Handball : Handiball: Ein Projekt, das Emotionen hervorruft

Das bisherige Highlight der „Handiballer“ war der Besuch beim THW Kiel, dessen Star Dominik Klein (nach vorne gebeugt, oranges Shirt) sich für die Gut-Heiler Zeit nahm.
Foto:
Das bisherige Highlight der „Handiballer“ war der Besuch beim THW Kiel, dessen Star Dominik Klein (nach vorne gebeugt, oranges Shirt) sich für die Gut-Heiler Zeit nahm.

Gut Heil zieht mit seiner Inklusions-Mannschaft nach einem Dreivierteljahr eine rundum positive Bilanz.

shz.de von
17. Januar 2015, 09:00 Uhr

Es ist ein Projekt – eines mit Sinn und Verstand und ein schönes dazu: Handiball. Vor rund einem Dreivierteljahr hat Gut Heil eine Inklusions-Handballmannschaft ins Leben gerufen. Menschen mit und ohne Behinderung trainieren und spielen gemeinsam.

„Als wir Anfang Mai des vergangenen Jahres das erste Training angeboten haben, war die Resonanz noch etwas zurückhaltend. Doch was sich in der Zeit danach entwickelt hat, ist gigantisch und war nicht vorhersehbar“, berichtet Ilona Koopmann, die bei Gut Heil die Handiball-Fäden fest in der Hand hält. „Wir haben inzwischen ein festes Team mit 15 bis 20 Mitgliedern jeglicher Couleur. Wir trainieren hart und sehr fleißig, und niemand murrt dagegen an. Der Erfolg ist sichtbar. Unser erstes Spiel haben wir bereits absolviert – und uns gegen die Gut-Heiler B-Jugend mit Bravour geschlagen“, sieht sie die ersten Früchte eines bislang in Schleswig-Holstein beispiellosen Projekts, bei dem sogar drei Rollstuhlfahrer mitwirken. Es ist ein Projekt, das Emotionen hervorruft. „Es war für uns als Trainerteam ein tief bewegendes Dreivierteljahr. Denn wir haben Menschen kennen und schätzen gelernt, die jeder für sich einzigartig, aber unendlich bereichernd sind. Wir sind stolz auf jedes einzelne Teammitglied und das, was es kann“, betont Koopmann.

Zu den bisherigen Highlights der Handiballer zählte der Besuch des DHB-Pokalspiels zwischen dem THW Kiel und dem TuS N-Lübbecke. „Es war das Erlebnis schlechthin. Allein die Ankündigung der Teilnahme löste bei unseren Spielern mit und ohne Handicap Jubelgesänge aus“, erinnert sich Koopmann, deren Tross in der Landeshauptstadt 45 Mann stark war. „Ehrlich gesagt, haben wir Trainer von der Pokalpartie nicht so viel mitbekommen. Denn wir hatten so viel Spaß daran zu sehen, wie unsere Spieler das Ganze aufgenommen und den THW angefeuert haben. Das war unbeschreiblich“, schwärmt Koopmann. Und das war noch längst nicht alles. Denn die Gut-Heiler gingen noch auf Autogrammjagd – und hatten Erfolg. „Alle Wünsche wurden vom THW erfüllt. Und so gab es am Ende noch strahlende Gesichter und natürlich mit Dominik Klein noch ein tolles Gruppenbild zur Erinnerung an einen wunderschönen Abend“, zieht Koopmann Bilanz.

In diesem Jahr wollen die Gut-Heiler weitere Schritte nach vorne machen. So werden sie am Spielbetrieb der Freiwurf Hamburg-Liga in Hamburg teilnehmen. Vier Vereine stellen in der Hansestadt sechs mit den Neumünsteranern vergleichbare Teams. Es besteht sogar eine offiziell besiegelte Kooperation der Freiwurf Hamburg-Liga mit dem Deutschen Handball-Bund (DHB).

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen