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Fussball-SH-Liga : Peinliche PSV-Pleite gegen den Letzten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bislang sieglose und total ersatzgeschwächte Bordesholmer gewinnen an der Stettiner Straße sensationell mit 2:0.

Fußball-SH-Ligist Polizei-SV Union Neumünster hat seine dritte Niederlage ohne eigenen Torerfolg binnen vier Spielen kassiert. Gegen das bisherige Schlusslicht TSV Bordesholm, das auf Grund von 13 Verletzten nur mit einer Rumpfelf antrat und bis dato noch sieglos war, ereilte die „Ordnungshüter“ vor 251 zahlenden Zuschauern eine geradezu sensationelle 0:2 (0:1)-Heimniederlage.

Damit ist das eingetroffen, wovor PSV-Trainer Patrick Nöhren vor der Partie gewarnt hatte. Schließlich forderte er von seinem Team, dass es 100 Prozent geben soll, weil es ansonsten gegen jeden Gegner unter die Räder kommen würde. Doch die Mentalität stimmte bei den Grün-Weißen über weite Strecken nicht. Und so ging Nöhren mit seiner Equipe hart ins Gericht: „Die Mannschaft legt die Priorität nicht auf den Fußball. Da werden zig andere Dinge getan, und so können wir uns nicht einspielen. Wir haben zurzeit zu viele Akteure, die zwar Qualität haben, aber nur bei 60 Prozent ihres Leistungsvermögens sind. Außerdem haben wir ein Mentalitätsproblem, weil wir uns nur gegen die starken Gegner den Allerwertesten aufreißen.“

Mit Ausnahme einer Drangphase in der Viertelstunde nach der Halbzeit konnte der PSV tatsächlich nicht überzeugen. Die Hausherren wirkten gegen diszipliniert verteidigende Bordesholmer häufig planlos, und der letzte Pass – oft ein langer Ball – blieb zumeist in der dicht gestaffelten Gästedefensive hängen. Zudem wirkten die „Lindenträger“ frischer im Kopf und aggressiver in den Zweikämpfen. So hatten Torchancen der „Polizisten“ im ersten Durchgang trotz der höheren Spielanteile Seltenheitswert. Bei den besten Möglichkeiten zielte Marc Barck vorbei (16.), während Christoph Maliszewski nur ein „Schüsschen“ zu Stande brachte, das für den starken Gästekeeper Daniel Jeromin kein Problem darstellte (24.). Allerdings wurde dem PSV auch ein Elfmeter verwehrt, als Bordesholms Roman Blum den PSV-Akteur Mariusz Zmijak zu Fall brachte (16.). „Diese Entscheidung kann ich nicht verstehen. Das war ein klares Ding“, hätte Referee Patrick Petersen-Lund (Hartenholm) für Nöhren auf den Punkt zeigen müssen. Der gastierende Aufsteiger konterte das eine oder andere Mal gefällig und schließlich auch mit Erfolg. Zunächst scheiterte Malte Lucht an PSV-Keeper Jan Seelow (25.), ehe der unermüdliche Sturm-Methusalem Nick Lemke nach maßgenauer Flanke von Markus Poetzsch unbedrängt zum 1:0 aus Gästesicht einköpfte (28.). Einen wuchtigen Distanzschuss von Alban Jashari wehrte Seelow zudem mit den Fäusten ab (44.).

Nach dem Seitenwechsel schnürte Neumünster seine Gäste gut 15 Minuten in der eigenen Hälfte ein und vergab zahlreiche Hochkaräter. Doch dann verfielen die „Ordnungshüter“ erneut in das Strickmuster des ersten Durchgangs. Immerhin kam nun aber richtiger Derbycharakter in das Nachbarschaftsduell, gab es doch zahlreiche rassige Zweikämpfe. Der PSV warf in der Schlussphase alles nach vorne, musste durch eine Gelb-Rote Karte für Kapitän Christoph Pfützenreuter, der nach einem miesen Pass von Tarik Alioua den dazwischen spritzenden Gästeakteur Marco Huss nur per Foul stoppen konnte, aber mit einem Mann weniger auskommen. Nachdem der herausgekommene Seelow das Spielgerät zu Yahya Sucu gepasst hatte, dieser den Ball aber nicht kontrollieren konnte, sorgte der frühere PSV-Kicker Huss dann für das entscheidende 0:2, indem er ins leere Tor einschob (90.).

Gästecoach Sönke Pries – ebenfalls einst ein „Polizist“ – freute sich natürlich sehr über den unverhofften Sieg an alter Wirkungsstätte: „Letztendlich finde ich den Ausgang gar nicht so unverdient, weil wir der Einfallslosigkeit des PSV durchaus gute Konter entgegengesetzt haben. Es müssen nicht immer die Besten auf dem Platz stehen, sondern die Willigsten.“

PSV – TSV Bordesholm 0:2 (0:1)

Polizei-SV Union Neumünster: Seelow - Möller (77. Alioua), Schulz, Sucu, Bock (56. Ulrich) - Pfützenreuter, Maliszewski - Fürst, Ruzic (65. Khemiri), Zmijak - Barck.

TSV Bordesholm: Jeromin - Blum, Schröder, Stoltenberg, Weschler - Poetzsch, Entinger (75. Plath) - Lucht (64. C. Schultz), Huss, Jashari - Lemke (73. M. Pries).

Beste Spieler: Seelow - Jeromin, Schröder, Poetzsch, Jashari. – Schiedsrichter: Petersen-Lund (Hartenholm). – Zuschauer: 251 zahlende. – Tore: 0:1 Lemke (28.), 0:2 Huss (90.). – Gelb-Rote Karte: Pfützenreuter (PSV/83., wdh. Foulspiel). – Nächster PSV-Gegner: FC Angeln 02 (H/Sonnabend, 15 Uhr).

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