zur Navigation springen

Reitsport : Raus aus der Jeans, rein in den Sattel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim Reitturnier Holstein International in den Holstenhallen ist Mitveranstalter Harm Sievers als Aktiver dabei.

Die Turnierpremiere von Holstein International in den Holstenhallen erfreut sich ungebrochenen Zuspruchs: Die Teilnehmerfelder sind riesig – 139 Starter waren es allein gestern in der so genannten Mittleren Tour –, der Elan der Gäste aus 16 Nationen nimmt nicht ab, und einer aus dem Veranstalterteam mischt sogar im Parcours mit. Denn nachmittags war bei Harm Sievers aus Tasdorf „Hosenwechsel“ angesagt: raus der Jeans, rein in die weiße Reithose. Möglich ist das, weil vier Menschen die Verantwortung als Veranstalter tragen – neben Sievers die Rastorferin Merve Henningsen, Christian Schlicht aus Timmendorfer Strand und Jörg Baltruschat aus Schwarmstedt (Niedersachsen).

Die Kollegen tragen es mit, wenn sich der Springreiter und Sprecher des Clubs Schleswig-Holsteinischer Springreiter die Zeit für eine Runde im Parcours nimmt – und Zeit ist ein knappes Gut für Turnierveranstalter, weil immer irgendwo etwas zu tun ist. Ein Abwurf und ein Zeitfehler mit Quinterus stellten den Reiter einigermaßen zufrieden. „Das war eine ordentliche Trainingsrunde für ihn, er ist zehn Jahre alt und ein gutes Pferd“, erklärte Sievers.

„Klar geht das, dass Harm Sievers mitreitet“, sagte Baltruschat und ergänzte augenzwinkernd: „Der Fehler heute hätte aber nicht sein müssen.“ Stattdessen holte sich Hilmar Meyer, ein Profi aus Morsum, mit La Coeur den Sieg vor dem Holsteiner Claas Gröpper aus Tökendorf und Carraldo. In der zweiten Abteilung musste Carsten-Otto Nagel (Wedel) lediglich Philip Houston aus Leichlingen den Vortritt lassen. Houston ist fast genauso alt wie Nagels Nichte Johanna, die den Mannschafts-Weltmeister am ersten Turniertag hinter sich ließ.

Zu viert haben die Turniermacher ihre Premiere auf die Beine gestellt und erhalten dafür auch ein positives Echo von den norddeutschen Kollegen. Die reicht sogar recht weit. „Ich finde es wirklich gut, dass dieses Turnier stattfindet“, unterstrich Andreas Ripke aus Steinfeld. Der Ausbilder ist mitsamt Tochter Theresa bei der Turnierpremiere dabei und resümierte:„Es ist einfach durchdacht und richtig gemacht. All die Prüfungen über 1,20 Meter und 1,30 Meter, da können wir die etwas jüngeren Pferde reiten – das geht bei anderen internationalen Turnieren gar nicht.“ Und weil ihm die Turnieridee, die offenbar eine „Marktlücke“ füllt, gut gefällt, ließ sich der Profi im Sattel auch gar nicht lange bitten und stiftete gemeinsam mit anderen Kollegen, wie etwa Rolf-Göran Bengtsson (Europameister 2011) oder Volkert Naeve, Trainingstage und Praktika als Siegerpreis für die Ponyprüfungen. Die sorgen im Übrigen für mächtig viel Rasanz in den Holstenhallen. Gerome Graefe aus Salzbergen in Niedersachsen sauste mit Bartez am schnellsten durch die schwierigste Ponyprüfung des Tages. Der 14-jährige Schüler zählt zum Landeskader in Niedersachsen. Ihm folgten auf den Plätzen eine junge Dänin und reihenweise westfälische Ponyreiter.

Gestern am späten Abend legten die Parcourschefs erstmals die Stangen deutlich höher – auf S-Niveau für die erste große Prüfung von Holstein International. Heute um 16.30 Uhr folgt im internationalen Zeitspringen die zweite große Prüfung, den Höhepunkt stellt der Große Preis morgen ab 15.30 Uhr dar. Der Eintritt ist jeweils frei.

Nette Geschichte am Rande: Ganz kleine Besucher trafen in den Holstenhallen ganz große Pferde. Denn 19 Kids der AWO-Kindertagesstätte „Zwergenland“ aus dem Vicelinviertel in Neumünster eroberten das internationale Turnier. Veranstalter Sievers hatte die Gruppe nebst Erzieherinnen eingeladen. Gefrühstückt wurde gemeinsam mit Reitmeister Karsten Huck (Borstel) und Nationenpreisreiter Thomas Voß (Schülp). Die kleinen Gäste – nicht älter als sechs Jahre – hatten teilweise noch nie Kontakt zu Pferden. Prompt waren Pferde und Ponys viel wichtiger als Reiter und Erzieher und wurden ausgiebig bestaunt. Sievers erklärte voll des Lobes: „In dieser Kita wird ein Topjob gemacht. Im Vicelinviertel leben mehrere Kulturen zusammen. Das ist nicht immer einfach, aber in der Kita bekommen Erzieherinnen und Kinder das wirklich toll hin.“

zur Startseite

von
erstellt am 26.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen