zur Navigation springen

Fussball : Verbandsliga spielt ohne Einfeld weiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach der Reserve zieht der TSE nun auch noch seine erste Mannschaft zurück.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Der Fußball-GAU in Einfeld ist perfekt. Der TSE meldete gestern – nur rund fünf Monate nach der Reserve (Kreisliga) – auch seine erste Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Nach dem TuS Krempe verliert die Verbandsliga Süd-West also bereits ihr zweites Mitglied während der laufenden Saison 2013/14. Die Verantwortlichen am Roschdohler Weg reagierten damit auf einen weiteren personellen Aderlass, der die Schwarz-Weißen erst vor wenigen Tagen getroffen hatte, als sich weitere sechs Spieler aus dem ohnehin völlig ausgedünnten Kader verabschiedeten.

„Die Zeit, in der beim TS Einfeld die Probleme nach hinten verschoben werden, ist vorbei“, sagte der scheidende 2. Vorsitzende des Clubs, Carsten Kaikowski. „Es hätte keinen Sinn gemacht, unsere erste Mannschaft mit Kickern aus der dritten und vierten aufzufüllen. Denn dies sind zwei intakte Teams, in die wir mit einem von Vorstandsseite aus angeordneten Auffüllen der Ligamannschaften nur Unruhe hineingetragen hätten“, betonte er und antwortete damit auf die Forderung des – nun ehemaligen – Einfelder Ligatrainers Hans-Jürgen Neelsen. Letzterer hatte ein Machtwort des Vorstandes verlangt; dahingehend, dass die in der A-Klasse angesiedelte „Dritte“ und „Vierte“ des TSE Fußballer an die „Erste“ abgeben sollen. „Und das hätte auch funktioniert. Denn beide Mannschaften haben einen Kader mit jeweils fast 30 Leuten. Drei Mann pro Team hätten bereits gereicht, dann hätten wir die Verbandsligasaison sauber zu Ende spielen können“, sagte Neelsen, der nach eigenem Bekunden vom Vorstandsbeschluss total enttäuscht sei, „auch wenn ich ihn natürlich akzeptieren muss“. Er wolle dem Vorstand gar keinen Vorwurf machen, nur hätte er sich in den zurückliegenden harten Wochen vom so genannten Umfeld der Fußballsparte des TSE mal Unterstützung gewünscht, so Neelsen.

Für den Coach und Ur-Einfelder zugleich ist der Sachverhalt ein richtiger Tiefschlag. Schließlich hatte Neelsen bereits im vergangenen August als Trainer der Reserve sein Team verloren, weil es angesichts der dünnen Personaldecke keinen Sinn mehr gemacht hatte, den TSE II am Leben zu erhalten, ehe Neelsen wenige Wochen später den zurückgetretenen Frank Willers als Übungsleiter des Ligateams beerbte. „Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, im August 2013 die erste Mannschaft abzumelden und mit der Reserve in der Kreisliga weiterzuspielen“, erklärte er mit dem Wissen von heute. So ganz neu ist die Situation für Neelsen nicht. Der frühere Torwart erinnerte sich: „Vor über 20 Jahren war die Lage in Einfeld ähnlich. Seinerzeit halfen dann aber die zweite und dritte Mannschaft bei der ersten aus.“

An Gewesenes will man in Einfeld fortan nicht mehr denken. „Denn jedes Ende ist auch ein Neuanfang“, sagte Kaikowski, der im Übrigen mit dem Team des TSE-Gesamtvorstandes und dem Einfelder Fußballvorstand die Abmeldung des Verbandsligateams beschloss. In der kommenden Saison wird Einfelds jetzige „Vierte“ die Ligamannschaft sein, die „Dritte“ wird zur „Zweiten“. Beide müssen in der A-Klasse antreten, da der TSE auf Grund des Rückzugs der „Zweiten“ zu Beginn der Serie 2013/14 kein Spielrecht mehr für die Kreisliga besitzt. Erfreulich: Der zuletzt führungslose Fußballvorstand des Clubs hat wieder einen Kopf. Das 60-jährige Einfelder Urgestein Ulrich Brandt wird ab sofort als Sportlicher Leiter (Fußballobmann) das Gremium und somit die Geschicke der Sparte leiten – eine Sparte, die laut Kaikowski immer noch lebendig sei. „Denn schließlich haben wir noch zwei Männermannschaften, ein Frauen- und ein ,Uhu’-Altligateam. Hinzu kommen acht eigene Jugendmannschaften ohne jegliche SG-Anbindung“, hielt der 2. Vorsitzende klipp und klar fest. Und was wird aus den Spielern der bisherigen Ligamannschaft? „Einige werden wohl bleiben, andere wohl gehen“, zuckte (Ex-)Trainer Neelsen mit den Schultern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen