereitung wird sein Team vor der heutigen Abfahrt noch am Vormittag eine Trainingseinheit in Flensburg absolvieren. An der Schwale hat man indes die Hoffnung auf bessere Zeiten noch nicht aufgegeben, zumal der 16. Tabellenplatz wohl zum Klassenerhalt reichen wird. „Durch Unzulänglichkeiten und individuelle Fehler sind wir zuletzt immer wieder in Rückstand geraten. Das hatte ja mit Taktik nichts zu tun. Außerdem arbeitet meine Mannschaft im Training gut“, hat VfR-Coach Erkenbrecher noch ein Lob parat.

Info am Rande: Mit Erkenbrechers Vorgänger Helmut Szpadzinski hat sich der VfR außergerichtlich geeinigt. „Meine fristlose Kündigung wurde aufgehoben“, erklärte jetzt der 44-Jährige, der zudem eine Abfindung erhalten wird. Szpadzinski schaut sich aktuell auf dem Markt um. „Ich habe Bock auf Fußball, bin für eine Menge Dinge offen. So kann ich mir beispielsweise vorstellen, künftig wieder im Jugendleistungsbereich zu arbeiten“, verriet der Ex-Coach der Lila-Weißen, der einst in der Talentschmiede von Holstein Kiel sogar Bundesligaluft geschnuppert hatte.

VfR Neumünster: Kassler - Thomas, Jakubowski, Bönigk, Durak - Rave, K. Schulz - M. Schultz, Schlagelambers, Michalowski - Kramer. – Auf der Bank: Gabrielides - Ju, Grothe, Kuscu, Zschimmer. – Es fehlen: Aust (Knie-OP), Harrer (langzeitverletzt), Hesse, Nagel (beide Trainingsrückstand), Ingreso, Zekjiri (beide Gelbsperre), Olthoff (Oberschenkelverletzung). – SR: Müller (Eutin). – Hinspiel: VfR verlor mit 0:2 (Tore: Wulff/2). – Courier-Tipp: VfR unterliegt erneut mit 0:2. – Ferner spielen: heute, 14 Uhr: SV Eichede – Werder Bremen II (Hinspiel 2:3).

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