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Pferdesport : Rüping auf den Spuren seines Vaters

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der 32-jährige Springreiter sorgt in Neumünster für einen Holsteiner Sieg mit niedersächsischem Farbtupfer.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 19:00 Uhr

In Itzehoe ist er geboren, in Breitenburg aufgewachsen und seit wenigen Jahren im niedersächsischen Steinfeld/Mühlen zu Hause: Der Sieger des Großen Preises der Volksbanken und Raiffeisenbanken heißt Philip Rüping. Seinen Triumph im Weltranglistenspringen mit Clinta verbuchten die Zuschauer gestern in den Holstenhallen als „Holsteiner Sieg“. Genau zehn Jahre nach Thomas Voß (Schülp) gewann also ein Reiter aus dem Pferdeland zwischen den Meeren das mit 50 000 Euro dotierte Hauptereignis des internationalen Turniers in Neumünster.

Seine Ausbildung bekam Philip Rüping beim Vater Dr. Michael Rüping, Derbysieger und Deutscher Meister, der 1984 und 1985 in Neumünster den Großen Preis gewonnen hatte. Topreiter wie Rolf-Göran Bengtsson gaben Philip Rüping wertvolle Tipps mit auf den Weg. Auch in den Holstenhallen gab es immer mal wieder gute Ratschläge. „Ich bin hier als Junior geritten, da gab es im Rahmen des Turniers eine Unterrichtsstunde mit Franke Sloothaak, das weiß ich noch wie heute“, erinnerte sich der 32-jährige Springreiter, der im Sportstall Schockemöhle beschäftigt ist. Die Schimmelstute, mit der er im Stechen alle überflügelte, gehört VR Classics-Veranstalter Paul Schockemöhle und ist zehn Jahre alt. Die Pferdedame zählte zu einem Lot von 44 Pferden, das Schockemöhle vom ukrainischen Geschäftsmann Alexander Onischenko übernahm. „Ich bin froh, dass sie dabei war“, sagte der Turnierchef nach dem Erfolg seines Angestellten. „Clinta ist eines der besten Pferde, wenn nicht sogar das absolut beste, das ich je geritten habe“, sagte Rüping über die Stute. „Mein Job als Reiter ist es eigentlich, es ihr leicht und bequem zu machen, dann ist alles möglich mit ihr im Parcours.“

Pferdebesitzer Schockemöhle bekam zwar schon lukrative Angebote, widerstand bisher aber. Schon am Vorabend hatte Rüping ein weiteres Weltranglistenspringen gewonnen. Den Sieg im PSI-Springen sicherte er sich mit der Mecklenburger Stute Chalypsa.

Nur fünf von 38 Kandidaten schafften beim Großen Preis den Sprung ins Stechen, für Christian Kukuk aus Riesenbeck und den Ex-Europameister Marco Kutscher (Bad Essen) endete das auf den Plätzen zwei und drei. Kutscher saß dabei im Sattel eines Holsteiner Verbandshengstes, denn Quadros wird ihm vom Verband der Holsteiner Warmblutzüchter zur Verfügung gestellt. Hörbar erfreut reagierten die vielen Züchter in der Holstenhalle auf die tadellose Vorstellung Kutschers.

Achtbar verabschiedete sich Kendra Claricia Brinkop aus den Holstenhallen. Die Neumünsteranerin, die im Championat am Sonnabend mit Platz 4 glänzen konnte, kassierte mit A la Carte NRW einen Abwurf und einen Zeitfehler und wurde 17. im Großen Preis. Damit war sie noch einen Platz besser als der Olympiasieger der Vielseitigkeitsreiter, Michael Jung aus Horb mit fischerChelsea.

Für die Veranstalter Paul Schockemöhle und Ullrich Kasselmann endeten die VR Classics nicht nur aus sportlicher Sicht erfreulich. Die angepeilte Besuchermarke von rund 38 000 Zuschauern konnten die Veranstalter erreichen. „Viel mehr geht dann allerdings auch nicht“, wusste Schockemöhle, „man kann ja nicht mehr Leute in der Halle unterbringen“. Größtes Plus sei, so der Turnierchef, die Pferdebegeisterung der Schleswig-Holsteiner und die wirtschaftliche Stärke der Region. Sponsoren und Partner des Events kommen größtenteils aus Neumünster und Schleswig-Holstein.

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