Fussball-Verbandsliga Süd-West : TSV Gadeland verspielt eine 2:0-Führung

Mit vereinten Kräften: Nortorfs Torwart Jan Wettern (Nr. 20) und Robin Sielken bremsen den Einfelder Denis Jörs (rechts). Wettern klärt in dieser Szene zur Ecke.
Mit vereinten Kräften: Nortorfs Torwart Jan Wettern (Nr. 20) und Robin Sielken bremsen den Einfelder Denis Jörs (rechts). Wettern klärt in dieser Szene zur Ecke.

TuS Nortorf müht sich zum 3:1 im Derby gegen den TS Einfeld. Derweil ringt der TSV Wankendorf dem SV Henstedt-Ulzburg einen Punkt ab. Olympia siegt bei Rot-Weiß Kiebitzreihe, der TSV Gadeland verliert mit 2:3 gegen Lägerdorf.

shz.de von
25. November 2013, 14:00 Uhr

Mit Mühe gewann der TuS Nortorf am 17. Spieltag der Fußball-Verbandsliga Süd-West das Derby gegen Schlusslicht TS Einfeld mit 3:1. Derweil muss der TSV Gadeland weiter auf den ersten Dreier im eigenen Stadion warten. Gegen den TSV Lägerdorf unterlagen die „Kleeblätter“ unglücklich mit 2:3. Dass dennoch die Distanz zu den Abstiegsplätzen gewahrt bleibt, verdanken sie dem MTSV Olympia Neumünster, der beim Vorletzten Rot-Weiß Kiebitzreihe mit 1:0 gewann. Der TSV Wankendorf erreichte gegen Titelkandidat SV Henstedt-Ulzburg ein respektables Remis (2:2).

TuS Nortorf – TS Einfeld 3:1 (1:1)

TuS Nortorf: Wettern - Kortum, Sielken, Doege, Hülsen (65. J. Klages) - Butenschön, Arndt (58. Jensen), Reuter, D. Schlotfeldt (54. L. Redmann) - Viergutz, Struve.

TS Einfeld: Behmerburg - Biedermann, Wilhelmsen (86. Reinecke), Hnida (83. Studt), Jörs - Yildirim, Hinz, K. Tegge, Peters - Mömmert, Hoeck (66. M. Milbradt).

SR: Sommer. – Zuschauer: 100. – Tore: 1:0 Struve (14.), 1:1 K. Tegge (16.), 2:1 Struve (80.), 3:1 Viergutz (90.). – Nächster Nortorf-Gegner: VfR Horst (A/Sonnabend, 14 Uhr). – Nächster Einfeld-Gegner: TSV Gadeland (A/Sonnabend, 7. Dezember, 14 Uhr).

Mit einem Freistoß aus 18 Metern zum 2:1 (80.) bewahrte Nortorfs Torjäger Bennit Struve seine Farben vor dem sechsten Unentschieden im eigenen Stadion. Der zehnte Saisontreffer des 21-Jährigen erlöste den Nortorfer Anhang, denn die Blau-Weiß-Roten taten sich gegen das Schlusslicht TS Einfeld lange Zeit überaus schwer. Dabei fand der TuS gut ins Spiel. Daniel Schlotfeldt verpasste aus Nahdistanz noch die Führung (8.), die Struve in der 14. Minute mit einem Schuss von der Strafraumgrenze gelang. Die Gäste profitierten zwei Minuten später von einem Patzer des Nortorfer Interimstorwarts Jan Wettern, der kurzfristig für Bjarne Maaß zwischen die Pfosten rücken musste, weil Letzterer sich beim Aufwärmen verletzte. Wettern ließ eine harmlose Flanke fallen, Kevin Tegge staubte zum 1:1 ab (16.). Zwar verbuchte der TuS weiterhin klar mehr Ballbesitz, verlor aber fußballerisch den Faden. Schlotfeldt (23.) und Tim Reuter (39.) verpassten die erneute Führung, sodass die Nervosität auf Nortorfer Seite zunahm – schließlich drohte die siebte sieglose Partie in Folge. Auch nach der Pause schienen die spielerischen Mittel des TuS gegen kompakte Gäste limitiert. Nicht von ungefähr resultierte das 2:1 aus besagter Standardsituation, die den Mittelholsteinern zumindest in den Schlussminuten zu neuer spielerischer Leichtigkeit verhalf. Florian Viergutz stellte nach Vorarbeit von Benedikt Jensen auf 3:1 (90.). „Ich muss meinem Team ein Kompliment machen, es hat die Partie 90 Minuten lang offen gestaltet“, lobte TSE-Trainer „Hansi“ Neelsen seine Elf, während sein Pendant Thomas Arndt von „mehr als einem Arbeitssieg“ sprach.

TSV Wankendorf – SV Henstedt-Ulzburg 2:2 (1:2)

TSV Wankendorf: Hamann - Jantzen, Bobzien, Hübner, D. Schiffer (76. Dittkuhn) - M. Schiffer (70. Schnoor), Usbek, Heinrich, Gerndt, Block (90. Müller) - A. Duggen.

SV Henstedt-Ulzburg: Zick - Niedermeyer, Schauer (69. Meyerfeldt), Halle, Kabashi, Grossmann, Tiedemann, Nzuakue, Schwarzwald, Gretsov, Petersen.

SR: Rosenthal (Lübeck). – Zuschauer: 100. – Tore: 0:1 Schwarzwald (28.), 0:2 Niedermeyer (32., Foulelfmeter), 1:2 A. Duggen (39., Handelfmeter), 2:2 A. Duggen (69.). – Gelb-Rote Karte: Nzuakue (Henstedt-Ulzburg/90., wdh. Foulspiel). – Nächster Wankendorf-Gegner: MTSV Hohenwestedt (A/Sonnabend, 14 Uhr).

Wankendorf ergatterte einen verdienten Punkt, denn die Gelb-Blauen agierten über die gesamte Spielzeit taktisch diszipliniert, waren im Mittelfeld stets präsent und nahmen den Gästen die Lust am Fußball. Marcel Schiffer hätte die Einheimischen früh in Führung bringen können, doch er traf aus sechs Metern nur den Pfosten (4.). In der 27. Minute köpfte Timo Bobzien nach einer Ecke knapp drüber, quasi im Gegenzug erzielte der SVHU das schmeichelhafte 0:1 durch einen Freistoß von Sascha Schwarzwald. Nur vier Minuten später fiel Henstedt-Ulzburgs Pierre Halle im Zweikampf mit Alexander Usbek im Strafraum zu Boden, Schiedsrichter Max Rosenthal zeigte etwas überraschend auf den Punkt, Nils Niedermeyer verwandelte für den Favoriten (32.). „In beiden Szenen zeigte sich die Cleverness eines Spitzenteams. Sowohl den Freistoß als auch den Elfmeter provozierten sie geschickt. Beide Aktionen muss man nicht ahnden“, analysierte Wankendorfs Trainer Henning Theen diese Situationen genauso kritisch wie den Elfmeterpfiff für seine Mannschaft in der 39. Minute: „Möglicherweise eine unnatürliche Handbewegung, aber auch den Strafstoß gibt nicht jeder.“ Arne Duggen verwandelte und brachte Wankendorf damit zurück ins Spiel. Nach der Pause erhöhte der Gastgeber nochmals den Aufwand und spielte phasenweise Pressing. Dieser Mut wurde in der 69. Minute belohnt, als Duggen nach einem Freistoß von Alexander Usbek richtig stand und zum 2:2 einköpfte. „Anschließend hatten wir eine Schwächephase, denn die Partie hatte bis dato richtig Kraft gekostet“, konstatierte Theen, dem in der Schlussminute der Torschrei im Halse stecken blieb. Ein Geschoss von Duggen aus rund 25 Metern verfehlte nur knapp das Tor, sodass es beim 2:2 blieb.

TSV Gadeland – TSV Lägerdorf 2:3 (1:0)

TSV Gadeland: Holstein - Christophersen, Hamann, Tambalque, Schönhoff (76. Dzierzawa) - Hildebrandt, Lututala, Rychlowski, Maliszewski, I. Alioua - Röder.

TSV Lägerdorf: Wessel - Ossenbrüggen, T. Kunter (70. Hatje), Y. Kuhr, Brendemühl, E. Jauk, Feist, Brahms (46. Pansch), M. Kuhr (46. W. Jauk), Hellmann, M. Kunter.

SR: Simon (Stampe). – Zuschauer: 31. – Tore: 1:0 I. Alioua (28.), 2:0 I. Alioua (69.), 2:1 Y. Kuhr (79.), 2:2 Hatje (83.), 2:3 E. Jauk (90. /+3). – Nächster Gadeland-Gegner: SV Henstedt-Ulzburg (A/Sonntag, 14 Uhr).


Bis zur 79. Minute gab es für bloß 31 Zuschauer an der Dannenkoppel nicht den Hauch eines Anlasses, am ersten Heimsieg der laufenden Saison für Gadeland zu zweifeln. Die Gastgeber führten nach zwei Treffern von Idris Alioua hochverdient mit 2:0. In der 28. Minute verwertete der 23-Jährige eine Flanke von Christoph Maliszewski, in der 69. Minute ließ der Deutsch-Algerier einen Freistoß aus knapp 30 Metern geschickt vor Lägerdorfs Torwart Tjark-Ture Wessel aufsetzen, sodass der Ball unhaltbar zum 2:0 einschlug. Schon zuvor hätten Dennis Röder (35.) und Marc Schönhoff (42.) die Führung ausbauen können, zudem wartete Gadelands Trainer Marco Frauenstein nach einer guten Stunde vergeblich auf den Strafstoßpfiff, nachdem Röder aus seiner Sicht elfmeterreif gefällt wurde (62.). Schließlich ließ Maliszewski auf Zuspiel von Sita Lututala die letzte Gelegenheit zur Entscheidung liegen, er scheiterte an Wessel (71.). In der 79. Minute nahm das Unheil dann seinen Lauf. Yanneck Kuhr durfte nach einem Eckball gleich zwei Mal ran. Erst köpfte er an die Latte, im zweiten Versuch nickte er zum Anschlusstreffer ein. Vier Minuten später klärten die Einheimischen einen Freistoß nur halbherzig, Iovani Hatje verwertete freistehend zum 2:2 (83.). Aber damit nicht genug: Nun kam auch noch der Unparteiische Matz Lennart Simon ins Spiel. Seine angezeigten zwei Minuten Nachspielzeit nahmen ungeahnte zeitliche Ausmaße an. Und so sprach er den Gästen in der fünften Extra-Minute eine letzte Standardsituation zu, die Edwart Jauk per Kopf zum absurden 3:2 für den TSV Lägerdorf verwertete. Eine Szene, die Frauenstein auf die Palme brachte: „Röder spielt klar den Ball, das war niemals Freistoß. Natürlich haben wir am Ende selbst Schuld, aber der Unparteiische hat es uns heute nicht leicht gemacht.“

Rot-Weiß Kiebitzreihe – MTSV Olympia 0:1 (0:1)

Rot-Weiß Kiebitzreihe: Niebuhr - Jermies, Horn, Turkat, Graf (64. Strauer), J. Duwensee, Griehl, Hansen, S. Duwensee (58. Clasen), Hatje-Fötsch (72. Gülck), Ploog.

MTSV Olympia: Wendt - Granzow, Kollwitz, Mester, Walther - Weidemann, Jace (90. Idrizi), Kost (52. T. Alioua), Muhs, Ocak - Barck.

SR: Günther (Geest). – Zuschauer: 100. – Tore: 0:1 Ocak (38.). – Gelb-Rote Karte: Mester (Olympia/81., wdh. Foulspiel). – Nächster Olympia-Gegner: SV Schackendorf (H/Sonnabend, 14 Uhr).

Dank eines verdienten 1:0-Sieges bei Mitaufsteiger Kiebitzreihe ist der MTSV Olympia vorerst aller Abstiegssorgen ledig. Die „59er“ weisen neun Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze aus. Die Gäste hatten früh die Kontrolle über das Spiel, versäumten aber zunächst die Führung. Marc Barck und im Nachschuss Murat Ocak vergaben die größte Doppelchance (24.), abermals Ocak scheiterte drei Minuten später aus 16 Metern an Rot-Weiß-Torwart Timm Niebuhr. Besser machte es der Routinier in der 38. Minute. Von Jan Olaf Muhs blendend in Szene gesetzt, hob der 33-Jährige den Ball über Niebuhr hinweg zum 0:1. Die harmlosen Steinburger hatten nur wenig im offensiven Angebot und kamen kaum zu Chacen. Allein in der 75. und 80. Minute hatten die Gäste Glück, als jeweils scharfe Hereingaben von Mann und Maus verpasst wurden. So lebte die Spannung der Partie bis zum Abpfiff allein von dem denkbar knappen Vorsprung der Schwalestädter, deren Konter nach der Pause ebenso geräuschlos verpufften. „Das war ein verdienter Sieg für uns. Der Platzverweis gegen Patrick Mester trübt die Freude allerdings“, sagte Olympias Trainer Holger Mischke, der sich über die Ampelkarte (81.) wegen wiederholten Foulspiels gegen seinen 21-Jährigen Abwehrrecken, der bis dahin der beste Akteur auf dem Platz gewesen war, ärgerte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen