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FUSSBALL-VERBANDSLIGA SÜD-WEST : TS Einfeld steht vor einem Scherbenhaufen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Trainer Frank Willers und Obmann Hermann Scheel treten von ihren Posten zurück. Um die Zukunft der Schwarz-Weißen ranken sich nun diverse Fragezeichen.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2013 | 23:00 Uhr

Frank Willers ist nicht mehr Trainer des Fußball-Verbandsligisten TS Einfeld. Im Vergleich zur nicht unerwarteten 0:6-Niederlage der „Männer vom See“ gegen den TSV Lägerdorf ließ diese Nachricht die Wellen auf dem Einfelder See hochschlagen. Dabei war es der Übungsleiter selbst, der schon am Freitagabend den Vorstand des TS Einfeld über seine Rücktrittsentscheidung informierte, die während seines zweiwöchigen Urlaubs in ihm gereift sei. Nicht allein die sportlich aussichtslose Situation seiner Mannschaft sei ausschlaggebend gewesen, sondern vielmehr persönliche Gründe. „Der Verein akzeptiert natürlich die Entscheidung von Willers. Es gab keinerlei böse Worte und wir gehen im Guten auseinander“, konstatierte der 2. Vorsitzende des TSE, Carsten Kaikowski.

Für den Traditionsverein war es der zweite derbe Schlag ins Kontor binnen 48 Stunden, denn auf der Spartenversammlung am Donnerstagabend hatte sich bereits Fußballobmann Hermann Scheel den anwesenden Mitgliedern nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. „Ich übernehme mit diesem Schritt die volle Verantwortung für alle meine Entscheidungen, zu denen ich weiterhin voll stehe“, äußerte sich Scheel, dem die Situation seines Clubs „schwer zu Herzen geht“.

Scheel war es, der sich im Sommer gegen eine Spielerrevolte stemmte, seinem Trainer Willers mit allen Konsequenzen den Rücken stärkte und vielmehr den Verlust zahlreicher Leistungsträger sowie des bei den Akteuren beliebten Co-Trainers Andreas Evers billigend in Kauf nahm. Scheel hatte seine durchaus ehrenhaften Gründe für sein Handeln und schaffte es schließlich doch noch mit seinen funktionellen Gefolgsleuten um Benjamin Krüger in einem außerordentlichen Kraftakt, drei beziehungsweise vier Herrenmannschaften für den Spielbetrieb 2013/2014 zu melden. Doch die labile Architektur der annähernd leistungsbezogenen Teams bröckelte bereits nach zwei Spieltagen. Auf Grund anhaltender Personalprobleme musste der TSE seine „Zweite“ aus der Kreisliga Neumünster zurückziehen. Für die Verbandsligaelf war das bisher dennoch kein Rettungsanker, denn weiterhin kriecht der Kader Woche für Woche auf dem Zahnfleisch. Bizarr: Am gestrigen Sonntag kickten im Derby der Kreisklasse A die Mannschaften von Einfeld III und Einfeld IV gegeneinander – besetzt mit Personal, welches auf teils beachtliche Fußballer-Laufbahnen zurückblickt.

Schwere Zeiten also für den TS Einfeld, denn ein direkter Nachfolger für Scheel fand sich auf der Spartenversammlung nicht. Auch Co-Trainer „Hansi“ Neelsen konnte in Folge dessen am Sonnabendabend keine Antwort auf die Frage zu seiner Zukunft am Roschdohler Weg geben: „Zunächst gehe ich davon aus, dass ich am Dienstag das Training leiten werde. Alles andere wird man sehen. Mit mir hat noch niemand gesprochen.“

Die nunmehr handelnden Personen im Gesamtvorstand müssen sich spätestens jetzt die Frage gefallen lassen, ob es richtig war, (Ex-)Obmann Scheel bei all den kritischen Entscheidungen im Sommer die Absolution erteilt zu haben. Wo stünde wohl der TS Einfeld im gesamten Männerfußball, wenn in dieser Phase sowohl der Verein als auch Scheel anders entschieden hätten?

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