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Handball-Oberliga HH/SH Männer : Unfassbarer Krimi in der KSV-Halle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die SG Wift schafft durch ein 28:27 über die SG Hamburg-Nord den Klassenerhalt. Ein Remis hätte für die „Bären“ nicht gereicht.

Jubel, Trubel, Heiterkeit. Freude und Emotionen pur, knisternde Spannung, wahnsinnige Dramatik, Haareraufen, Zittern und Bangen: Für die Beschreibung der Emotionen während und nach dem letzten Saisonspiel der SG Wittorf/FTN gegen die SG Hamburg-Nord in der Männerhandball-Oberliga fallen einem viele Beschreibungen ein, die mutmaßlich kein Dramaturg dieser Welt besser hätte vereinen können. Denn am Ende war es ein einziger Treffer, der den ohnehin hochspannenden Abstiegskampf zu Gunsten der Blau-Weißen entschied und den Abstieg der Gäste besiegelte, da die HSG Hohn/Elsdorf das kleine Wunder schaffte, den HSV II mit 31:28 bezwang und Hamburg-Nord somit auf den vermaledeiten drittletzten Platz verdrängte. Wift wiederum bezwang Hamburg-Nord mit 28:27 (14:15) und sicherte sich damit ein neuntes Jahr Zugehörigkeit zur Vierten Liga.

Lars Bente erzielte den entscheidenden Treffer zum 28:27-Endstand, als die Hallenuhr erst gespielte 57:25 Minuten anzeigte. War die Partie mit wechselnden Führungen und vielen Ausgleichstreffern bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon nervenaufreibend genug, war das nun Folgende kaum noch auszuhalten. Thorben Plöhn vergab bei der Zeit von 58:46 Minuten zum Entsetzten aller, die es am Sonnabend mit der SG Wift hielten, die Chance auf eine Zwei-Tore-Führung und die mögliche Entscheidung zugleich. Tim Rostock blockte anschließend den vermeintlich letzten Angriff der Gäste ab. Letzter Angriff? Mitnichten. Wifts Keeper Marco Göttsche entschärfte den nächsten Versuch – und doch war es immer noch nicht vorbei. Hamburg-Nord nahm 29 Sekunden vor Schluss eine Auszeit. Doch auch der nächste Angriff der Gäste verpuffte. Die Abwehr der Einheimischen gab wirklich alles, war auf den Punkt fit. Die 450 Zuschauer überschlugen sich indes mit ihren Anfeuerungen, die Halle explodierte förmlich, der Lärm war unbeschreiblich. Wieder blieb der Ball an der Wift-Abwehr hängen, wieder gab es einen neuen Versuch der Hamburger. Auf der Hallenuhr wurden nur noch vier Sekunden Restspielzeit angezeigt, als die Unparteiischen den Krimi erneut unterbrachen und die Wischerinnen auf das Feld beorderten. Auf der Anzeigentafel leuchtete derweil das 28:27 bei nur noch zwei Sekunden Spielzeit. Die Schiedsrichter gaben jedoch zwei Sekunden dazu, da die Uhr nicht sofort bei der Unterbrechung gestoppt worden war. Hamburg-Nord setzte noch einmal an, allerdings um zwei Zentimeter zu hoch. Denn der Ball ging genau auf die Latte, ganz knapp über dem Bereich, den Göttsche wohl nicht hätte erreichen können. Der daraufhin ausbrechende Jubel erreichte fast schon die Schmerzgrenze für alle Ohren – der Klassenerhalt für die SG Wift war gesichert. Was die Hausherren auf dem Feld nicht wussten: Hohn/Elsdorf hatte ein 31:28 gegen die HSV-Reserve eingetütet. Bereits bei einem Unentschieden gegen die SG Hamburg-Nord wäre die SG Wift auf Grund der engen Tabellensituation und des direkten Vergleichs in die SH-Liga abgestürzt. Stattdessen finden sich nun die Gäste in der Hamburg-Liga wieder.

„Das war nichts für meine Nerven. Ich bin durch“, verriet Wittorfs Trainer Peter Bente. „Am Ende haben wir auch heute wieder mit Dusel gewonnen. Das hätte ja auch genau andersherum ausgehen können, so eng wie es war. Zum Glück haben wir diesmal das eine entscheidende Tor herausholen können. Während der Saison ist uns dies ja oftmals nicht gelungen“, analysierte Peter Bentes Wift-Trainerkollege Peter Schäfke, während die Mannschaft von den Zuschauern frenetisch gefeiert wurde.

Mit 20:32 Punkten beendet Wift die Saison auf Rang 9, blieb damit – Happyend hin oder her – weit hinter den Erwartungen aller zurück. Mit wem und wie es in der kommenden Saison weitergehen wird, steht nach Aussage von Ligaobmann Torsten Behrend noch nicht fest. „Wir haben schon diverse Gespräche geführt, aber auf Grund dessen, dass bis zuletzt ungewiss war, in welcher Liga wir uns wiederfinden, ist noch nichts sicher. Nun werden wir uns mit der konkreten Planung für die neue Serie beschäftigen“, erklärte Behrend.

SG Wittorf/FTN (Tore in Klammern): Hoffmann, Göttsche - Schmidtke (2), Kretschmer, Steffen (1), Lehmann (2), Rahn, Petersen, Plöhn (5), Schmitt, Plähn (7/davon 5 Siebenmeter), Rostock (2), Bente (9).

Schiedsrichter: Sötje/Sötje (HSG Horst/Kiebitzreihe). – Zuschauer: 450.

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