Sportfischen : „Schnacken konnte ich immer gut“

Mit seinem Verein eine feste Größe im Kreissportverband Neumünster: Herbert Domnick, hier beim Trollingfischen auf Rügen, ist bereits seit 1999 der 1. Vorsitzende des ASV Schierensee. Nur 14 Clubs in der Schwalestadt zählen mehr Mitglieder als der Angelsportverein.
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Mit seinem Verein eine feste Größe im Kreissportverband Neumünster: Herbert Domnick, hier beim Trollingfischen auf Rügen, ist bereits seit 1999 der 1. Vorsitzende des ASV Schierensee. Nur 14 Clubs in der Schwalestadt zählen mehr Mitglieder als der Angelsportverein.

Der Angelsportverein Schierensee zählt zu den 15 größten Clubs im KSV Neumünster. Der Vorsitzende Herbert Domnick stellt sich den Courier-Fragen.

shz.de von
21. Mai 2015, 22:00 Uhr

Fußball, Handball, natürlich auch der klassische Breitensport sowie Badminton, Reiten und Wassersport: Als kürzlich der Kreissportverband (KSV) Neumünster die Mitgliederzahlen der mehr als 50 ihm angeschlossenen Clubs vorlegte, waren ganz vorne wie gewohnt die Arrivierten zu finden. Im Windschatten derer hat sich jedoch einer etabliert, der es zum zweiten Mal unter die 15 größten Sportvereine in Neumünster schaffte – und das, obwohl er in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird und auch seine „Resultate“ nicht auf den Courier-Lokalsportseiten zu finden sind: der Angelsportverein Schierensee. Der bereits 1934 gegründete Club bekam – wie es der Name vermuten lässt – den Schierensee als Pachtsee zur Verfügung gestellt. Nach Beendigung des Pachtvertrags schloss sich der ASV 1948 dem Kreissportfischerverband Neumünster an und nutzt seitdem in einer Seegemeinschaft zusammen mit anderen Angelsportvereinen den Einfelder See als Revier. Vorsitzender des ASV Schierensee ist Herbert Domnick. Der Courier besuchte ihn in seinem Haus in Einfeld.

Ihr Verein ist die Nummer 15 im Ranking der größten Clubs im Bereich des KSV Neumünster, und gefühlt wächst Ihre Mitgliederzahl stetig an ...

Das stimmt. 2013 ist sie von 184 bis auf 215 angestiegen. Wir mussten deshalb zeitweise einen Aufnahmestopp verhängen. Derzeit haben wir 225 Mitglieder und denken über einen erneuten Aufnahmestopp nach.

Worin sehen Sie die Gründe für diese positive Entwicklung?

Erwachsene müssen für einen Erlaubnisschein zum Angeln am Einfelder See 200 Euro pro Jahr bezahlen, Jugendliche 120 Euro. Unsere Jahresbeiträge liegen bei 55 Euro für Männer sowie 25 Euro für Damen und Jugendliche. Darin ist der Erlaubnisschein bereits enthalten. Da kommt man als Vereinsmitglied natürlich viel günstiger weg. Außerdem haben wir eigene Boote.

Sind das die einzigen Gründe?

Naja, wir haben eine sehr gute Internetpräsenz. Und wenn Sie unseren Veranstaltungskalender ansehen, werden Sie feststellen, dass wir eine ganze Menge Wettkämpfe anbieten, eigene und solche des Kreisverbandes. Allein in diesem Herbst finden noch das Goldpokalangeln, das Königsangeln, das Hegefischen, das Jugendangeln, das Delegiertenangeln und die dritte Wertungsfahrt zum Brandungsangeln statt. Die Fische, die wir bei unseren Wettbewerben fangen, spendieren wir übrigens den Storchenfreunden Hitzhusen sowie dem Tierpark Neumünster.

Und wie stellt sich die Altersstruktur Ihres Verein dar?

Jugendliche haben wir nicht so viele, ungefähr 15. Da sind uns andere Vereine voraus. Insgesamt würde ich die Struktur als gemischt beurteilen. Wir haben bei den Neuanmeldungen viele dabei, die um die 25 Jahre alt sind.

Welche Schwerpunkte müssen Sie bei Ihrer Arbeit als Vorsitzender eines Angelsportvereins setzen?

Wichtig ist für mich, dass die Mitglieder sich wohl fühlen. Dazu muss ich das Vereinsleben aufrechterhalten, mit den anderen Ehrenamtlichen Wettkämpfe organisieren, Fahrten planen und Sitzungen durchführen, vor allem aber auch Brücken schlagen zu benachbarten und befreundeten Vereinen. Dafür habe ich über die vielen Jahre hinweg eine gewisse Routine erworben. Und schnacken konnte ich auch immer schon ganz gut ...

Eine letzte Frage, die wir als Vertreter der Öffentlichkeit einfach stellen müssen: Ist Angeln eigentlich wirklich ein Sport?

Aber natürlich! Wir schmeißen ja nicht die Angel raus, sitzen dann gemütlich im Stuhl und trinken Bier. Beim Pilken auf der Ostsee den ganzen Tag die Schnur auswerfen, und das vielleicht auch noch bei heftigem Seegang, das geht schon ganz schön an die Substanz. Gleiches gilt fürs Brandungsangeln: drei bis vier Kilometer laufen – und das mit dem ganzen Gepäck. Nicht zu vergessen: Das Anlanden der Fische nach einem Biss erfordert manchmal auch ganz schön Kraft und Ausdauer.

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