Fussball-Regionalliga Nord : Harmloser VfR wird für Schlafmützigkeit bestraft

Elfmeter für Werder Bremen II: Der erstligaerfahrene Özkan Yildirim (Nr. 32) lässt sich im Duell mit dem Rasensportler Kevin Schulz (dahinter) fallen und holt mit dieser cleveren Aktion einen  Strafstoß für die Grün-Weißen heraus.
Elfmeter für Werder Bremen II: Der erstligaerfahrene Özkan Yildirim (Nr. 32) lässt sich im Duell mit dem Rasensportler Kevin Schulz (dahinter) fallen und holt mit dieser cleveren Aktion einen Strafstoß für die Grün-Weißen heraus.

Rasensport verliert gegen Werder Bremen II mit 0:1 und rutscht auf Rang 14 ab.

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17. März 2014, 10:00 Uhr

Man nehme: Diverse Ausfälle, totale Harmlosigkeit in der Offensive und eine Unachtsamkeit – fertig ist die knappe Niederlage gegen einen Titelkandidaten. Und so verloren die Fußballer des VfR Neumünster gestern vor 355 Zuschauern (Regionalliga-Minuskulisse an der Geerdtsstraße) mit einer Rumpftruppe 0:1 (0:0) gegen die zweite Mannschaft von Werder Bremen. Während die Gäste Dritter blieben und sich – bei einer weniger absolvierten Partie – bis auf vier Punkte an Spitzenreiter VfL Wolfsburg II heranarbeiteten, fielen die Lila-Weißen auf Rang 14 zurück. Ergo: Die jetzt folgenden Auswärtsspiele gegen den Hamburger SV und den FC Eintracht Norderstedt haben im Abstiegskampf enorm an Bedeutung gewonnen. Die Stimmung hinter den Kulissen der „Veilchen“ ist entsprechend angespannt. Die langen Gesichter der Vorstandsmitglieder gestern Nachmittag sprachen Bände.

VfR-Interimstrainer Helmut Szpadzinski war um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Zu den bekannten Ausfällen zahlreicher Stammkräfte (Marcus Hesse, Amando Aust, Yannik Jakubowski, Patrick Nagel und Michél Harrer) gesellte sich Kevin Ingreso (Pferdekuss). Ferner waren Christopher Kramer (Rücken) und Marco Schultz (Erkältung) angeschlagen, kamen beide spät(er) in die Begegnung. Und so wurden neben Sebastian Fuhrmann aus der Reserve auch die A-Jugendlichen Deniz Grothe und Niklas Küster hoch gezogen. Letzterer kam sogar zu einem Kurzeinsatz. Aufseiten der Gäste fehlte der Leitwolf. Kapitän Florian Bruns fiel kurzfristig wegen muskulärer Probleme aus.

Szpadzinski bastelte ein defensiv ausgerichtetes 4-3-2-1 zusammen, und um es vorwegzunehmen: Das letzte Aufgebot der „Veilchen“ verkaufte sich im Rahmen seiner ordentlich, nur nach vorne ging herzlich wenig. Die wohl beste „Chance“ besaß Daniel Michalowski, der einen Freistoß von der Rechtsaußenposition auf den zweiten Pfosten schlenzte. Doch der frühere VfR-Torwart bei Werder II, Tobias Duffner, lenkte die Kugel zum Eckstoß über den Querbalken. Auf der Gegenseite brannten auch die klar favorisierten Gäste kein Feuwerk ab. Reif in der Spialanlage, temporeich im Aufbau – das waren die positiven Merkmale im Vorwärtsgang der Grün-Weißen. Und so prüften auch sie nur einmal den gegnerischen Schlussmann: Auf Zuspiel von Özkan Yildirim scheiterte Davie Selke an Marc Aaron Kassler, der reaktionsschnell mit dem Fuß parierte (31.).

Knapp vier Minuten nach dem Wiederbeginn sollte sich die alles entscheidende Szene ereignen: Nach einem Freistoß von Levent Aycicek von der Rechtsaußenposition bekam der eng markierte Bodo Bönigk den Ball nicht richtig geklärt – was man ihm in dieser Situation auf Grund der Bedrängnis nicht zum Vorwurf machen kann –, prompt traf Özkan Yildirim mit einem leicht abgefälschten Drehschuss der Marke „Murmeltor“ zum 0:1. Während beim VfR in der Offensive fast alles auf Zufall aufgebaut war, drängten die keineswegs überzeugenden Bremer auf die Entscheidung. Diese hätte Aleksandar Stevanovic in der 68. Minute herbeiführen können, doch jagte der 22-Jährige den Ball über das Gestänge. Vielleicht war es ausgleichende Gerechtigkeit, denn das „Foul“ von Kevin Schulz an Özkan Yildirim, das zum Strafstoß geführt hatte, war nicht wirklich eins. Für die Hausherren war dieser Fehlschuss noch einmal ein Weckruf, in der zusehends hektischer werdenden Partie nahmen sie ihr Herz noch einmal in die Hand. Doch agierte Lila-Weiß oftmals zu überhastet, war in spielerischer Hinsicht viel zu limitiert, um Werders U 23 wirklich einmal gefährlich zu werden. Da Bremens Selke nach einer Einzelleistung knapp verzog (75.), blieb es zumindest spannend, ehe der Abpfiff nach dreiminütiger Nachspielzeit die Hoffnung auf einen „Lucky Punch“ des VfR endgültig zunichte machte.

VfR – Werder Bremen II 0:1 (0:0)

VfR Neumünster: Kassler - Thomas, K. Schulz, Christophersen, Durak - Schlagelambers, Bönigk (85. M. Schultz), Michalowski (65. Kramer) - Rave, Zekjiri - Zschimmer (82. Küster).

Werder Bremen II: Duffner - Busch (83. Rehfeldt), Hüsing, Schoppenhauer, Sternberg - Fröde - von Haacke, Aycicek (83. Schwede), A. Stevanovic - Selke, Öz. Yildirim (74. Wegner).

Beste Spieler: Christophersen, Bönigk - A. Stevanovic, Hüsing, Schoppenhauer. – SR: Neitzel (Norderstedt). – Zuschauer: 355. – Tor: 0:1 Öz. Yildirim (49.). – Gelbe Karten: Rave (22., Foulspiel), Durak (51., Foulspiel), Bönigk (58., Foulspiel), Thomas (64., Foulspiel), Zekjiri (73., Foulspiel) - Selke (50., Foulspiel), Fröde (78., Foulspiel), von Haacke (80., Unsportlichkeit). – Bes. Vork.: A. Stevanovic (Bremen II) schießt Foulelfmeter über das Tor (68.). – Spielwertung: mangelhaft. – Nächster VfR-Gegner: Hamburger SV II (A/Mittwoch, 18.30 Uhr).

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