zur Navigation springen

FUSSBALL-VERBANDSLIGA SÜD-WEST : Rasantes Derby geht an Wankendorf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der TuS Nortorf kassiert seine erste Saisonniederlage. Das Schlusslicht TS Einfeld muss eine 0:6-Heimpleite gegen den TSV Lägerdorf hinnehmen. Aufsteiger Olympia Neumünster präsentiert sich in Todesfelde zu abschlussschwach.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2013 | 09:00 Uhr

Am siebten Spieltag der Fußball-Verbandsliga Süd-West behielt der TSV Wankendorf im Derby gegen den TuS Nortorf mit 4:1 unerwartet deutlich die Oberhand und fügte den Nortorfern damit die erste Niederlage der laufenden Saison zu. Für den TS Einfeld gab es bei der 0:6-Heimniederlage gegen den TSV Lägerdorf ebenso wenig zu holen wie für den MTSV Olympia Neumünster bei der 0:2-Auswärtspleite beim SV Todesfelde II. Bereits am Mittwochabend hatte der TSV Gadeland in einer vorgezogenen Partie beim MTSV Hohenwestedt mit 4:1 gewonnen.

SV Todesfelde II – MTSV Olympia Neumünster 2:0 (2:0)

SV Todesfelde II: Du Preez - Hamann, Beyer, Uhlenbrock, Holz, Hess, Bruhn, Behrens (70. Grandt), Grotherr (86. Evers), Zimmer, Reining (46. Martin Rückert).

MTSV Olympia: Rasch - Jablonski, S. Reichow, Mester - Weidemann, Jace, Hanka (84. Aksoy), Muhs (78. Abdullah), Ocak - Barck, T. Alioua (74.M. Reichow).

SR: Möller (Kellinghusen). – Zuschauer: 110. – Tore: 1:0 Hess (5.). 2:0 Zimmer (21., Foulelfmeter). – Bes. Vork.: T. Alioua (Olympia) schießt Foulelfmeter an den Pfosten (15.). – Nächster Olympia-Gegner: TS Einfeld (H/Sonnabend, 15 Uhr).

Eine schwache halbe Stunde geprägt von Undiszipliniertheiten kostete dem MTSV Olympia Neumünster einen durchaus möglichen Teilerfolg beim Mitaufsteiger SV Todesfelde II. „Wir stehen uns selbst im Weg, kassieren drei gelbe Karten wegen Meckerns und bringen das Schiedsrichtergespann gegen uns auf. Dafür habe ich kein Verständnis“, beklagte Olympias Interimscoach Ralf „Hacko“ Hartmann fehlende geistige Frische bei seiner Elf in dieser Phase, die nach einem Stellungsfehler von Philip Weidemann früh durch Marco Hess in Rückstand geriet (5.). Die große Chance zum Ausgleich bot sich in der 15. Minute Tarik Alioua, doch der 19-Jährige setzte einen an Murat Ocak verwirkten Foulelfmeter an den Pfosten. Besser machte es Todesfeldes Christoph Zimmer, der einen ebenso berechtigten Strafstoß, verursacht von Jan Olaf Muhs, zum 2:0 für die Gastgeber verwandelte (21.). Erst ab Minute 30 beherzigten die „59er“ die Marschroute ihres Trainers und setzten die Einheimischen zusehends unter Druck. „Leider haben wir ein Abschlussproblem und schießen die Pille nicht rein“, stellte Hartmann nach vergebenen Hochkarätern von Marc Barck, zwei Mal Patrick Hanka und dem starken Rigers Jace ernüchtert fest. So blieb es beim 2:0 für den SV Todesfelde II, und die Gäste verpassten sich vor dem nun anstehenden Lokalderby gegen den TS Einfeld als Tabellenzwölfter eine gehörige Portion Druck.

TS Einfeld – TSV Lägerdorf 0:6 (0:2)

TS Einfeld: Wilhelmsen - D. Tegge, Biedermann, Hnida, Reinecke (46. Joers) - Yildirim, Robold, M. Milbradt, Peters - Mömmert, Hoeck (77. Günther).

TSV Lägerdorf: Marschal - Thomssen (73. Ossenbrüggen), M. Kunter, T. Kunter, Y. Kuhr (64. Brahms), Staedtler, Brendemühl, E. Jauk (64. Skottke), W. Jauk, Peters, Hellmann.

SR: Dwinger (Todesfelde). – Zuschauer: 80. – Tore: 0:1 T. Kunter (16.), 0:2 W. Jauk (29., Foulelfmeter), 0:3, 0:4 Peters (60., 62.), 0:5 Brahms (71.), 0:6 Peters (83.). – Nächster Einfeld-Gegner: MTSV Olympia (A/Sonnabend, 15 Uhr).


Im Schatten der Nachricht um den Rücktritt von Einfelds Trainer Frank Willers (siehe nebenstehenden Bericht), reichte dem TSV Lägerdorf eine gerade einmal mäßige Leistung, um gegen unterirdisch schlecht auftretende Gastgeber auch in der Höhe verdient mit 6:0 zu gewinnen. Der TSE brachte über die gesamte Distanz rein gar nichts zu Stande. Lägerdorfs Torwart Daniel Marschal hätte wohl gut und gerne auf seine Handschuhe verzichten können. Derweil überlisteten clevere Gäste in der 16. Minute erstmals die Viererkette. Torge Kunter gelang das 1:0 für Lägerdorf. Eine zweifelhafte Strafstoßentscheidung sorgte nach einer knappen halben Stunde für die Vorentscheidung, denn nicht wenige hätten den Zweikampf am Strafraumeck wohl eher mit einem Stürmerfoul gegen Einfelds Abwehrspieler Jan Biedermann unterbunden. Stattdessen verwandelte Wladimir Jauk sicher vom ominösen Punkt zum 2:0 für die Gäste (29.). Nach der Pause bot sich den rund 80 Zuschauern am Roschdohler Weg das gleiche Bild. Der TSV Lägerdorf machte aus wenig viel und nutzte dabei jede Nachlässigkeit in der Defensive des TS Einfeld gnadenlos aus. Ein lupenreiner Hattrick von Bastian Peters (60., 62., 83.) wurde nur von dessen Mitspieler Dirk Brahms „verhindert“, der das zwischenzeitliche 5:0 für Lägerdorf erzielte (71.). „Ich versuche, die Spieler stark zu reden, aber es ist schwer, ein Schiff kurzfristig vom Grund zu heben, was schon zu Saisonbeginn auf dem Grund lag“, sagte Co-Trainer „Hansi“ Neelsen.

TSV Wankendorf – TuS Nortorf 4:1 (4:0)

TSV Wankendorf: Ebsen - Jantzen, Bobzien, Schiffer (76. Latendorf), Weick (84. Müller) - Gerndt (84. Hamann), Heinrich, Block, A. Usbek, A. Duggen - Dittkuhn.

TuS Nortorf: Fischer - Kortum, Döring (65. Maaß), Doege, Arndt (72. Klotzbücher) - L. Redmann, Butenschön, Hülsen, Lampe, Reuter - Struve (72. Bracker).

SR: Schmidt (Todenbüttel). – Zuschauer: 111. – Tore: 1:0 Weick (10., Foulelfmeter), 2:0 A. Duggen (24., Foulelfmeter), 3:0 Dittkuhn (45.), 4:0 Heinrich (45./+2), 4:1 Döring (49.). – Rote Karten: Hamann (88., Nachschlagen) - Fischer (65., grobe Unsportlichkeit). – Nächster Wankendorf-Gegner: Rot-Weiß Kiebitzreihe (A/Sonnabend, 16 Uhr). – Nächster Nortorf-Gegner: SV Todesfelde II (H/Sonnabend, 15 Uhr).


Nun hat es also auch den TuS Nortorf erwischt. Am siebten Spieltag unterlagen die Mittelholsteiner beim TSV Wankendorf mit 1:4 und kassierten damit ihre erste Saisonniederlage. Der TuS bleibt dennoch Tabellenzweiter, für die Wankendorfer ging es rauf auf Platz 9. Die Analyse dieses Derbys könnte in der Betrachtungsweise der beiden Übungsleiter indes unterschiedlicher kaum sein. Doch wen wundert es, schließlich waren sich Wankendorfs Trainer Henning Theen und TuS-Coach Thomas Arndt schon bei der Vergabe der Favoritenrolle vor dem Spiel uneins. „Wir haben 90 Minuten lang sehr diszipliniert agiert und Nortorf wenig Chancen gelassen“, konstatierte Theen, während Arndt sich ob der aus Nortorfer Sicht schwachen Leistung des Schiedsrichtergespanns „nicht den Mund verbrennen wollte“ (O-Ton). Die Leistung seiner Elf sah Arndt indes weitaus weniger kritisch: „Wir hatten die bessere Spielanlage, sodass wir uns eigentlich nichts vorzuwerfen haben“.

Zum Spielverlauf: Bereits in der zehnten Minute enteilte Arne Duggen dem Rest der Welt und konnte von TuS-Keeper Stefan Fischer nur unsanft gestoppt werden. Fischer kassierte trotz des Notbremsencharakters nur Gelb, Olaf Weick verwandelte den Strafstoß zum 1:0. In der 21. Minute riss Benjamin Butenschön nach einem Eckball Mathias Gerndt zu Boden, diesmal verwandelte Duggen den fälligen Elfmeter zum 2:0. Der Knockout für den TuS erfolgte dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Philipp Dittkuhn köpfte einen Eckball von Bastian Heinrich zum 3:0 in die Maschen (45.). doch damit nicht genug: Nur 120 Sekunden später revanchierte sich Dittkuhn mit einem feinen Zuspiel auf Heinrich, der die Kugel nur noch zum 4:0 abtropfen lassen brauchte.

Zwar verkürzte Nortorfs Finn-Lasse Döring in der 49. Minute auf 1:4, doch diesmal reichte es nicht mehr zu einer furiosen Aufholjagd, wie noch in der Vorwoche gegen den FC Itzehoe, als der TuS aus einem 0:3 ein 3:3 machte. Seinen Beitrag dazu leistete auch Keeper Stefan Fischer, der in der 65. Minute aus Sicht des Schiedsrichters einen Wankendorfer absichtlich mit dem Ball abwarf, sodass er diesmal nicht um den dunkelroten Feldverweis herumkam. „Wir haben einen Gang runter geschraubt, aber keine wirklichen Probleme mehr bekommen“, berichtete Theen, der fortan gelassen dem Schlusspfiff entgegensehen durfte. Die Freude über den Derbysieg wurde lediglich durch die Rote Karte gegen Sönke Hamann wegen Nachschlagens getrübt (88.).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen