Sport allgemein : Geplante Kooperation auf Eis gelegt: Olympia und FTN müssen nachbessern

Auf in die nächste Runde: Olympia-Vorsitzender Horst Pohl.
1 von 2
Auf in die nächste Runde: Olympia-Vorsitzender Horst Pohl.

Bei schwach besuchten Mitgliederversammlungen kommt es erst gar nicht zu Abstimmungen.

shz.de von
13. Juli 2015, 10:00 Uhr

Die Vereinsangehörigen der Freien Turnerschaft haben sich nicht dazu durchgerungen, über eine geplante Kooperation mit dem Nachbarn MTSV Olympia abzustimmen. Auf der von 37 Personen besuchten außerordentlichen FTN-Mitgliederversammlung wurde der entsprechende Vertragsentwurf auf Wiedervorlage gelegt.

Die Bedenken waren bei der Tagung am Freitagabend nicht zu überhören. „Nicht stichhaltig der Entwurf, keine konkreten Vorstellungen über die Nutzung der Sportanlagen, keine ausreichenden Sanitäranlagen und eine gewachsene FTN-Tennisabteilung die keine freien Trainingskapazitäten hat“, so lautete der Tenor der anwesenden Mitglieder. Der Entwurf des Kooperationsvertrags lässt sich in der vorliegenden Form nicht verwirklichen, darüber waren sich die Anwesenden und der 1. Vorsitzende der 490 Mitglieder starken FTN, Carl Dietrich Neitzel, nach einer 60-minütigen, sachlichen Diskussionsrunde einig. Allerdings gab es kein endgültiges „Nein“. Vielmehr geht es in eine nächste Runde. Für gut wurde der Vorschlag von Jürgen Schwarz befunden: Arbeitsgruppen zwischen beiden Vereinen zu bilden, um intensive Kooperationsgespräche zu führen. Bei drei Enthaltungen wurde Schwarz’ Antrag befürwortet, um in drei Monaten über einen neuen und konkreten Entwurf des Kooperationsvertrags zur diskutieren.

Auch beim MTSV Olympia wurde am Ende nicht über den Kooperationsvertrag mit der Freien Turnerschaft abgestimmt. Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung waren nur 28 der 620 Mitglieder erschienen . „Diese Zahl stimmt mich schon nachdenklich“, erklärte Vereinsboss Horst Pohl. Zumal alleine 17 Angehörige aus der Tennisabteilung zugegen waren. So stand auch diese Sportart zunächst im Mittelpunkt der Diskussion. Vor allem die stark differierenden Mitgliedsbeiträge bei Olympia und FTN sowie die Möglichkeit der Nutzung der Tennishalle bei schlechtem Wetter im Sommer könne zu Problemen führen. Pohl räumte ein, dass er die Problematik der unterschiedlichen Beitragshöhen im Tennisbereich so nicht gesehen habe und dass dort nachgebessert werden müsse. Er stellte aber gleichzeitig fest, dass eine Angleichung der Beiträge grundsätzlich ein wichtiges Ziel im Rahmen der Kooperation sein müsse, und machte deutlich, dass aus seiner Sicht eine Vereinbarung wie diese nur der Anfang einer Entwicklung sein könne, an deren Ende durchaus – zusammen mit weiteren Vereinen – eine Art Stadtteilverein sehen könne.

In der zum Teil durchaus hitzigen Diskussion wurden mehrheitlich Argumente vorgebracht, die eher durch Skepsis gekennzeichnet waren: „Warum sollen wir kooperieren, wenn vielleicht die Angebote des jeweiligen anderen Vereins gar nicht genutzt werden?“ – „Ist das Konzept überhaupt einmal finanziell durchgerechnet worden?“ – „Dieser Vertrag ist der Sargdeckel für FTN oder Olympia. Er ist der erste Schritt zur Schließung einer der beiden Anlagen!“ Und diese könne durchaus die am Forstweg sein, wurde befürchtet, zumal als Sitz der Kooperation „Sport am Stadtwald (SaS)“ das Vereinsheim der FTN vorgesehen ist. Auf Kritik stieß auch die Tatsache, dass den Mitgliedern die Inhalte des Vertragstextes erst auf der Mitgliederversammlung vorgelegt worden waren.

Nach 100 Minuten Auseinandersetzung verzichtete der Olympia-Vorstand auf eine Abstimmung über den Vertragsentwurf, holte sich von der Versammlung aber einstimmig die Befürwortung einer zukünftigen Zusammenarbeit mit dem Nachbarn, um mit dessen Vertretern weiterverhandeln zu können.

Der geplanten Kooperation der Wintersportabteilung mit den Wintersportfreunden, welche sich vor einigen Jahren von Olympia abgespalten hatten, wurde am Ende nach kurzer Aussprache einstimmig zugestimmt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen