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Tennis : Mona Barthel: Ein Lichtblick in der Nacht von Stuttgart

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünsters Profi-Tennisspielerin wartet mit guter Leistung gegen die frühere Weltranglistenerste Jelena Jankovic auf.

Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart ist und bleibt für Mona Barthel ein ganz besonderes Pflaster. Trotz ihrer siebten Erstrundenniederlage im Jahr 2014 hat die Neumünsteranerin beim wichtigsten deutschen Tennisturnier einen Schritt nach vorn gemacht und geht mit mehr Zuversicht, vor allem aber mit einem neuen Trainer in die Sandplatzsaison.

Es war exakt 0.48 Uhr am frühen Mittwochmorgen, als Barthel ihre Hoffnungen auf den fünften Sieg ihrer Karriere gegen eine Top 10-Spielerin begraben musste. Vier Matchbälle reichten ihr am Ende nicht, um die ehemalige Weltranglistenerste Jelena Jankovic aus Serbien in die Knie zu zwingen. Rund zehn Stunden zuvor gab sich die Weltranglisten-87. im Gespräch mit dem Courier trotz der ausbleibenden Erfolge entspannt, aufgeräumt und zielstrebig. Barthel fühlte sich in der schwäbischen Metropole mal wieder richtig wohl. „Ich liebe es einfach, hier in Stuttgart zu spielen. Auf diesem Court habe ich schon große Momente erlebt. Auch die beiden Siege in der Qualifikation haben mir sehr gut getan“, erklärte Barthel, die trotz des verlorenen Qualifikationsfinals gegen Ajla Tomljanovic aus Kroatien noch den Sprung ins Hauptfeld geschafft hatte – als Lucky Loser. „Im Training spiele ich so gut wie noch nie. Leider kann ich das im Match noch nicht so umsetzen. Da fehlt mir manchmal die Lockerheit, und ich treffe im Spiel auch nicht immer die richtigen Entscheidungen“, analysierte die Norddeutsche. Auf die jüngste Talfahrt in der Weltrangliste hat Barthel auch in ihrem Umfeld reagiert. Anstatt in Neumünster bereitet sie sich jetzt regelmäßig in der Offenbacher Schüttler-Waske-Akademie auf ihre Turniereinsätze vor: „Dort nimmt man mir die komplette Organisation ab, und ich kann mich voll auf mein Tennis konzentrieren. Außerdem habe ich dort die Gelegenheit, einen Trainer zu allen Turnieren mitzunehmen und mit ihm einen gemeinsamen Plan für mein Spiel zu entwickeln.“ Mindestens bis zu den French Open ist nun Daniel Puttkammer an Barthels Seite.

Er fieberte auch am späten Dienstagabend bis zum letzten Ballwechsel mit seinem Schützling. Das Match der Schwalestädterin begann erst gegen 22.30 Uhr, weil sich zuvor Maria Sharapova einen über dreistündigen Kampf mit der Tschechin Lucie Safarova geliefert hatte. Dabei sah das Stuttgarter Publikum dann über weite Strecken exakt die Mona Barthel, die sich vormittags im Interview angekündigt hatte. Mit aggressivem Powertennis hatte die 23-Jährige gegen eine müde wirkende Jankovic schnell den ersten Satz mit 6:2 unter Dach und Fach gebracht. Erst als die Serbin bei der 3:1-Führung der Neumünsteranerin im zweiten Durchgang ihren Trainer zu Rate zog, wendete sich das Blatt. Jankovic wurde stärker, Barthel verlor ein wenig die Geduld, die Partie gestaltete sich richtig eng. „Die entscheidenden Millimeter oder Millisekunden“, die Barthel am Vormittag ansprach, fehlten ihr nun jedoch auch gegen die Weltranglistenachte. Vier Matchbälle vergab sie im Tiebreak, den sie schließlich mit 8:10 abgab, und im entscheidenden Satz ließ sich Jankovic trotz einer für sie unterdurchschnittlichen Leistung nicht mehr aus der Ruhe bringen. Die Serbin verwandelte schließlich vor rund 200 unentwegten Tennisfans um 0.48 Uhr ihren dritten Matchball und sorgte zwar für eine weitere Enttäuschung bei Barthel, allerdings auch für die Erkenntnis, dass die Neumünsteranerin auch weiterhin auf Augenhöhe mit der Weltklasse spielt.

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