zur Navigation springen

Traditionsduell kommt für VfR einem Wegweiser gleich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Fußball-Regionalliga: Rasensport trifft morgen in Bardowick auf den noch sieglosen Aufsteiger Lüneburger SK Hansa.

Es ist erst der fünfte Spieltag in der Fußball-Regionalliga Nord, und doch steht der VfR Neumünster in der noch jungen Serie bereits am Scheideweg. Denn Rasensport (3 Punkte/3:4 Tore) gastiert als Dreizehnter beim noch sieglosen Vorletzten Lüneburger SK Hansa (2/3:7). Gespielt wird morgen um 15 Uhr auf dem Heinrich-Langeloh-Platz in Bardowick, da die traditionsreiche Lüneburger Spielstätte Wilschenbruch – ein in die Jahre gekommener Traum von einem Amateurfußballstadion – abgerissen wurde. Auf dem Areal wird ein Wohngebiet erschlossen.

„Wir müssen jetzt mal ein Tor schießen“, fordert VfR-Trainer Uwe Erkenbrecher, dessen Truppe zuletzt zwei Mal ohne eigenen Treffer blieb (0:1 beim ETSV Weiche, 0:1 gegen Wolfsburg II). Den Druck vor dem morgigen Spiel empfinde er als normal, so der 59-Jährige. „Wie das eben so ist, wenn du aus vier Begegnungen nur drei Punkte geholt hast.“ Erkenbrecher weiß: „Die ersten Ergebnisse dieser Saison waren noch gar nicht einzuordnen. Doch nimmt die Tabelle nun erste Konturen an. Für uns bedeutet das, dass wir nicht verlieren dürfen. Zum einen wollen wir vor Lüneburg bleiben, zum anderen wäre eine vierte Niederlage aus Trainersicht sehr unbefriedigend.“ Der Coach der Lila-Weißen kündigt „eine bis drei Veränderungen in der Startelf“ an, ohne die Katze konkret aus dem Sack zu lassen. Nur so viel: Nach starken Trainingsleistungen klopfen Idris Alioua und Gentian Durak ans Tor zur Startelf.

Gastgeber Lüneburg ist in der Meisterschaft noch sieglos, sorgte aber schon zwei Mal im Niedersachsen-Pokal für Furore. Der LSK schaltete nacheinander auf fremden Plätzen die Regionalligarivalen BSV Rehden (5:2) und TSV Havelse (7:6 nach Elfmeterschießen) aus und ist nur noch einen Sieg vom Einzug in den DFB-Pokal entfernt. In der Truppe von Trainer Elard Ostermann (45) – selbst ein Ex-Profi mit 36 Erstligaeinsätzen für den HSV und VfL Bochum – stehen einige interessante Leute, wie beiden Ex-Goslarer Muhamed Alawie und Tezcan Karabulut oder Patrick Posipal. Der Enkel des 54er-Weltmeisters Jupp Posipal war in der Vorsaison noch Kapitän in Havelse. Nicht zu vergessen ist der in Lüneburg als Neuzugang geführte Dribbelkönig Ali Moslehe, der in der vergangenen Serie noch für den VfR kickte, ehe sein Vertrag in Neumünster aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst wurde. Aktuell gesperrt ist der vom SV Eichede geholte Malik Issahaku, der beim 0:3 in Hannover gegen 96 II die Rote Karte sah. Der 1,96 m lange Innenverteidiger ist hier zu Lande auch kein Unbekannter, hatte Issahaku doch im Sommer beim VfR zur Probe mittrainiert.

Beim Duell zwischen Lüneburg und Rasensport werden Erinnerungen wach. 1980 standen sich beide Clubs in einem der dramatischsten VfR-Spiele überhaupt gegenüber. Im altehrwürdigen Wilschenbruch führte Lila-Weiß am vorletzten Spieltag der Oberliga-Aufstiegsrunde nach Toren von Horst Hamann (2) und Holger Haltenhof bereits mit 3:1, ehe der eingewechselte A-Jugendliche Karsten Wagner mit drei Treffern in der Schlussphase die Begegnung ganz alleine zu Gunsten Lüneburgs drehte. Wagner war damals 17, riss die „Veilchen“ aus allen Träumen und schnürte später seine Stiefel für Eintracht Braunschweig. Es war seinerzeit noch der „alte“ LSK, der 2008 mit dem Lüneburger SV fusionierte, zunächst als FC Hansa Lüneburg am Spielbetrieb teilnahm und seit Juni 2011 seinen jetzigen Namen trägt.

VfR Neumünster: Springer - Winter, Olthoff, Bönigk, Nagel - Tenno - Zekjiri (Durak), Laabus, Ingreso, Abou-Khalil (Alioua) - Bento. – Auf der Bank: Kassler - Pino Tellez, Schlagelambers, Grothe, Zschimmer. – Es fehlen: Gavric (noch nicht spielberechtigt), Harrer (Individualtrainig), Kramer (Rotsperre/Dauer noch offen), Schäfke (stößt praktikumsbedingt erst Anfang September zum Kader). – SR: Zielsdorf (Haselünne). – Letzte Duelle: VfR trifft erstmals in einem Meisterschaftsspiel auf den LSK Hansa. Gegen den „alten“ LSK gab es zu Hause einen 2:0-Sieg und auswärts eine 3:4-Niederlage (Aufstiegsrunde zur Amateur-Oberliga Nord 1980). – Courier-Tipp: VfR gewinnt 2:1. – Außerdem spielen (in Klammern Courier-Tipps): heute, 13 Uhr: Werder Bremen II – Hannover 96 II (3:2); heute, 14 Uhr: Eintracht Braunschweig II – BSV Rehden (2:2); morgen, 14 Uhr: VfL Wolfsburg II – Hamburger SV II (1:1), ETSV Weiche Flensburg – SV Meppen (1:1), FC Eintracht Norderstedt – VfB Lübeck (1:1), Goslarer SC 08 – FT Braunschweig (2:0), BV Cloppenburg – FC St. Pauli II (2:1); morgen, 15 Uhr: VfB Oldenburg – TSV Havelse (2:1).

zur Startseite

von
erstellt am 23.Aug.2014 | 18:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen