Sportlerwahl in Neumünster : Henrik Hannemann gibt Auszeichnung zurück

Enttäuscht über Platz 3: Henrik Hannemann, hier mit KSV-Chefin Ute Freund. Im Hintergrund ist Markus Lemke (TS Einfeld) zu erkennen.
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Enttäuscht über Platz 3: Henrik Hannemann, hier mit KSV-Chefin Ute Freund. Im Hintergrund ist Markus Lemke (TS Einfeld) zu erkennen.

Der drittplatzierte Leichtathlet und sein Vater geben sich mit dem Resultat der Sportlerwahl in Neumünster nicht zufrieden.

shz.de von
24. Januar 2015, 17:00 Uhr

Die Welle der Kritik von Henrik Hannemann (17) und dessen Familie über das Abschneiden bei der Wahl der Sportler des Jahres (der Leichtathlet wurde „nur“ Dritter) ist in dieser Woche übergeschwappt. Vater Nico Hannemann suchte das Gespräch mit KSV-Geschäftsführer Manfred Utech und gab die Trophäe sowie den Prämienscheck über 100 Euro an den KSV zurück. Außerdem stehe sein Sohn für keine Nominierung bei der Sportlerwahl mehr zur Verfügung, so Nico Hannemann.

Dessen Vorwürfe richten sich besonders gegen die aus dem KSV und der Courier-Sportredaktion bestehende Fachjury. „Das Ergebnis meines Sohnes allein auf das Telefonvoting und die damit einhergehende Unterstützung durch den Verein und die Leichtathletik zu reduzieren, so wie es der Courier-Berichterstattung am vergangenen Montag zu entnehmen war, ist irreführend. Schließlich kann jeder so oft anrufen, wie er möchte, oder bis ihm das Geld ausgeht“, sagte Nico Hannemann.

Er könne nicht nachvollziehen, wie die Punktzahl seines Sohnes (324 gegenüber 413 beim Sieger Bjarne Geiss) zustande gekommen ist. „Trotz seiner Silbermedaille bei den Olympischen Jugendspielen hat Henrik von der Fachjury offenbar keine oder nur wenig Unterstützung erhalten. Aus diesem Grund haben wir den Preis zurückgegeben“, erklärte Nico Hannemann.

Die KSV-Vorsitzende Ute Freund fand dazu auf Courier-Anfrage klare Worte. „Ich freue mich, dass die Auszeichnung ,Sportler des Jahres in Neumünster’ offensichtlich eine so hohe Wertigkeit besitzt, dass sie auch nach ihrer Vergabe noch zu umfangreichen Diskussionen führt“, sagte sie. „Die Kriterien der Wahl waren und sind transparent und haben zu dem bekannten Ergebnis geführt. Dabei gibt es wie auch im Sport Gewinner, Zweite und Dritte. Für alle bedeutet das eine tolle Auszeichnung und Würdigung ihrer sportlichen Leistung“, erklärte sie und betonte ausdrücklich: „Es gilt dann auch, dass die Beurteilungen der jeweiligen Leistungen durch Leser, Journalisten und Funktionäre aus verschiedenen Gesichtspunkten unterschiedliche Gewichtungen haben können. Es ist die Art des fairen Umgangs miteinander, ein solches Ergebnis auch dann zu akzeptieren, wenn die Erwartungen enttäuscht wurden.“

Einen Groll hegt Ute Freund nicht: „Ich wünsche Henrik in seiner sportlichen Weiterentwicklung alles Gute.“

Zur Erklärung: Neben dem Leservotum gibt es bei der Wahl der Sportler des Jahres in Neumünster die Abstimmung innerhalb einer Fachjury (bestehend aus Kreissportverband und Courier-Sportredaktion). Sowohl das Leser- als auch das Jury-Ergebnis fließen zu je 50 Prozent in das Endresultat ein.

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