zur Navigation springen

FUSSBALL-REGIONALLIGA NORD : „Es wird Zeit für den ersten Heimdreier“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der 3:2-Überraschungssieg bei Werder Bremen II lockert die Stimmung beim VfR Neumünster auf. Trainer Lamce kopiert Goslars Erfolgsrezept.

Der VfR ist wieder da. Mit einer starken Teamleistung und großartigem Kampf, gepaart mit Kontern vom Allerfeinsten, zog Neumünsters Fußball-Regionalligist der U 23 von Werder Bremen den Zahn und gewann verdient mit 3:2. Für die zu Hause noch punktlosen „Veilchen“ war es der zweite Auswärtssieg in dieser Saison. Mit nunmehr sechs Zählern sind sie Vorletzter, angesichts vieler überraschender Punktgewinne der Konkurrenz in der unteren Tabellenhälfte war der Coup auf Platz 11 des Weserstadions eminent wichtig.

„Das ist der Fußball, den ich mir zurzeit vorstelle“, erklärte VfR-Trainer Ervin Lamce, der angesichts der erfolglosen Vorwochen vor dem Anstoß betont hatte: „Die Zeit des Schönspielens muss vorbei sein.“ Und so scheuten sich seine Kicker nicht, den Ball auch mal humorlos nach vorne zu prügeln. Gegen die anfällige Bremer Viererkette war das ein probates Mittel, „zumal wir mit Christian Rave und Ali Moslehe zwei sehr schnelle Leute in der Offensive haben“, wie Lamce festhielt. Rave alleine hätte auf diese Art das Spiel entscheiden können, lief er doch gleich drei Mal auf Werders Keeper Kevin Otremba zu, setzte die Kugel aber jedes Mal am Tor vorbei. „Er hätte uns eine enge Partie ersparen können. Aber lass mal, Rave hat ein Superspiel gemacht“, gab es vom Teamkollegen Moslehe Lob und Tadel für den Blondschopf.

Mit dem Spielstil an der Weser kopierte Lamce den Goslarer SC, der in der Woche zuvor mit einfachen Mitteln und vielen langen Bällen beim VfR mit 4:0 gesiegt hatte. „Wenn wir so immer 3:2 gewinnen, ist mir das egal“, lehnte sich Lamce nach dem Abpfiff zurück, ohne einen der „Daheimgebliebenen“ zu vergessen: „Wir widmen diesen Sieg dem schwer erkrankten Schatzmeister unseres Fördervereins, Jens Hollenbach. Vielleicht hilft ihm das bei seiner Genesung.“

Der Coach des VfR nahm einen Torwartwechsel vor, brachte den jungen Marc Aaron Kassler für den gegen Goslar flatternden Jannis Gabrielides, der zudem von Neumünsteraner Fans über die Maßen beschimpft worden war. Kassler ließ sich zwar bei Werders 1:0 von Janek Sternberg per Freistoß quasi von der Mittelfahne überwinden, überzeugte in der Folge aber mit drei, vier Glanzparaden. „Ganz ehrlich: Mir ist es scheißegal, ob ich beim ersten Gegentreffer schlecht ausgesehen habe“, sagte der 19-Jährige, „denn die Mannschaft hat eine überragende Reaktion gezeigt und mir damit den Rücken gestärkt“. In der Tat bewiesen Kasslers Vorderleute Nehmerqualitäten, nur fünf Minuten nach dem Rückstand hatten sie die Partie mit zwei Treffern umgebogen. Für das nun folgende „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den drei Zähler besser dastehenden Tabellenzwölften Eintracht Norderstedt (Sonntag, 15 Uhr) gab der zweifache Torschütze Moslehe die Parole aus: „Es wird Zeit für den ersten Heimdreier.“

Weit weniger gut war die Laune im Lager der Einheimischen. „Man muss vielleicht Abstriche machen, weil das Spiel gegen Neumünster das Ende einer englischen Woche für uns war. Die hat sicher Kraft gekostet, doch einige bei uns meinten offenbar, das Ding gegen den VfR mit links machen zu können. Aber 70 Prozent reichen einfach nicht“, erklärte Werders Trainer Viktor Skripnik.

Gar schmerzhaft war der Bremen-Trip für Patrick Nagel. Der VfR-Verteidiger erlitt nach einem Ellbogeneinsatz von Werders Mateo Pavlovic einen Cut über dem rechten Auge, der mit vier Stichen in einem Bremer Klinikum genäht wurde. Anschließend düste der 23-Jährige mit Rasensport-Vorstandsmitglied Siegfried Guder und dessen Frau Hermine im Privatwagen nach Hause.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Sep.2013 | 00:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen