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Fussball : PSV wiederholt Vorjahrestriumph

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Hallen-Stadt- und -Kreismeister kommt erneut von der Stettiner Straße. Ein „Abbruchsieg“ im Finale und das denkwürdige Torpedo-Comeback bleiben in Erinnerung.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 08:00 Uhr

„Doppelt hält besser.“ So lautete das Motto des Polizei-SV Union, der sich zum zweiten Mal in Folge den Titel bei der Hallenfußball-Stadt- und -Kreismeisterschaft sowie damit verbunden den TyreXpert-Cup sicherte. 33 Mal hatten die Grün-Weißen beziehungsweise ihre Ursprungsvereine Polizei-SV und FC Union vergeblich versucht, sich die Krone in der Holstenhalle aufzusetzen. Nun triumphierte der neben dem Kreisfußballverband als Veranstalter fungierende SH-Ligist also nicht nur bei der 34. Auflage im Vorjahr, sondern auch noch gleich hinterher beim 35. Treffen der zwölf besten Neumünsteraner Teams. Angenehmer Nebenverdienst war die 700-Euro-Siegprämie.

Platz 2 und 400 Euro gingen an den Regionalligisten VfR, der das Finale gegen die „Polizisten“ nach Treffern von Dominik Ulrich (2), Issam Khemiri und Marinko Ruzic gleich mit 0:4 verlor. Die Partie wurde nach knapp elf Minuten abgebrochen, weil VfR-Ultras mehrfach Gegenstände auf das Feld geworfen hatten, und mit dem Spielstand zu diesem Zeitpunkt gewertet. Den mit 250 Euro dotierten Bronzerang sicherte sich der TSV Gadeland, der im Neunmeterschießen um Platz 3 seinem Verbandsligarivalen TSV Wankendorf mit 3:2 das Nachsehen gab. Den Jahnplatz-Kickern blieben somit „nur“ 100 Euro. Dass es nicht mehr wurde, hatte Wankendorf seiner Schwäche am ominösen Punkt zu „verdanken“. Schließlich hatte der Verbandsliga-Tabellenneunte bereits das Halbfinale gegen den PSV im Neunmeterschießen verrissen.

Der alte und neue Champion kam mühsam ins Turnier. So verspielte der Polizei-SV Union beim sensationellen 2:3 gegen den Kreisligisten FC Torpedo ein 2:0 und kassierte alleine in diesem Spiel drei Viertel aller seiner Gegentore im Turnierverlauf. Der PSV „rumpelte“ sich anschließend zu zwei 2:0-Siegen über den Verbandsligisten TuS Nortorf und den Kreisligaclub SG Padenstedt, woraufhin Obmann Volker Bernaschek seiner Truppe „Holzfüße“ attestierte. Im Viertelfinale jedoch bremste der PSV den in der Vorrunde noch so stark auftrumpfenden Kreisligisten Türkspor klar aus (3:0), ehe die besagten Triumphe über Wankendorf und Rasensport folgten.

Wie so oft, hatte der Klassiker in der Holstenhalle einiges an Licht und Schatten zu bieten. Positiv war die Resonanz, bedeuteten doch 1373 zahlende Zuschauer ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 64 Besuchern. Für die größte sportliche Überraschung sorgte Torpedo, das nur haarscharf am Halbfinaleinzug vorbeischrammte und viele Sympathiepunkte einheimste. Doch war der Auftritt der Rot-Weißen im letzten Gruppenspiel gegen Nortorf beschämend. Der FC war bereits für die K.o.-Runde qualifiziert und hatte sich dank einer Aufholjagd Platz 2 in seiner Staffel gesichert – aus einem klaren 0:4-Rückstand durch vier Struve-Treffer wurde eine knappe 3:4-Niederlage. Dennoch brannten bei drei Mann die Sicherungen durch. Yannik Gläske handelte sich kurz vor dem Abpfiff wegen Reklamierens eine Zeitstrafe ein, ehe sein darauf folgender höhnischer Applaus von Referee Aslan Gastrock (SC Gut Heil) mit der Roten Karte quittiert wurde. Gläskes Teamkamerad Marcel Baumann meinte anschließend, Gastrock mitzuteilen, er pfeife nur Scheiße – schon gab es den nächsten Roten Karton. Und als dann auch noch Torpedos Dan-Steven Schümann den Referee im Kabinengang als „Hurensohn“ bezeichnete, fertigte Gastrock konsequenterweise einen Sonderbericht an. Und so fiel das Comeback der erstmals seit 1998 wieder in der Holstenhalle vertretenen „Torpedos“ in die Kategorie „denkwürdig“. Gar katastrophal war der Auftritt des TS Einfeld. Das Verbandsliga-Schlusslicht blieb als einziges Team nicht nur punkt-, sondern auch noch torlos.

Harsche Kritik übten die Aktiven am neuen Boden, der sich noch glatter und rutschiger präsentierte als sein ungeliebter Vorgänger. So manche Spielszene erinnerte mehr an schlechten Eistanz als an gepflegten Fußball. Dabei darf allerdings auch nicht verkannt werden, dass heutzutage ein Duell zwischen einem Verbands- und einem guten Kreisligisten nicht mehr das ist, was man sich darunter vorstellt. Und so sank das spielerische Niveau in der Holstenhalle auf der nach unten offenen Skala auf einen neuerlichen Tiefstwert.

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