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HOCHRANGIGE AUSZEICHNUNG : Horst Saggau nun SVT-Ehrenvorsitzender

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Feierstunde in Tungendorf: Neumünsters mit Abstand größter Sportverein würdigt die zahlreichen Leistungen seines langjährigen Chefs.

Eingeladen hatte der SV Tungendorf eigentlich nur zu einer außerordentlichen Delegiertenversammlung, aber tatsächlich entpuppte sich die Veranstaltung in der vereinseigenen Sporthalle am Süderdorfkamp als großer Festakt zu Ehren des langjährigen Vorsitzenden Horst Saggau. 81 Delegierte, 34 Gäste, unter ihnen Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek, zahlreiche Wegbegleiter und nicht zuletzt Ehefrau Elke sowie Sohn Ralf, hatten sich in der festlich geschmückten Halle versammelt, um Horst Saggau zu feiern und ihn sogar zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen.

Betrachtet man die Vita des Ehrenamtlers Saggau, dann liest sie sich zunächst wie der Werdegang eines „ganz normalen“ Vorsitzenden: 1960 Spieler und Übungsleiter in der Handballabteilung, später Engagement in der Turnabteilung, 1978 Oberturnwart, 1984 dann 2. Vorsitzender, ab 1989 gar 1. Vorsitzender. Schaut man sich aber den SV Tungendorf heute an, über 4000 Mitglieder in 14 Abteilungen, mit Abstand größter Sportverein der Stadt, eigenes Sportzentrum mit Vereinsheim, Sporthalle, Fitnessstudio, Gesundheitszentrum, Schießsportanlage, Kegelbahn sowie Tennis- und Fußballplätze, eine vereinseigene Stiftung, ein Blasorchester, ein Zeltlager am Stocksee und neuerdings ein hauptamtlicher Vorstand, dann wird deutlich, dass es sich bei Horst Saggau um einen außergewöhnlichen Sportfunktionär handeln muss.

Jörg Wisper, Vorsitzender des SVT-Aufsichtsrats, beschrieb den früheren 1. Vorsitzenden als einen, für den das Wohl des SVT immer an erster Stelle gestanden habe. Dabei sei er ein gewiefter Taktiker mit großem Durchsetzungsvermögen gewesen. Er sei aber getrieben gewesen von einem gewissen Maß an Misstrauen gegenüber seinen Mitmenschen. „Das hat uns vor so manchem finanziellen Fiasko bewahrt. Aber wer dann sein Vertrauen gewonnen hatte, konnte auf Horst Saggaus Verlässlichkeit bauen“, sagte Wisper.

Saggau stand auch dem Engagement von Vereinsmitgliedern in den höheren Ebenen der Fachverbände stets kritisch gegenüber, konnte sich selbst aber der Mitarbeit in solchen Gremien nicht vollständig verschließen. So war er engagiert im Finanzausschuss des Landesturnverbandes und in den Beiräten des Kreissportverbandes sowie des Tungendorfer Volkshauses. Letztlich war es für den Verein ein Problem, seinem neuen Ehrenvorsitzenden eine angemessene Ehrung zuteil kommen zu lassen, wo er doch schon fast alle möglichen erhalten hatte, bis hin zum Diplom des Internationalen Olympischen Komitees. So kreierte der SVT die „Horst Saggau Plakette“, die alljährlich einem verdienten Ehrenamtler verliehen werden soll. Die Plakette wird an einer Holztafel angebracht, die im Vereinsheim ausgestellt bleiben wird.

Stadtpräsident Strohdiek gab den heute Verantwortlichen den Rat, nicht in die Fußstapfen ihres Vorgängers treten zu wollen. Die seien viel zu groß. „Machen Sie es anders – aber gut! Wenn Sie allerdings einmal einen Tipp brauchen, dann fragen Sie Horst Saggau“, schrieb Strohdiek den Bossen um den Vorstandsvorsitzenden Christoph Blöh ins Stammbuch.

Ute Freund als Vertreterin des Landes- und des Kreissportverbandes bedankte sich bei Horst Saggau für die konstruktive Zusammenarbeit, „auch wenn wir uns das eine oder andere Mal ordentlich gefetzt haben“. Sie hatte sogar noch eine Ehrung gefunden, die Saggau bisher nicht verliehen worden war und heftete ihm die Ehrennadel des KSV ans Revers.

Saggau selbst gab sich überrascht. Er sei überwältigt von der Ausgestaltung des Abends, sprachlos wegen der vielen Lobesworte und gezeichnet von den Ehrungen. Er gewährte noch einen Einblick in sein Seelenleben nach dem Rücktritt als Vereinsvorsitzender: „Es fällt mir doch sehr schwer, nicht mehr am Tagesgeschehen beteiligt zu sein“. Aber er könne sich ja nun als Ehrenvorsitzender frei im Verein bewegen und sich sportlich und gesellschaftlich neu einordnen, warnte er die Versammlung vor. Und als Vorsitzender des Stiftungsrats bleibt er dem SVT ja sowieso erhalten.

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erstellt am 01.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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