Goldjunge : Henrik Hannemann startet durch

Auch eine Altersklasse höher nicht zu stoppen: Henrik Hannemann
Auch eine Altersklasse höher nicht zu stoppen: Henrik Hannemann

Leichtathlet der LG Neumünster räumt bei der Landesmeisterschaft in Lübeck drei Titel ab und verpasst den uralten Landesrekord über 100 Meter nur knapp.

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01. Juli 2014, 07:00 Uhr

Er war der einzige Leichtathlet Neumünsters bei den U 20- und U 16-Landesmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Lübeck. Dafür vertrat er die Schwalestadt mehr als würdig: LG-Athlet Henrik Hannemann stellte einmal mehr seine Ausnahmestellung unter Beweis und sicherte sich bei der Veranstaltung im Stadion Buniamshof bei drei Starts drei Goldmedaillen.

Dabei kratzte der 16-Jährige über die 100 Meter mit seiner persönlichen Bestzeit von 10,88 Sekunden gleich mal am Uralt-Landesrekord von Jobst Hirscht aus dem Jahre 1965. Hirscht (TSV Bergenhusen) – kein Geringerer als der Olympia-Sechste von 1972 in München über 100 Meter und Bronzemedaillengewinner mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel – lief vor knapp 50 Jahren als B-Jugendlicher handgestoppte 10,6 Sekunden. Das entspricht elektronisch gemessenen 10,84 Sekunden. „Wer von den beiden nun tatsächlich der Schnellere war, kann man nicht mehr feststellen, denn die handgestoppten Zeiten von damals enthalten sehr große Ungenauigkeiten“, sagt Bernd Hausmann, Statistikwart des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletik-Verbandes. „Henrik muss eben noch ein paar Hundertstel drauflegen, um alles klar zu machen“, rät der Kieler dem flinken Sprinter aus der Schwalestadt. Das sollte allerdings möglich sein. Schließlich erzielte Hannemann die 10,88 Sekunden ohne spezielle Vorbereitung aus dem vollen Training mit intensiver Belastung und großen Umfängen heraus.

Am ersten Tag der Meisterschaften hatte Henrik Hannemann noch recht gute Bedingungen gehabt, der große Regen setzte erst kurz nach seinem Lauf ein. Am zweiten Tag waren die Voraussetzungen für Spitzenleistungen dann deutlich schlechter. Die regennasse und glitschige Bahn verhinderte weitere Rekordleistungen. Mit 14,16 Sekunden über seine Spezialdisziplin 110 Meter Hürden und 22,07 Sekunden über 200 Meter kam er nicht ganz an seine Bestleistungen heran. Dennoch gewann er beide Disziplinen unangefochten, sodass er als dreifacher Titelträger nach Hause fuhr, was insofern bemerkenswert ist, da er als U 18-Athlet in der nächst älteren Klasse der U 20 an den Start ging. So waren er und sein Trainer Peter Malinowski auch sehr zufrieden mit dem Abschneiden in Lübeck.

An den U 18-Landesmeisterschaften am kommenden Wochenende in Hamburg wird der 16-Jährige dagegen nicht teilnehmen, da gleichzeitig ein Start bei der Junioren-Gala des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Mannheim ansteht. Dort geht es gegen die geballte europäische U 20-Spitzenklasse. „Wir werden deshalb eine Regenerationswoche mit wenig Training einlegen, sodass Henrik in Mannheim die nötige Spritzigkeit besitzt“, erläutert Malinowski die Strategie für die kommenden Tage. „Und eine Woche später wollen wir in Hamburg ´mal sehen, was Henrik so über die 400 Meter drauf hat.“

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