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Kanurennsport : Lena Rulle zieht das Training an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünsters Sportlerin des Jahres legte zuletzt das Hauptaugenmerk auf ihr Abitur.

Das Jahr 2016 begann für Lena Rulle mit einer großen Überraschung. Die Paddlerin des Ersten Kanu-Klubs (EKN) wurde zur Sportlerin des Jahres in Neumünster gekürt – noch vor Tennisprofi Mona Barthel.

Zwei Punkte gaben nach der Stimmenauszählung den Ausschlag – eine Winzigkeit wie eine Hundertstelsekunde im Kanusport. „Das ist einfach verrückt. Als ich Monas Namen in der Einblendung gesehen habe und klar war, dass ich vor ihr landen würde, dachte ich, das kann nicht sein“, erinnert sich Rulle. Danach aber machte sie sich rar. Während ihre Mitstreiter im EKN nach den Wintereinheiten das Wasser- und Krafttraining intensivierten, setzte die 18-Jährige den Schwerpunkt auf die Endphase des Abiturs an der Käthe-Kollwitz-Schule in Kiel. „Die Klausuren sind jetzt geschrieben, Ende Juni kommt noch die mündliche Prüfung“, verrät Rulle, die das Kunstprofil wählte. Sie würde sich selbst als durchaus kreativ bezeichnen, habe eine künstlerische Ader. Dabei kommt es beim Paddeln hingegen auf die Schnellkraft an – oder bei den ganz langen Strecken im Marathon auf die Ausdauer. Bei den deutschen Kanumarathon-Meisterschaften über 21 km holte sie zusammen mit Henrietta Estorff (WPF Plön-Fegetasche) im K2 den Titel auf der Rheiner Ems. Dazu erwies sich die damals 17-Jährige im Kanurennsport als fleißige Medaillensammlerin und gewann bei den norddeutschen Meisterschaften auf der Regattastrecke in Hamburg-Allermöhe entweder solo oder mit Mehrfachbesetzung einmal Gold, vier Mal Silber und zwei Mal Bronze. Dass sie auf dem Heimatrevier, dem Einfelder See, über 19,5 km Norddeutsche Kanumarathonmeisterin wurde, rundete das gute Jahr 2015 ab. „Ich kann noch unerkannt über die Straße gehen“, sagt sie lächelnd. Es war jedoch das Produkt harter und intensiver Trainingsarbeit. „Ich bin sechs Mal in der Woche auf dem Wasser, manchmal sind es sogar zwei Einheiten“, berichtet Rulle.

Bis zu den norddeutschen Meisterschaften wird nun wieder etwas intensiver trainiert. Bei kleineren Regatten folgt eine Formüberprüfung, um für das zweite Juli-Wochenende in Göttingen gerüstet zu sein. Schließlich fiel die Titelverteidigung bei den deutschen Meisterschaften im Marathon in diesem Jahr der Schule zum Opfer.

Dennoch wird sich Lena Rulle in der zweiten Jahreshälfte noch ein bisschen Urlaub gönnen. Mit dem Interrail-Ticket geht es vor dem Studium oder der Ausbildung („Das weiß ich noch nicht genau.“) erst einmal auf Europa-Reise. Auch wenn sie kein Boot und keine Paddel im Gepäck haben wird, ist ihr klar: „Irgendwo kann man immer paddeln.“

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