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Handball-Oberliga HH/SH Männer : SG Wift kommt viel zu spät auf Drehzahl

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünsters Männerhandball-Oberligist verliert gegen den bisherigen Tabellenvorletzten Dithmarschen und fällt auf einen Abstiegsplatz zurück.

Bitter, ärgerlich, unnötig. Dies sind nur drei Attribute für die 29:30 (11:17)-Heimpleite des Handball-Oberligisten SG Wift gegen Dithmarschen LH. Dem Trainergespann Peter Bente/Peter Schäfke sind vermutlich noch einige mehr dazu eingefallen, doch in den von Ratlosigkeit geprägten Gesichtern nach dem Abpfiff zeigte sich vor allem noch eins ganz deutlich: Enttäuschung! Denn die „Bären“ vergaben die ganz große Chance, sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen, stürzten von Rang 9 nun auf Rang 12 und befinden sich damit auf dem ersten Regelabstiegsplatz; punktgleich hinter ihrem Gegner Dithmarschen LH, der mit 10:20 Zählern von Rang 13 auf Platz 11 aufgestiegen ist.

Nur wenige der 300 Zuschauer hätten nach dem Verlauf der ersten Halbzeit an solch einen knappen Endstand geglaubt. So manch einer fragte sich während der ersten 30 Minuten, wann denn endlich das Oberligateam der SG Wift auflaufen würde. Denn die bis dahin von den Hausherren gezeigte Leistung hatte eindeutig nicht viel Oberliganiveau. Die Gäste hingegen führten in der zehnten Minute mit 8:2, ehe Wift-Trainer Peter Bente die Grüne Karte schmiss (12.). Zumal die zwei bis dahin erzielten Treffer „nur“ erfolgreich verwandelte Strafwürfe waren. Die Gäste gingen volles Risiko, nahmen in Unterzahlsituationen sogar ihren Torwart heraus und agierten mit einem weiteren Feldspieler. Dies konnte Tim Rostock nutzen, um in das leere Gehäuse zu treffen (zum 7:12/20.). Doch die Gäste hielten die Hausherren weiter auf Distanz, schickten die „Bären“ mit einem 11:17-Halbzeitrückstand in die Pause.

Der zweite Durchgang startete zähflüssig. Nach dem 13:19 (34.) dauerte es geschlagene fünf Minuten ehe ein weiterer Treffer notiert wurde: Lars Bente verkürzte auf 14:19. Die Lebensgeister schienen nun erwacht, oder wie Peter Bente es später formulierte: „Da haben die Jungs endlich mal Betriebstemperatur erreicht.“ Rostock, Simon Plähn und Thorben Plöhn verkürzten hintereinander weg auf 17:20 (42.) und ließen alle Blau-Weißen hoffen. Doch Dithmarschen LH legte zu – vor allem in puncto Härte. Ein ums andere Mal wurde tatkräftig zugepackt; nicht immer regelkonform, doch von den Unparteiischen geduldet. Insbesondere Torben Petersen und Lars Bente wurden ins Visier genommen. Dagegen hatten es die Dithmarscher im Angriff etwas einfacher. Zu leicht, zu oft konnten die Rückraumspieler oder der Kreisläufer ohne große Schwierigkeiten durchgehen und dann entweder André Hoffmann oder Jannik Mittendorfer im Wift-Tor überwinden.

Doch Wift fing sich, agierte in der Offensive plötzlich sicherer. Insbesondere Bennet Kretschmer taute nun auf und erzielte einen Treffer nach dem anderen. Bereits beim Stand von 27:30 (58.) hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz, die Luft brannte förmlich in der KSV-Halle. Die letzte Minute hatte es dann in sich. Beim Stand von 29:30 wurde von der SG die erste Chance auf eine Punkteteilung vergeben, bevor 18 Sekunden vor Schluss Lars Bente nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Die Gäste wechselten den Keeper, und so wurde Andreas Tietjens zum Helden. Denn er entschärfte den Wurf von Kretschmer. Auch die nächste Chance konnte Kretschmer nicht nutzen, ebenso scheiterte Helge Rahn. Am Ende blieb nach dem Abpfiff noch eine allerletzte Möglichkeit per Freiwurf. Aber auch Plähn hatte kein Glück mehr und musste anschließend zusammen mit seinen Teamkollegen den Jubelgesängen der Gäste lauschen.

„Ich kann es nicht verstehen. Wir laufen 63 Angriffe und kommen damit nicht weiter. Ich will der Mannschaft nicht die Leidenschaft und den Kampf absprechen, aber es dauert zu lange, bis sie endlich Drehzahl erreicht hat. Was nützt uns der Torschützenkönig der Liga (Simon Plähn, Anm. d. Red.), wenn am Ende dann zu wenig auf der Anzeigentafel steht?“, machte Peter Bente aus seiner Ratlosigkeit keinen Hehl – und nun geht es am kommenden Sonnabend auch noch zum Schlusslicht Schwartau II ...


SG Wift (Tore in Klammern): Hoffmann, Mittendorfer - Kretschmer (8), Binnewies, Bente (7/davon 3 Siebenmeter), Rostock (1), Petersen (2), Lehmann (1), Plöhn (2), Steffen, Schilling, Rahn, Plähn (8).

SR: Doden/Recktenwald (Hürup/Schleswig). – Zuschauer: 300. – Nächster Gegner: VfL Bad Schwartau II (A/Sonnabend, 17.30 Uhr).

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erstellt am 20.Jan.2014 | 10:00 Uhr

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