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Fussball-Regionalliga Nord : „Veilchen“ treten beim Angstgegner an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In acht Duellen gab es für den VfR Neumünster bisher noch keinen Sieg gegen den morgigen Kontrahenten BV Cloppenburg. Für Rasensport-Trainer Ervin Lamce ist das aber Vergangenheit.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Es ist eigentlich keine Bilanz, die Angst und Schrecken verbreitet: Der BV Cloppenburg (18:25 Tore) steht derzeit auf dem 15. Rang in der Fußball-Regionalliga Nord. Nach elf Spielen hat der morgige Gegner des VfR Neumünster (12:22) nur zehn Zähler auf der Habenseite – zwei weniger als Rasensport. Und doch sind die Niedersachsen so etwas wie ein Angstgegner der „Veilchen“. In acht Punktspiel-Duellen gelang den Lila-Weißen, derzeit auf Platz 13, noch kein Sieg (zwei Unentschieden und sechs Niederlagen bei 3:13 Toren). Anstoß im Stadion an der Friesoyter Straße in Cloppenburg ist am Sonntag um 15 Uhr.

Die bisher so magere Bilanz gegen den BVC lässt VfR-Trainer Ervin Lamce kalt. „Solche Statistiken sind Schall und Rauch. Die gehören der Vergangenheit an. Wir fokussieren uns auf das was kommt, nicht auf das was gewesen ist“, betont der 41-Jährige, dem wieder mehr Personal als noch in der Vorwoche beim Heimspiel gegen den BSV Schwarz-Weiß Rehden zur Verfügung steht. Neben Kevin Schulz, der seine Gelbsperre verbüßt hat, dürften auch die zuletzt angeschlagenen Patrick Nagel und Christian Rave wieder im Kader stehen. Auch Jakob Olthoff, der gegen Rehden mit Schmerzen im Rücken ausgewechselt werden musste, absolvierte das normale Trainingsprogramm. Zu früh für einen Einsatz ist es wohl für Patrick Christophersen, der sich neben Oberschenkelproblemen unter der Woche zusätzlich mit einer Erkältung herumplagte. Fehlen wird definitiv der weiterhin rotgesperrte Ali Moslehe, der erst wieder gegen den VfL Wolfsburg II (Sonntag, 3. November) mitwirken darf. Der Ärger über den spät kassierten Ausgleichstreffer beim 1:1 gegen Rehden ist beim VfR verflogen. „Das ist Fußball, das kann passieren“, betont Lamce. Zudem nütze es rein gar nichts, den zwei liegengelassenen Punkten nachzutrauern, der Blick müsse nach vorne gerichtet werden.

Recht froh dürfte man in Reihen der Lila-Weißen darüber sein, das Goalgetter Rogier Krohne nicht mehr für den BVC spielt. In der Vorsaison markierte der Angreifer, der nun für den Drittligisten Preußen Münster aktiv ist, beide Treffer beim 2:1-Erfolg der Cloppenburger in Neumünster. Dafür sicherten sich die Niedersachsen die Dienste von Andreas Gerdes-Wurpts, der in dieser Spielzeit bereits viermal erfolgreich war. Auch Gerdes-Wurpts kennt sich mit Doppelpacks gegen den VfR aus, sorgte er doch im Mai dieses Jahres mit zwei Toren vor der Pause für eine Vorentscheidung, als er mit seinem damaligen Arbeitgeber SV Meppen an der Geerdtsstraße mit 3:1 gewann. Zudem haben die Cloppenburger mit Tim Wernke seit der vergangenen Woche wieder eine Option mehr in der Offensive. Der Stürmer, der mehrere Wochen auf Grund einer Schulterverletzung fehlte, traf beim ersten BVC-Heimsieg der Saison gegen den TSV Havelse (5:1) bei seinem Comeback gleich doppelt. Doch das Augenmerk der „Veilchen“ liegt ohnehin auf dem Gegner als Ganzes. „Es wäre fahrlässig, sich nur auf einen oder zwei Spieler zu konzentrieren“, stellt Lamce klar.

In dasselbe Horn stößt Cloppenburgs Co-Trainer Mario Neumann: „Wir wären schlecht beraten, wenn wir uns darauf verlassen, dass Einzelkönner die Partie entscheiden.“ Gegen Havelse habe sich das von ihm und Chefcoach Jörg-Uwe Klütz trainierte Team endlich einmal konsequent im Abschluss gezeigt und für eine ansprechende Leistung auch belohnt. Ohnehin scheint die Tendenz beim BVC – mit der Ausnahme am zehnten Spieltag bei der 0:3-Auswärtspleite gegen Werder Bremen II – positiv zu sein. Ausgangspunkt für die nach dem schlechten Saisonstart dringend benötigte Trendwende war der 1:0-Sieg am achten Spieltag beim ETSV Weiche. „Da sind uns 1000 Pflastersteine von den Herzen gepurzelt“, blickt Neumann erfreut zurück, warnt zugleich aber auch vor dem VfR. „Bei Neumünster sieht man eindeutig eine gute Entwicklung nach dem Umbruch. Die Auswärtssiege bei Werder Bremen II oder bei Hannover 96 II haben gezeigt, was für eine Qualität in der Mannschaft steckt“, lobt Neumann die Lamce-Elf.

Die wird morgen übrigens zum zweiten Mal in dieser Saison von Schiedsrichter André Schönheit (Lüneburg) gepfiffen. Ein schlechtes Omen: Schönheit leitete die Heimpartie des VfR am 18. August gegen den Hamburger SV II – Endstand 1:3. Das jedoch ist auch bloß eine Statistik. Das ist Vergangenheit. Das ist Schall und Rauch.

VfR Neumünster: Kassler - Jakubowski, Aust, Schäfke, Nagel - Olthoff, Ingreso - Thomas, Zekjiri, Kramer - Harrer. – Auf der Bank: Gabrielides - Bönigk, Durak, Michalowski, Schlagelambers, M. Schultz, Zschimmer. – Es fehlen: Ju, Streubier (beide nicht im Kader), Christophersen (Oberschenkelprobleme/Erkältung), Hesse (im Aufbautraining), Moslehe (Rotsperre).

SR: Schönheit (Lüneburg). – Duelle 2012/13: Zwei Niederlagen für den VfR – daheim 1:2, auswärts 1:3. – Courier-Tipp: 2:2.

Außerdem spielen (in Klammern Courier-Tipps): heute, 13.30 Uhr: SC Victoria Hamburg – Hannover 96 II (1:2); heute, 14 Uhr: ETSV Weiche – Hamburger SV II (3:1); morgen, 14 Uhr: Werder Bremen II – SV Wilhelmshaven (2:0), TSV Havelse – VfL Wolfsburg II (0:4); morgen, 15 Uhr: VfB Oldenburg – FC St. Pauli II (1:1), SV Eichede – FC Eintracht Norderstedt (2:2).

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