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Reitsport : Premiere mit perfekter Dramaturgie

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim Turnier Holstein International gewinnen Harm Wiebusch und Jeanne-Marleen Bußmann die Großen Preise. Insgesamt 6000 Zuschauer sind an vier Tagen dabei.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 13:00 Uhr

„Das ist ein tolles Gefühl, in den Holstenhallen zu gewinnen!“ Harm Wiebusch aus Fredenbeck gewährte einen Blick in seine Gefühlswelten, nachdem er praktisch Geschichte geschrieben hatte. Denn der 27-jährige Springreiter hat den ersten Großen Preis der Nürnberger Versicherungen beim Turnier Holstein International in Neumünster für sich entschieden. Mit dem erst acht Jahre alten Chaccland blieb der Niedersachse aus dem Landkreis Stade in 37,37 Sekunden fehlerfrei.

Es war eine perfekte Dramaturgie: Insgesamt 13 Starter schafften mit fehlerfreien Runden im Umlauf den Einzug ins Stechen, Wiebusch als vorletzter Teilnehmer setzte die Bestmarke. „Man muss einfach ein gutes Pferd haben,“ grinste der Profi in der Abreitehalle. Das hat er zweifellos, schon Chacclands mittlerweile verstorbener Vater Chacco Blue konnte in Neumünsters Holstenhallen glänzen. Mit dem Mecklenburger Hengst gewann Andreas Kreuzer im Februar 2012 den Großen Preis bei den VR Classics. Die werden von Paul Schockemöhle veranstaltet, dem sowohl Chacco Blue als auch Chaccland gehörten beziehungsweise gehören. Schockemöhles Gestüt Lewitz ist Züchter und Besitzer des Siegerpferdes im Großen Preis von Holstein International.

Die beste Teilnehmerin aus dem Gastgeberland folgte auf Platz 2 mit Cassandra Orschel aus Henstedt-Ulzburg mit Herzblatt. Für Raunen sorgte auch Philip Koch aus Tasdorf. Der zweimalige Deutsche Meister der Junioren-Springreiter wurde mit dem Hengst Cracker Jack Sechster. Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel (Wedel) wurde mit Vesuv Vierter. Für den Pferdewirtschaftsmeister, der die internationale Turnierpremiere für seine jüngeren Pferde nutzte, geht es in drei Tagen nach München zum Finale der Riders Tour, die er nach 2008 zum zweiten Mal gewinnen kann.

Jeanne-Marleen Bußmann war bereits gestern um 14.25 Uhr der glücklichste Teenager im ganzen Norden. Die 16-jährige aus Rees in Nordrhein-Westfalen gewann mit Manisha den Pony-Grand Prix, die schwierigste Prüfung des Wochenendes für die Ponyreiter, dank fehlerfreier Runde im Stechen in 35, 54 Sekunden und strahlte übers ganze Gesicht. Es ist ihr letztes Jahr als Ponyreiterin mit Manisha, und eigentlich wollte die junge Reiterin noch im Rheinland ein Turnier bestreiten. „Aber ich habe zu meiner Mutter gesagt: Ich kann jetzt immer behaupten, ich habe den Großen Preis in der Holstenhalle von Neumünster gewonnen. Wer weiß schon, ob mir das je wieder glücken wird?“ Für Manisha gab es Lobeshymnen: Nie lasse das Pony seine Reiterin im Stich, und die absehbare Trennung mache der 16-jährigen sichtlich zu schaffen. Ab 17 jedoch werden erfolgreiche Ponyreiter eben Junioren. Jeanne-Marleen Bußmann hat familiäre Bande in den Norden, nach Kollmar (Kreis Steinburg). Ihr Cousin Marten Witt aus Friedrichskoog half mit bei der Vorbereitung in Neumünster. Überhaupt sei das alles so toll gewesen. „Ich kenne ja die VR Classics, dort war ich schon zum Zuschauen. Aber selbst geritten bin ich hier zum ersten Mal.“ Auf den Plätzen 2 bis 4 folgten mit Helena Skare Viller, Freja Sidal Mortensen und Cecilie Topp drei Ponyreiterinnen aus Dänemark.

Dass das Turnier Holstein International eine Fortsetzung findet, steht für die Veranstaltergemeinschaft Merve Henningsen, Jörg Baltruschat, Christian Schlicht und Harm Sievers bereits fest. „Wir haben so viel positive Resonanz bekommen, die uns zeigt, dass es richtig war, dieses Event auf die Beine zu stellen“, unterstrichen Baltruschat, Sievers und Schlicht unisono. „Man kann allen nur gratulieren, dass sie den Mut gehabt haben, das Turnier zu machen,“ zollte auch Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel dem Quartett Respekt. Das finanzielle Gesamtergebnis des Turniers steht noch nicht fest, allerdings gebe es auch bereits viel versprechende Signale von Sponsoren. Zudem hat auch der Club der Schleswig-Holsteinischen Springreiter signalisiert, dass er einen Beitrag zur wirtschaftlichen Absicherung des Projekts leisten wolle. Zufrieden zeigten sich die Macher des CSI1* auch mit dem Zuspruch. Die Premiere mit freiem Eintritt verfolgten rund 6000 Zuschauer. Allein gestern zogen die Großen Preise und die Ausstellung in Halle 4 etwa 1500 Besucher an. Insgesamt wurde ein Preisgeld von 19 000 Euro bei der Premiere von Holstein International ausgeschüttet.

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