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Fussball : Rang 6 und viele Fans: VfR toppt schon jetzt die Vorsaison

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Trainer Erkenbrecher spricht von einer Topleistung, tritt aber auch auf die Euphoriebremse. Doppeltorschütze Bento spielt mit Glücksbringer.

Die Begeisterung war groß, der Applaus wollte nicht enden. Beinahe frenetisch feierte ein Großteil der 703 Zuschauer nach dem Abpfiff den „neuen“ VfR, der mit einer 1a-Vorstellung gegen den VfB Oldenburg (2:0) allerbeste Eigenwerbung betrieb. Insbesondere im fußballerischen Bereich hatte man den Neumünsteraner Regionalligisten lange nicht mehr so stark gesehen.

In den Reihen der Verantwortlichen zeigte man sich angetan. „Strahlender Sonnenschein, eine tolle Kulisse, super mitgehende Oldenburger Fans (rund 100, Anm. d. Red.) und ein verdienter Sieg: alles, was das Fußballerherz begehrt“, sprach 2. Vorsitzender Gerd Grümmer allen aus der Seele. Und in der Tat war die Besucherzahl alleine schon deswegen bemerkenswert, weil zuletzt die Stimmung in der Stadt nicht gerade pro VfR gewesen war und es überdies mehr Zuschauer waren als bei jedem (!) Meisterschaftsspiel der Vorsaison. Seinerzeit bedeuteten 637 Besucher gegen Eichede den größten Zuspruch. Und auch tabellarisch wusste Rasensport die Vorserie zu toppen. Mit dem Erfolg am zweiten Spieltag – dem bislang einzigen der drei schleswig-holsteinischen Vertreter in dieser Saison – kletterte Lila-Weiß auf Rang 6. Zur Erinnerung: 2013/14 hielt sich der VfR mit einer einzigen Ausnahme (Platz 9 in der Winterpause) permanent in den zweistelligen Rängen auf.

„Aber dennoch bleiben wir eine Mannschaft, deren primäres Ziel es ist, den Klassenerhalt zu schaffen. Denn nach nur einem Sieg wird aus einem Abstiegskandidaten ja nicht gleich ein Titelaspirant“, trat VfR-Trainer Uwe Erkenbrecher gleich mal auf die Euphoriebremse. Natürlich freute sich der 59-Jährige aber auch über die beinahe beängstigend gute Darbietung seiner Truppe. „Das war eine Topleistung“, konstatierte Erkenbrecher und stellte allen Akteuren ein (O-Ton:) „überdurchschnittliches“ Zeugnis aus, „und zwar angefangen bei Torwart Ole Springer“. In der Tat war, wollte man ein Haar in der Suppe suchen, dem VfR nur eines vorzuwerfen: die Chancenverwertung. Der Sieg hätte locker um zwei oder drei Tore höher ausfallen können, der Sack wurde erst spät zugemacht. Bis dahin hatten die streng genommen chancenlosen Oldenburger einige Attacken gefahren, die in der starken VfR-Defensive stets zurückgedrängt wurden.

„Diese Niederlage tut weh“, bekannte Gästecoach Kristian Arambasic und sprach von einem „absolut verdienten Erfolg für Neumünster“. Er lobte die „quirligen VfR-Leute in der Offensive“, explizit den Doppeltorschützen Emanuel Bento: „Ihn haben wir nie in den Griff bekommen.“ Bento selbst gab sich nach seinem Doppelpack – es war der erste eines VfR-Kickers vor eigenem Anhang seit dem 10. April 2013 (Henrik Giese traf zwei Mal gegen Goslar) – bescheiden. „Unser Spiel ist aufgegangen, ich harmoniere halt gut mit Christopher Kramer“, sagte der 20-Jährige und lüftete mit einem verschmitzten Grinsen seine Sporthose: „Ich hatte aber auch meine Glücksbringer-Boxershorts an.“ Apropos Hose: Nachdem selbige Rasensport-Coach Erkenbrecher noch beim Auftaktspiel in Norderstedt (1:2) geplatzt war (!), wählte der Trainerfuchs gestern ein anderes Beinkleid. „Ich habe mich für eine Jeans entschieden, die ist robuster“, merkte Erkenbrecher süffisant an.

Die schöne Atmosphäre im VfR-Stadion hatte gestern mit einem Gänsehautmoment begonnen: einer Gedenkminute für den vor zwei Wochen verstorbenen Freund und Förderer des Vereins, Jens Hollenbach. Mit Ausnahme von zwei unbelehrbaren Zuschauern, die sich völlig unpassend laut in der Nordkurve unterhielten, schwiegen inklusive der vielen Gästefans wirklich alle.

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erstellt am 04.Aug.2014 | 21:00 Uhr

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