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Fussball-Kreisliga Neumünster : Tumultartige Szenen in Husberg

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Handfeste Auseinandersetzung zieht drei Platzverweise nach sich. Spitzenreiter FC Torpedo landet den achten Sieg in Folge. VfR II ist nun schon Fünfter.

Die Erfolgsserie des FC Torpedo 76 hält an. Die „Taubenträger“ feierten am zwölften Spieltag der Fußball-Kreisliga mit einem 5:1 gegen den TSV Gadeland II ihren achten Sieg hintereinander und eroberten damit die Tabellenführung vom spielfreien SV Tungendorf zurück. Auch der SV Boostedt (5:1 beim TSV Aukrug) und die SG Padenstedt (1:0 gegen den PSV II) halten dank ihrer Siege Schritt. Hinter dem Spitzenquartett schob sich der VfR II mit einem 9:0-Kantersieg gegen den Ruthenberger SV auf Platz 5 vor. Weiterhin sieglos bleibt der TuS Nortorf II, der im Kellerduell mit dem Schlusslicht SV Wasbek nicht über ein 1:1 hinauskam. Bemerkenswert: Es gab insgesamt stolze sieben Platzverweise, davon alleine vier beim Spiel Husberg gegen Türkspor (1:4).

SV Bönebüttel-Husberg – Türkspor 1:4 (1:0)

SV Bönebüttel-Husberg: Schmidt - Heinrich, Jeske, Siedler, Marquart (81. Luth), Buhrmester (76. Dena), Fürst, Stoffers (73. F. Witt), Yasin Tas, Velovic, von Ahrentschildt.

Neumünster Türkspor: Ceylan - Celik (76. Yurtseven), K. Aktas, Güngörenler, Erkam Simsek (46. Kan), Yavuz Tas, G. Aktas, Korkmaz, Keser, Akyel (57. Kuscu).

SR: Z. Kurtoglu (Wittorf). – Zuschauer: 72. – Tore: 1:0 Velovic (24.), 1:1 Yagmur (62.), 1:2 Yagmur (63., Handelfmeter), 1:3 Kuscu (70.), 1:4 Heinrich (76., Eigentor). – Gelb-Rote Karte: Jeske (Husberg/73., Unsportlichkeit). – Rote Karten: Luth (89., Tätlichkeit), von Ahrentschildt (89., versuchte Tätlichkeit) - Yurtseven (89. Tätlichkeit).

Nach allen Regeln der Kunst bestrafte Türkspor die Nachlässigkeiten des SV Husberg im Abschluss. „Bö-Hu“-Trainer Andreas Evers war dementsprechend bedient: „Wir sind kläglich an unserem Unvermögen vor dem gegnerischen Tor gescheitert. Wir hatten fünf 100-prozentige Möglichkeiten, um das 2:0 zu erzielen.“ Aus dem Spiel heraus lief bei den Gästen eigentlich nicht viel. Deshalb mussten zwei Freistoßtore von Mesut Yagmur (62.) und Fatih Kuscu (70.), ein Handelfmeter (ebenfalls von Yagmur verwandelt, 63.) sowie ein Eigentor von Dominik Heinrich (76.) für den Erfolg herhalten. Turbulent wurde es in der 89. Minute, die Evers wie folgt schilderte: „Mein Spieler Tristan Luth wurde von Fatih Yurtseven zu Boden gerissen und drei Mal geschlagen. Als Luth ihn zur Selbstverteidigung wegstieß, wurde dies vom Schiedsrichter als Tätlichkeit gewertet, und es kam zu einem Gemenge. Als dabei Jan-Mathis von Ahrentschildt zu Boden gestoßen wurde, soll er laut Schiedsrichter im Fallen versucht haben, zu treten.“ Weil der Schubsende für Referee Zafer Kurtoglu (Wittorf) nicht auszumachen war, kam dieser glimpflich davon. Alle anderen sahen für ihr Handeln glatt Rot.


FC Torpedo 76 – Gadeland II 5:1 (2:1)

FC Torpedo 76: Diehlmann - Harder, Fund, Hein, Knoche, Gülbay (72. Berisha), Borgert (64. Uzun), Karatas, Eggers (68. Reichelt), Juckel, Gläske.

TSV Gadeland II: Macher - Slotosz (72. Wegener), Gräfe (80. C. Lemke), Scholz, Hinrichsen, Hamann, Kullick, Begas, Schulz, Schlüter, Zibell (63. Lenz).

SR: Ehlers (Boostedt). – Zuschauer: 40. – Tore: 1:0 Gülbay (11.), 1:1 Hein (14., Eigentor), 2:1 Borgert (24.), 3:1 Gülbay (53.), 4:1 Uzun (70.), 5:1 Uzun (84.). – Bes. Vork.: Macher (Gadeland II) pariert Foulelfmeter von Eggers (2.).

So klar und einfach, wie es das Endergebnis vermuten ließe, war der Weg zum erneuten Dasein als Ligaprimus für Torpedo nicht. „Ich hätte während des Spiels nicht gedacht, dass es so deutlich werden würde. Gadeland II war in einer guten und offenen Partie der erwartet starke Gegner und hatte einige gute Chancen“, meinte Torpedo-Coach Thomas Michalowski. Doch weil Torpedo, angeführt von dem bärenstarken Enes Gülbay, im Stile einer Spitzenmannschaft seine Gelegenheiten nutzte – der verschossene Foulelfmeter von Daniel Eggers sei hier einmal ausgenommen (2.) – und die „Kleeblatt“-Reserve im zweiten Durchgang den Faden verlor, sprang noch ein Kantersieg heraus.

SV Bokhorst – SC Gut Heil 3:4 (3:2)

SV Bokhorst: Schnoor - Gressmann, Stange, Blöcker, Danker, Ryll, Schliebitz (83. Steinkamp), Quatfasel, Ingwersen, Schmohl (41. Thiesfeld), Möbius.

SC Gut Heil: Reimer - Rüschmann, Matthes, Ergel (83. Grund), Babiak, G. Xhemajli, S. Bara, Hansen, Hyseni, Szyszkowski, A. Xhemajli.

SR: Brauer (Boostedt). – Zuschauer: 50. – Tore: 1:0 Quatfasel (10.), 2:0 Schmohl (20.), 2:1 Hyseni (38.), 3:1 Möbius (43.), 3:2 Babiak (44.), 3:3 G. Xhemajli (82.), 3:4 Hyseni (86.).

Bokhorsts Obmann Andreas Delfs war ob des verspielten 3:1-Vorsprungs ziemlich angefressen: „Wir haben das Spiel nach dem 3:1 aus der Hand gegeben und uns hinten reindrängen lassen. So darf man zu Hause nicht auftreten.“ Ansonsten war Bokhorst in der ersten Halbzeit das bessere Team, leistete sich aber zwei Abwehrfehler, die zu den Gegentoren führten. Nach der Pause stürmte dann fast ausschließlich Gut Heil und kam in der Schlussphase noch zu den siegbringenden Treffern. Delfs befand: „Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.“ Die Begegnung begann im Übrigen 38 Minuten später als geplant, weil sich Ken Brauer (Boostedt) das Spiel erst für das kommende Wochenende in den Kalender eingetragen hatte. Glücklicherweise stapfte der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses, Hubert Kessler, kurz vor 15 Uhr auf den Sportplatz an der Bahn. Dieser konnte dann schnell reagieren, Brauer anrufen und nach Bokhorst beordern.

SG Padenstedt – PSV II 1:0 (0:0)

SG Padenstedt: Stichert - Scheider, Anlauf, A. Wilk, Stöckhardt, C. Wilk (77. Breiholz), Barck, Steggewentze, Ma. Klein, Callsen (68. Rückert), Hartwich.

Polizei-SV Union II: M. Schulz – Puphal, Adrian, F. Schenzer, P. Schenzer, Rehder, Seipt, Nützel (80. Seelow), Hoffmann, Zielinski, Topcu (86. Kuschick).

SR: Paetau (Bokhorst). – Zuschauer: 40. – Tor: 1:0 Stöckhardt (83.). – Rote Karte: Puphal (PSV II/30., Notbremse).

SGP-Obmann Hans-Georg Eckert brach sich nach dem Spielende keinen Zacken aus der Krone, als er objektiv resümierte: „Das war ein glücklicher Sieg und bitter für den PSV II. Das hatte der Gast eigentlich nicht verdient.“ Die beiden Mannschaften agierten auf Augenhöhe und konnten jeweils gute Möglichkeiten vorweisen. Auch die Unterzahl der „Ordnungshüter“ nach dem Feldverweis für Thomas Puphal machte sich nicht bemerkbar. Doch der „Lucky Punch“ sollte der SGP wenige Minuten vor Schluss doch noch gelingen, als Marc Stöckhardt einen langen Ball von Jonas Barck mit dem Körper über die Linie drückte (83.).

VfR II – Ruthenberger SV 9:0 (5:0)

VfR Neumünster II: Amoako - Okyne, Seb. Fuhrmann, Bönigk (61. Akcicek), Gülbay, Schlagelambers, Si. Fuhrmann, Yilmaz, M. Schultz (61. Yimele), Wahl, Ju (46. Ergel).

Ruthenberger SV: Westphal (46. Kowalczyk) - Uzun, Beisel, Acar (46. Akischkin), Schramm, Pfeifer, Brunst, Rall, Sienknecht, Maier, Bröcker.

SR: Haake (Krogaspe). – Zuschauer: 30. – Tore: 1:0 M. Schultz (27.), 2:0 Schlagelambers (32.) 3:0 M. Schultz (33.), 4:0 M. Schultz (36.), 5:0 Yilmaz (40.), 6:0 Si. Fuhrmann (52.), 7:0 Yilmaz (72.), 8:0 Yimele (80., Foulelfmeter), 9:0 Wahl (86.).

Dem Ergebnis entsprechend deutlich war das Geschehen an der Geerdtsstraße. „Wir haben den Gegner von Anfang bis Ende klar beherrscht und hätten sogar noch höher gewinnen können“, meinte VfR II-Trainer Matthias Hansen, der ebenso wie sein Trainerkollege Carsten Hinrichsen „sehr zufrieden und stolz auf das Team“ war. Obwohl Ruthenberg keinesfalls mit einer Rumpfelf antrat, brachte die Truppe von Übungsleiter „Hansi“ Bröcker kaum etwas zu Stande. Die gefährlichsten Aktionen waren drei Fernschüsse, die VfR II-Aushilfskeeper Emmanuel Amoako vor keinerlei Probleme stellten.

TSV Aukrug – SV Boostedt 1:5 (0:3)

TSV Aukrug: Schmuck - Ralfs (58. Braun), Erfurt (64. Jacobs), Schlichting, Tietz, H. Althaus, S. Althaus, Baltruschat, Rickert, F. Jacobs, A. Müller (64. Reinke-Allais).

SV Boostedt: Gaycken - Krämer, Lienhöft, Wziontek (61. Kairies), Schröder, Tabert (68. Lehmann), Kruse, Wehde (82. Kluge), Junkuhn, Fanasch, Bohnhoff.

SR: Maschewski (Olympia). – Zuschauer: 35. – Tore: 0:1 Kruse (3.), 0:2 Tabert (22.), 0:3 Krämer (42.), 1:3 F. Jacobs (49.), 1:4 Lehmann (89.), 1:5 Krämer (90.).

Erst nach dem 0:2 kam Aukrug wirklich ins Spiel und auch zu Torchancen. Doch während bei den Hausherren das Glück fehlte, präsentierte sich Boostedt im Abschluss konsequent und erhöhte durch Hannes Krämer noch vor dem Seitenwechsel auf 3:0 (42.). Trotz des Treffers von Florian Jacobs zum 1:3 (49.) fehlten den Hausherren die Mittel, um den Gast ernsthaft zu gefährden. „Boostedt hatte die bessere Spielanlage und siegte verdient, wenn auch um zwei Tore zu hoch“, konstatierte Aukrugs Pressesprecher Michael Steuermann.

TuS Nortorf II – SV Wasbek 1:1 (0:1)

TuS Nortorf II: Spilker - Storm (68. Grimm), Bobsien, Melzer (46. Steen), Klammer, Dähn, Bruhn, Schwartz, Hülsen, Reimers, Thielbörger (46. von Rüschen).
SV Wasbek: M. Rüdiger - Blunk, P. Rüdiger, Lenz (46. Dahmke), Sopjani, Büttner (61. Gill), Schmuck, Packhäuser, Schümann, Krawtzow (72. Braker), Wollny.

SR: Kupka (Bokhorst). – Zuschauer: 25. – Tore: 0:1 Packhäuser (20.), 1:1 Hülsen (55., Foulelfmeter). – Gelb-Rote Karten: Reimers (56., wdh. Foulspiel), von Rüschen (beide Nortorf II/63., Unsportlichkeit).

Der Übungsleiter des TuS Nortorf II, Thorben Schulz, nahm kein Blatt vor den Mund: „Das war Not gegen Elend ohne Kreisliganiveau.“ Das in diesem Falle wohl etwas weniger schlechte Team war zunächst das aus Wasbek, welches dann auch verdient in Führung ging. Nach dem Pausentee steigerte sich Nortorf II aber, glich aus und verteidigte anschließend in „zweieinhalbfacher“ Unterzahl – zusätzlich zu den beiden Ampelkarten musste Lars Hülsen ab der 70. Minute mit ausgekugelter Schulter weiterspielen, weil das Wechselkontingent bereits erschöpft war – geschickt und behielt somit einen Zähler. Das Kuriose dabei: Für Schulz war Hülsen auch in der knappen halben Stunde, die er verletzte mitwirkte, „der beste Mann auf dem Platz“.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 14:00 Uhr

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