Handball-Oberliga HH/SH Männer : Rote Karte nervt SG Wift

Tolle Szene aus dem Spitzenspiel in Neustadt: Wifts Magnus Hannemann (links) bedrängt Jan-Ove Litzenroth von der HSG Ostsee N/G.
Tolle Szene aus dem Spitzenspiel in Neustadt: Wifts Magnus Hannemann (links) bedrängt Jan-Ove Litzenroth von der HSG Ostsee N/G.

Die Neumünsteraner verlieren das Topspiel in Neustadt mit 24:26. Stock muss frühzeitig vom Feld.

shz.de von
18. Dezember 2017, 10:00 Uhr

Der Status des Herbstmeisters in der Handball-Oberliga der Männer war der SG Wift nicht vergönnt. Die Neumünsteraner verloren das Topspiel beim Spitzenreiter HSG Ostsee N/G mit 24:26 (11:10) und haderten dabei mit diversen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Da war es dann nur ein schwacher Trost, dass die nun drei Punkte hinter Platz 1 zurückliegende SG wenigstens ihren zweiten Rang verteidigte. Der Tabellendritte THW Kiel II wäre mit einem Sieg an den „Bären“ vorbeigezogen, kassierte jedoch eine unerwartete 24:25-Heimschlappe gegen die Reserve des VfL Bad Schwartau.

Anders als bei den beiden vorangegangenen Pleiten der SG Wift war dieses Mal nicht eine eklatante Abschlussquote der Neumünsteraner ausschlaggebend für eine Null-Punkte-Ernte. „Zwar haben wir uns im zweiten Durchgang insgesamt zehn Fehlversuche aus dem Feld heraus und zusätzlich einen vom Siebenmeterpunkt geleistet, aber das war nicht spielentscheidend“, erklärte Wift-Trainer Michael Haß und schilderte ein „deutliches Ungleichgewicht“ (O-Ton) in Bezug auf die Entscheidungen der beiden Unparteiischen. Neben 8:3 Zeitstrafen aus Gästesicht gab es auch eine frühzeitige direkte Disqualifikation gegen Michael Haß’ spielenden Trainerkollegen Yannik Stock. Bereits in der zwölften Minute sah Letzterer wegen eines Kopftreffers die Rote Karte. „Der Abwehrspieler von Ostsee befand sich in einer Seitwärtsbewegung“, stellte Michal Haß klar und beurteilte die Entscheidung der Schiedsrichter als „überzogen“ und gleichermaßen „entscheidend für den weiteren Spielverlauf“. Zwar führten die Gäste vorerst weiterhin (9:4/18.). Doch nachdem die „Bären“ gleich drei Mal in Folge am eingewechselten HSG-Torhüter Sascha Fehlberg gescheitert waren, begann sich das Blatt zu wenden. Zur Halbzeit war der Vorsprung auf ein Tor geschrumpft (11:10 für Wift) und nach dem Wiederanpfiff gänzlich verschwunden. „Es war ein schleichender Prozess, in dem sich viele Kleinigkeiten aufsummierten“, beschrieb Michael Haß, warum sein Team die Führung abgab und schließlich knapp zehn Minuten vor dem Ende selbst mit fünf Treffern in Rückstand geriet (19:24/51.).

Hinten versuchten die Gäste es sowohl mit einer 5+1-Defensive, in der Florian Schmidtke den HSG-Rückraumspieler Tjark Müller aus dem Spiel nahm, als auch mit einer noch offensiveren 4:2-Variante. Aber erst dank der letzteren Option mit dem zusätzlich vorgezogenen Louis Haß gegen Neustadts Colin Reiter kamen die Neumünsteraner in der Schlussminute zum Anschlusstreffer, als sie auf 24:25 verkürzten. „Wir sind noch einen Schritt weitergegangen und haben in der verbliebenen Zeit komplett offen agiert und auf den benötigten Ballgewinn gespielt“, berichtete Stock. SG-Schlussmann André Hoffmann ließ die mitgereisten SG-Anhänger mit seiner Parade kurzzeitig auf einen Punktgewinn hoffen, jedoch landete der Abpraller – der offenen Manndeckung geschuldet – beim Gegner. Und so machte Ostsee N/G letztlich mit dem Treffer zum 26:24 alles klar.

„Auch mit 20:6 Punkten können wir gut leben“, hinterließ die dritte Niederlage in dieser Saison – zumindest nach außen – keine sichtbaren Spuren bei Stock.

SG Wift (Tore in Klammern): Titze, Hoffmann – Schmidtke, Kretschmer (8/davon 2 Siebenmeter), Hannemann, Koslowski, Plöhn (3), Bente (3), Stock, M. Haß, L. Haß (7), Fleischer (1), Kreft (2), Tomaschewski.
SR: Schmidt/Vollstedt (Kremperheide/Münsterdorf). – Zuschauer: 375. – Nächster Gegner: HSG Weddingstedt/Hennstedt/Delve (A/Sonnabend, 21. Januar, 16 Uhr).

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