Saisonbilanz : PSV: „Ziele sensationell übertroffen“

Kleines Bollwerk: Der PSV stellte in der zurückliegenden Saison die zweitbeste SH-Liga-Abwehr. Hier wehren Christoph Pfützenreuter, Felix Schulz, Dominik Ulrich, Marinko Ruzic, André Bock und Bastian Hasler (v. li.) einen Freistoß ab.
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Kleines Bollwerk: Der PSV stellte in der zurückliegenden Saison die zweitbeste SH-Liga-Abwehr. Hier wehren Christoph Pfützenreuter, Felix Schulz, Dominik Ulrich, Marinko Ruzic, André Bock und Bastian Hasler (v. li.) einen Freistoß ab.

Neumünsters Fußball-SH-Ligist Polizei-SV Union beendete als Aufsteiger die Saison auf Platz 3 und hat damit die Erwartungen übertroffen. Dennoch wäre noch mehr drin gewesen für die von Patrick Nöhren gecoachten „Ordnungshüter“.

shz.de von
19. Juni 2014, 08:00 Uhr

Eine erfolgreiche Rückkehr in die Schleswig-Holstein-Liga feierten die Fußballer des Polizei-SV Union. Als ungeschlagener Meister der Verbandsliga Süd-West in das Oberhaus des nördlichsten Bundeslandes aufgestiegen, platzierten sich die „Ordnungshüter“ auf einem sensationellen dritten Rang im Endklassement. Der Courier lässt die Saison Revue passieren.

Die Ziele waren zu Saisonbeginn hoch gesteckt. In der Liga sollte ein einstelliger Tabellenplatz her. Zudem peilte Grün-Weiß die Titelverteidigung bei der Hallen-Stadt- und -Kreismeisterschaft sowie im Kreispokal an. Letzteres gelang nicht, da die Grün-Weißen im Halbfinale am späteren Titelträger TSV Gadeland scheiterten (5:6 nach Elfmeterschießen). Dafür gelang der erneute Gewinn der Hallenkreismeisterschaft durch einen 4:0-Finalerfolg über den Regionalligisten VfR.

Die Spielzeit begann bereits mit einem Highlight, denn im Achtelfinale des Landespokals gastierte Drittligist Holstein Kiel an der Stettiner Straße. Vor 1071 Zuschauern hielt der PSV eine Halbzeit lang die Null, musste sich am Ende aber mit 0:6 geschlagen geben.

In der Liga gelang trotz eines schweren Auftaktprogramms mit drei Siegen (10:0 Tore) ein „Sahnestart“. Der Lohn war der zwischenzeitliche Sprung an die Tabellenspitze nach dem zweiten Spieltag. Mit guten Ergebnissen im Anschluss, nisteten sich die „Polizisten“ oben in der Tabelle ein. Doch nach einer 7:0-Gala gegen FC Dornbreite schlich sich im Herbst der Schlendrian ein. Durch drei Niederlagen in vier Partien verspielten die Schwalestädter die Möglichkeit zur Teilnahme am SHFV-Hallenmasters. „Das tut nicht so sehr weh, wie das Aus im Kreispokal. Schließlich hätten wir nie mit dieser Chance gerechnet. Wir haben unsere Ziele aber trotzdem sensationell übertroffen“, resümiert PSV-Trainer Patrick Nöhren. Zum Ende des Jahres 2013 kamen seine Schützlinge wieder auf Touren und setzten ein Ausrufezeichen, indem sie beim VfB Lübeck nicht nur stark aufspielten, sondern auch als einziges Team der Liga von der VfB-Heimstätte Lohmühle einen Zähler mitnahmen (1:1). Der Hallenkreismeisterschaft im Dezember folgte einen Monat später der nächste Titel, als „Union“ beim Ball des Sports erstmals zu Neumünsters Mannschaft des Jahres gewählt wurde. Solch eine Anerkennung blieb den „Ordnungshütern“ bei ihren Heimspielen verwehrt. Durchschnittlich kamen nur 160 Zuschauer zu den Heimspielen. Anhand der Tatsache, dass der PSV bis zum letzten Spieltag um den Vizemeistertitel hinter dem enteilten Meister VfB Lübeck mitspielte, eine zu geringe Wertschätzung der erbrachten Leistungen. Denn Platz 2 kam einer gefühlten Meisterschaft in der SH-Liga gleich, da die zwangsweise aus der Regionalliga abgestiegenen Lübecker in dieser Klasse nichts verloren hatten.

Obwohl die „Polizisten“ im Anschluss an eine suboptimale Wintervorbereitung auch noch von einer Verletztenmisere heimgesucht wurden – es fehlten zeitweise rund zwölf Akteure –, spielte der PSV zumindest von den Ergebnissen her auch eine gute Rückrunde. Zwar konnte Nöhrens Elf spielerisch nicht mehr häufig an die Hinrunde anknüpfen, doch war sie immer wieder in der Lage, Topleistungen abzurufen. Dies ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass die Elf von der Stettiner Straße über einen großen und ausgeglichen besetzten Kader verfügte. Nicht ein einziges Mal stand an zwei aufeinander folgenden Spieltagen die gleiche Anfangself auf dem Platz. Dass es trotzdem ruhig und mit nur wenig Unzufriedenheit zuging, spricht zudem für ein gutes Miteinander und eine gute Stimmung im Team.

Trotz des erfolgreichen Abschneidens bleibt aber das Gefühl, dass diese Mannschaft noch nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft hat. So zeigte sie sich auch innerhalb von 90 Minuten das eine oder andere Mal etwas inkonstant. Kriegen Nöhren und sein Trainerteam auch das in den Griff, könnte dem Polizei-SV Union in der nächsten Saison eine weitere erfolgreiche Spielzeit bevorstehen.



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