Jubiläumsveranstaltung : KSV wirbt für sein Juwel an der Ostsee

Preisgekrönt: Sabrina Lampe (li.) von der Hochschule Wismar präsentierte die Modelle zum Thema „Schlafen am Lensterstrand“.
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Preisgekrönt: Sabrina Lampe (li.) von der Hochschule Wismar präsentierte die Modelle zum Thema „Schlafen am Lensterstrand“.

40 Jahre Jugendbegegnungsstätte am Lensterstrand: Das bereits 1946 errichtete Zeltlager heißt jetzt „Feriencamp“. Geladene Gäste bestaunen interessante Modelle.

shz.de von
10. Juni 2014, 18:00 Uhr

Es war eine Feierstunde der anderen Art. In lockerer, ja fast familiärer Runde zelebrierte der Kreissportverband (KSV) Neumünster am Pfingstsonntag den 40. Geburtstag seiner Jugendbegegnungsstätte am Lensterstrand nahe Grömitz. Streng genommen ist das rund 90 Kilometer von der Schwalestadt entfernt liegende, gut sieben Hektar große Areal ja noch „etwas“ älter. Bereits 1946 wurde es von der Zeltlagergemeinschaft Neumünster unter Mithilfe der britischen Militärregierung errichtet. Doch 1974 fiel es dem KSV zu – ein Nutzungsvertrag mit der Stadt machte es möglich.

Als ein „Juwel an der Ostsee“ bezeichnete KSV-Vorsitzende Ute Freund die Begegnungsstätte, die ab sofort offiziell „Feriencamp“ heißt und in der 2014 rund 21 000 Übernachtungen registriert werden. In Spitzenzeiten waren es mal doppelt so viele. „Es ist schade, dass so wenige Gruppen aus Neumünster den Weg hierher finden“, sagte Freund vor geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport. Immerhin: Ein Anfang ist gemacht. „Denn Gut Heil, der Kreishandballverband, der TSV Gadeland, der SV Tungendorf und der VCN sind in diesem Jahr unsere Gäste“, zählte die KSV-Chefin auf. In der Tat fragt man sich, warum die Zahlen der Übernachtungen zuletzt durchweg rückläufig waren. Denn der Preis ist unschlagbar. Gerade mal 16,70 Euro kostet eine Übernachtung in einem der markanten Nurdachhäuser – Vollpension inklusive. Gruppen- oder sonstige Sondertarife machen Lenste noch attraktiver. Das im Courier einst als „Kinderstadt“ bezeichnete Camp hinterlässt einen gepflegten Eindruck. „Und es ist unverkäuflich, was sogar vertraglich geregelt und juristisch mehrfach geprüft worden ist“, betonte der stellvertretende Stadtpräsident Bernd Delfs.

Ute Freund warb derweil für Patenschaften im Camp. Sponsoren sollen dafür sorgen, dass die sanierungsbedürftigen Häuser auf Vordermann gebracht oder gar komplett erneuert werden. Studenten der Hochschule Wismar haben sich dazu bereits Gedanken gemacht und sogar preisgekrönte Arbeiten zum Thema „Schlafen am Lensterstrand“ erstellt. Sabrina Lampe von der Hochschule stellte die Modelle am Pfingstsonntag vor Ort vor. Die Zuhörer lauschten gespannt. 30 000 Euro mit und 55 000 Euro ohne Eigenleistung werden für ein Haus veranschlagt – „Kosten, die sich an den jetzigen Nurdachhäusern orientieren und absolut realistisch sind“, wie Freund festhielt. Das größte Interesse rief in Lenste die Vorstellung des von Silvio Koch erstellten Modells „Sport frei“ hervor: Eine Sport- und Mehrzweckhalle, deren teilbares Feld fest in die Erde eingelassen wird und die die jetzt existente Halle im Feriencamp ersetzen soll. Einziger Haken dabei: Dieses Projekt würde rund zwei Millionen Euro verschlingen.

Der KSV verspricht sich diesbezüglich einiges von einer Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grömitz, die die Halle ebenfalls nutzen könnte. Und zarte Bande wurden bereits geknüpft. Olaf Dose-Miekley, Tourismusdirektor von Grömitz, bezeichnete das Feriencamp als „Eldorado für Jugendgruppen“ und betonte: „Es muss nicht immer ,Malle’ sein.“ Auch überreichte er 40 Freizeitbad-Gutscheine „für ganz besondere Lenste-Besucher“ und zwei Grömitz-Flaggen: eine für den KSV, eine für das Rathaus in Neumünster. Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek konnte diese nicht entgegennehmen. Er hatte – als Einziger – die tatsächlich nicht klar formulierte Einladung des KSV falsch gedeutet und erschien reichlich verspätet in Lenste – „mit einem ganz dicken Hals“, wie er erklärte. Doch schon nach wenigen Minuten hatte sich sein Groll gelegt. Nun sah man auch Strohdiek lachen und flachsen – passend zu einem schönen Tag an der Ostsee.

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